341 Interior Design

Feuer und Flamme

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Heute noch Modell: Die Future Kitchen von Alfredo Häberli wird auf der Livingkitchen im Rahmen der IMM 2019 gezeigt.
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Er definiert Kochen als Handwerkskunst und erinnert uns daran, dass Fokus eigentlich Herd bedeutet. Und er weiß, dass sich Traditionen ans Schritttempo der Gesellschaft anpassen müssen. Sie dürfen aber nicht verraten werden. Alfredo Häberli weiß genau, wovon er spricht.

Der argentinisch-schweizerische Designer Alfredo Häberli hat sich in seiner Karriere schon öfter mit dem Thema Küche auseinandergesetzt. Das mag auch daran liegen, dass er selbst gerne kocht, da er in der Küche eines Hotels aufgewachsen ist. Für ihn spiegelt sich in der Küche die Evolution unserer Zivilisation am klarsten, geht es hier doch um existenzielle und tief verwurzelte Bedürfnisse wie Nahrungszubereitung und -aufnahme, Feuer und Gemeinschaft. Umso lieber nahm er die Einladung der Kölner Messe an, sich im Rahmen der LivingKitchen 2019 auf die Suche nach der Küche der Zukunft zu machen. Gleich vorweg: Auch bei dieser ist schon auf den ersten Blick klar, dass die Küche die Seele des Hauses bleiben wird.

Küche und Labor
Für die Aufgabe, die Alfredo Häberli innerhalb des Formats Future Design präsentieren wird, hat er 160 Quadratmeter zur Verfügung gestellt bekommen. Ganz schön großzügig für eine Küche, die aber eben nicht nur eine Küche, sondern viel mehr Wohnsituation ist. In dieser Kochzone scheint jedenfalls wirklich alles möglich. Markant sind die klaren Linien, die technologische Innovationen, modernes Produktdesign und sinnliche Materialien unter einer formalen Klammer zusammenbringen. Das Leben in seiner Buntheit kommt von selbst hinein – übrigens die wichtigste Zutat für diese gelungene Mischung. Seinen offen gestalteten Entwurf versteht Häberli weniger als persönliche Vision denn als Denk­anstoß für alle. Hier kann man einen Blick in die Küche von morgen werfen. „Ich möchte meinen Entwurf einer Zukunftsküche bewusst auf eine gewisse Abstraktionsebene bringen, weil die Zeit, in der wir
leben, unglaublich schnell vorangeht. Die Küche auf der LivingKitchen wird die nahe Zukunft thematisieren.“

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Er ist in der Küche aufgewachsen: Designer Häberli liebt alles, was mit Küche zu tun hat.

Herz und HirnGanz nebenbei, aber nicht minder wichtig neben der ganzen Technologie, greift Häber­li auch Themen auf, die immer mehr Menschen beschäftigen oder es sollten: Das zunehmende Platzproblem dank explodierender Menschenanzahl auf diesem Erdball. So ist es in der Diskussion über das moderne Leben fast ein Muss, über Sharingmodelle aller Art und über Degrowth nachzudenken: „Die Reduzierung des Wachstums wird ein ganz wichtiges Thema, das nicht nur Mobilitäts- und Raumnutzungskonzepte, sondern auch die Küche tangiert.“ Es gilt, damit Schritt zu halten, auch wenn die Designtrends, Essgewohnheiten und Technologien, die den Tenor der Future Kitchen bestimmen, oft ver­führen, sich auf andere Wege verleiten zu lassen. Trotzdem muss es in einer Küche „menscheln“.

Sinn und Sinnlichkeit
Die Präsentation der Future Kitchen basiert auf vier einzelnen Kapiteln, die in ein Modell gepackt sind. Zwei davon, der Boden und die knalligen Wände, zonieren das Konzept, wobei der Boden in unterschied­liche Niveaus aufgeteilt ist und die Architektur die Räume entstehen lässt. Das dritte Kapitel schreiben vertraute Ankerpunkte, also vertraute Designstücke, die den abstrakten Ort von Beginn an heimeliger wirken lassen und einladen. Währenddessen geht es in Kapitel vier doch wieder virtueller zu per Augmented Reality-App, wo Häberli sämtliche Küchenutensilien und -features zeigt, die er im Laufe seines Design­erlebens geschaffen hat. Im Endeffekt geht es um ein gefühlvolles Er­leben mit einer Mischung aus Realität und Vorstellung. Kochen, Essen und Zusammensein gehören untrennbar zusammen.

Informationen
alfredo-haeberli.com
livingkitchen-cologne.de


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