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Zentrum der Betreuung und Begegnung

© simonrainer@nurstudio.com
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Wohn- und Pflegeheim Natters, Tirol / Architekt Raimund Rainer

Die Aufgabenstellung war eine Herausforderung: Im Zentrum der Tiroler Gemein­de Natters sollten ein Wohn- und Pflegeheim, eine Tagesbetreuungseinrichtung für pflegebedürftige Menschen, eine Arztpraxis sowie Wohnein­heiten für betreutes Wohnen errichtet werden. Gleichzeitig sollte ein Be­gegnungszentrum etabliert werden. Im Jahr 2015 lud der gemeinnützige Wohnbauträger Neue Heimat Tirol 18 Architekturbüros zu einem Realisierungswettbewerb, bei dem die städtebauliche und architektonische Qualität ebenso im Vordergrund stand wie moderne stationäre Altenpflege, bestmögliche Auto­nomie und weitgehende Normalität für die Bewohner. Gefordert war aber auch ein statisch-konstruktives System, das Wirtschaftlichkeit in der Errichtung und im Betrieb garantieren sollte.

Gewonnen hatte das Innsbrucker Architekturbüro Raimund Rainer. Sein Projekt überzeugte die Jury (Vorsitz: Hannes Gschwentner, Geschäftsführer Neue Heimat) sowohl aus städtebaulicher als auch funktioneller Sicht. Das Wohnheim schafft gemeinsam mit dem Gemeindehaus, dem Bestandshaus im Norden sowie dem Hof des Musikpavillons westlich zum Ort hin einen park­artigen grünen Eingangsplatz, dem die wesentlichen öffentlichen Räume zugeordnet sind. Wohnheim und betreutes Wohnen sind in zwei Baukörper getrennt. Eine von der Jury empfohlene Reduzierung des betreuten Wohnens um ein Geschoß, um die Baumassen ortsverträglicher zu gestalten, wurde nicht umgesetzt.

Das Wohnheim

Das ebenerdige Eingangsgeschoß beherbergt alle öffentlichen Nutzungen, den Arzt sowie die Räumlichkeiten für die Tagesbetreuung und ist über teil­weise überdachte Terrassen zum Dorf nach Westen und zum Park nach Süden orientiert. Die zwei Pflegegeschoße sind um einen lichtspendenden Innenhof mit Umgang angeordnet. Der Wohn-Essraum jeder Station mit vorgelagerter Terrasse ist nach Süden orientiert. Kleinere Sitznischen schauen zum Vorplatz im Westen, zur Landschaft nach Norden sowie in den Therapiegarten nach Osten. Die im Wettbewerbsbeitrag an der Westfassade außenliegende Stiege wurde auf Empfehlung der Jury ins Gebäudeinnere geholt. Im Untergeschoß, das geländebedingt ostseitig zur Gänze über Niveau liegt, liegen die Nebenräume mit eigenem Zugang sowie die Tiefgarage, die ohne Rampe niveaugleich von Norden angefahren werden kann.

Betreutes Wohnen
Der kubische Baukörper im Südosten des Areals umfasst 14 Wohnungen auf vier Ebenen. Da die Verbindung zum Wohnheim über eine gedeckte Brücke erfolgt, können die öffentlichen Räume trockenen Fußes erreicht werden. Der im Wettbewerbsbeitrag im Nordwesten positionierte Hauptzugang wurde, ebenfalls auf Juryempfehlung, nach Nordosten verlegt. An dessen Stelle verfügt die nord-westlich gelegene Wohnung nun über eine Terrasse. Das Wohn- und Pflegeheim Natters ist ein hochgedämmtes Passivhaus mit Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Die Fassade der in Massivbauweise errichteten Pflegeschoße besteht aus einer Lärchenholzverkleidung, die des Bau­körpers mit den Wohnungen ist geputzt. Für die Verglasungsbereiche des Lichthofes zu Stiegenhaus, Gang und Wohnbereichen sowie für einige ver­glaste Bereiche der Eingangszone im Westen wurden Pfosten-Riegelkon­struktionen aus Lärchenholz-Leimholzbindern mit Alukonstruktion verwendet.
Lärchenholz-Alufenster mit Wärmeschutzverglasung, außenliegender Sonnenschutz, Mineralfarben, geölte Hartholzböden in den Zimmern und Wohnbereichen sowie durchgehende LED-Beleuchtung machen aus dem Wohn- und Pflegeheim ein energieeffizientes und umweltbewusstes Projekt. 

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Die Wohn-Essräume mit vorgelagerten Terrassen sind nach Süden orientiert.
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Projektdaten

Projekt
Wohn- und Pflegeheim Natters/Mutters/Götzens, Feldweg 2, 6161 Natters, Tirol

Bauherr
Neue Heimat Tirol Gemeinnützige WohnungsGmbH, Innsbruck

Architektur
Architekt Raimund Rainer ZT GmbH, Innbruck

Projektleitung
DI Arch. Robert Susin
architekt-rainer.at

Statik
DI Neuner ZT GesmbH, Rum

Nutzflächen
Pflegeheim: 3.676 m2 (Nettogrundfläche)
Betreubares Wohnen: 1.090 m2 (Nettogrundfläche)
Projektablauf
Wettbewerb 06/2015
Baubeginn 06/2016
Fertigstellung 04/2018
Wettbewerbsdokumentation
ARCHITEKTURJOURNAL / WETTBEWERBE 4/2015 (321)

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Das Wohnheim schafft gemeinsam mit dem Gemeindehaus, dem Bestandshaus sowie dem Hof des Musikpavillons einen parkartigen grünen Eingangsplatz.
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