339 Architektur

Lückenschluss für ­Grazer Stadtbezirk

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Aus der Kombination des langgestreckten Riegels und der versetzten Baukörper entsteht die Kleinteiligkeit des Quartiers.
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Brauquartier Puntigam, Graz – Abschnitte 1-5/Scherr + Fürnschuss Architekten

Der Grazer Stadtbezirk Puntigam muss bislang ohne historisch gewachsene Zentrumsfunktion auskommen. Mit dem neuen Stadtteilzentrum „Brauquartier Puntigam“ versucht die Stadtplanung, diese Lücke zu schließen. Eine vierspurige Grazer Hauptverkehrsader auf der einen Seite, ein dichter, zusammenhängender Grüngürtel an einem natürlichen Geländesprung auf der anderen Seite. Das Brauquartier, das seinen Namen der direkten Nachbarschaft zur Brauerei Puntigam verdankt, liegt auf einem spannenden Areal. Das Grazer Architekturbüro Scherr + Fürnschuss hat auf diese Herausforderung mit unterschiedlichen Baukörpertypologien geantwortet. Das Ensemble besteht in seiner Gesamtheit aus zwei Vierkanthof-Gebäuden und sechs rechteckigen, in Längsrichtung des Grundstücks orientierten Solitären. In der Höhenentwicklung sind die Baukörper gestaffelt.

Hohe Flexibilität
Die komplexe Herangehensweise, diese städte­bauliche Herausforderung mit unterschiedlichen Gebäudetypologien aufzulösen, war im Juli 2013 für die Wettbewerbsjury (Vorsitz: Architekt Clemens Bortolotti) einer der Gründe, das Projekt von Scherr + Fürnschuss zum Gewinner zu küren. Ihr Urteil damals: „Das Projekt zeichnet sich durch einen hohen Grad an Flexibilität aufgrund der unterschiedlichen Gebäudetypologien aus. Baukörpertypologien und durchgehender Riegel werden in Bereichen angeboten, an denen diese gerechtfertigt sind.“

Diese Brüche, die aus der Kombination des langgestreckten Riegels und der versetzten Baukörper entstehen, erzeugen die Kleinteiligkeit des Quartiers. Der drei­geschoßige Büro- und Geschäftsriegel entlang der Triester Straße stellt ein verbindendes Element des Projekts dar und dient gleichzeitig als Schallbarriere. Als verbindende Elemente wirken ebenso der von der Landschaftsarchitektin Gertraud Monsberger gestaltete, zusammenhängende Dachgarten im dritten Obergeschoß entlang der Triester Straße, der zugleich Lärmpuffer ist, und die gemeinsame Erschließung von Büro- und Wohnbauten. Die Wohnungen sind über innenliegende Gänge, die in den beiden Hofgebäuden teilweise auch über Laubengänge erschlossen. Zwischen den beiden Höfen bildet eine verkehrsfreie Zone das Zentrum des Wohnquartiers. Platzaufweitungen, Grünachsen und Gehwege mit Anschluss an den öffentlichen Verkehr, an das  Geh- und Radwegenetz sowie an den Autobahnknoten bietet aber die für ein Stadtteil-Zentrum notwendige Infrastruktur. Ein Kindergarten, ein Supermarkt, ein Parkhaus, Gastronomie und diverse Nahversorger lassen erwarten, dass es mit dem Brauquartier tatsächlich gelingt, nach der geplanten Gesamtfertigstellung im Jahr 2021 dem Grazer Stadtteil Puntigam ein Zentrum zu geben. Im Juni dieses Jahres wurden die Bauabschnitte 1 bis 5 fertiggestellt, an den Abschnitten 6 bis 8 wird derzeit gebaut. Der Bauteil 9 soll nach deren Realisierung in Angriff genommen werden.

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