340 Naturstein

Eine Platzgestaltung in zwei Akten

© Richard Watzke
© Richard Watzke

Waldviertler Granit spielt die im wahrsten Sinne des Wortes tragende Rolle bei der Neuinszenierung des Residenzplatzes. Im Sommer 2018 hat der prominenteste ­Salzburger Platz seinen ersten Auftritt mit ­Bravour bewältigt.

von: Richard Watzke

Der Residenzplatz inmitten der Salzburger Altstadt ist mehr als nur eine Touristenattraktion, denn er erschließt die Altstadt aus südlicher Richtung und erfüllt auch als Veranstaltungsort eine wichtige Rolle: Der Ruperti-Kirchtag, der Christkindlmarkt, aber auch der Fackeltanz vor Eröffnung der Salzburger Festspiele sind Fixpunkte im Salzburger Veranstaltungskalender.

Granit ersetzt Asphalt
Über Jahrzehnte prägten zwei Belagsarten den Residenzplatz: an der Langseite gegenüber der Domfassade sowie vor der Alten und Neuen Residenz Asphalt, zum Residenzbrunnen in der konkaven Platzmitte hin Schotter. Aufgrabungen für Unterhaltsarbeiten des Leitungsnetzes sowie die hohe Frequenz der Fiaker beanspruchten die asphaltierten Flächen im Laufe der Zeit stark. Bei der zweistufigen Neugestaltung des Platzes wurde im Sommer 2018 zunächst der Asphalt durch Plattenbeläge aus Herschenberger Granit ersetzt, einem mittel- bis grobkörnigen Granit aus der Nähe von Gmünd in Niederösterreich. Bei der Ausschreibung für das Belagsmaterial wurde regionalem Naturstein mit kurzen Transportdistanzen – und somit geringem ökologischen Fußabdruck – hohe Bedeutung beigemessen. Im Falle des Herschenberger Granits sind das gerade einmal 250 Kilometer von der Abbaustelle bis zur Baustelle in Salzburg.

Platzmitte mit Granitsplit
Um den rund 5.000 Quadratmeter großen Platz optisch von den kleinteilig gepflasterten, umliegenden Plätzen und Gassen abzuheben, wählten die Architekten Erich Wagner und Eduard Widmann großformatige Bodenplatten, die 60 Zentimeter breite Bahnen ergeben. Dadurch entsteht ein homogenes, aber dennoch aufgelockertes Gesamtbild; zudem ist der Belag bequem begehbar. Seine erste Bewährungsprobe bestand der neue Granitbelag während der Festspiele im Sommer 2018 souverän. Im Frühjahr 2019 folgt die zweite Bauphase, in der Granitsplitt anstelle des Schotters aufgebracht wird.

© Richard Watzke

Auftraggeber
Stadt Salzburg

Planung
Architektengemeinschaft Mag. Arch. Erich Wagner, 5023 Salzburg und DI Eduard Widmann, 1130 Wien

Ausführung Bauarbeiten
PORR Bau GmbH

Natursteinproduzent
Poschacher Natursteinwerke, 4222 Langenstein

Natursteine
Herschenberger Granit, mittel- bis grobkörniger Granit, grau bis grau-gelb, Gmünd, NÖ;
Formate abgestuft von 140 x 60 bis 40 x 60 cm, Plattenstärke 14 cm, Oberflächen gestrahlt.


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