337 Projekte
© David Schreyer
Die Farbgestaltung der ­Fassadenpaneele in acht verschiedenen ­Grautönen wurde aus einer aufgepixelten Bildvorlage entwickelt.
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Eight Shades of Grey

MED CAMPUS Graz, Modul 1 / Riegler Riewe Architekten

Am 13. Oktober 2017 fand die offizielle Eröffnung von Modul 1 des neuen Med Campus Graz statt. Das Projekt ist der zweite von drei Bauabschnitten für den Med Campus Graz, der von 2012 bis 2023 mit insgesamt ca. 96.000 Quadratmeter Bruttogeschoßfläche errichtet wird. Das Bauvorhaben ist in mehrere Module aufgeteilt: Das Zentrum für Wissens- und Technologietransfer in der Medizin (ZWT) mit Raum und Infrastruktur für universitäre Unternehmensgründungen und die Ansiedlung von Klein- und Mittelbetrieben aus den Fachbereichen Medizin und Biomedizin ist bereits seit 2013 in Betrieb. Im Erdgeschoß sind öffentlich zugängige Nutzungen wie Bank und Café untergebracht, während in den Obergeschoßen Mieteinheiten mit Büro-, Labor- und Seminarflächen Platz finden. Weiters die Hauptbaukörper – Modul 1 (HBK M1) und Hauptbaukörper – Modul 2 (HBK M2). Das Modul 2 wurde wiederum in Bauplatz Ost und Bauplatz West unterteilt. Die Bauarbeiten für Modul 2 sollen im Frühjahr 2019 beginnen und im Herbst 2022 abgeschlossen sein.

Auflösung des Baukörpers

© David Schreyer
Sonnenschutzelemente an den West- und Ost-Fassaden richten sich automatisch nach dem Sonnenstand.
© David Schreyer

Der Hauptbaukörper besteht aus den großflächigen Bereichen Untergeschoß, Erdgeschoß, 1. Obergeschoß und den sechs Einzeltrakten der Regelgeschoße vom zweiten bis sechsten Obergeschoß. Erd- und erstes Obergeschoß beherbergen die Lehre, also Hörsäle und Seminarräume für rund 1.200 Studierende der Med Uni Graz. Die Querverbindung der sechs Trakte sowie die Anbindung an das ZWT erfolgt geschoßweise mit offenen oder geschlossenen Verbindungsbrücken. Durch die Auflösung des Baukörpers in Einzeltrakte entsteht auf der Ebene des zweiten Obergeschoßes die „Campusebene“, die mit Realisierung des dritten Bauabschnittes an das Gelände des LKH angebunden wird. Hier werden Freiflächen und mehrere bis zu sechs Stockwerke hohe Baukörper für die einzelnen Institute mit Büros und Labors für rund 840 Mitarbeiter errichtet.

Funktional und städtebaulich gelungen
Vorausgegangen war dem Bauvorhaben ein im Juni 2010 abgeschlossener offener, zweistufiger, EU-weiter Realisierungswettbewerb. Aus 57 Projekten der ersten Stufe schafften es zehn in die zweite Runde. Die Jury unter dem Schweizer Architekten Daniele Marques, bis 2016 Professor an der Fakultät für Architektur der Universität Karlsruhe, kürte das Projekt von Riegler Riewe Architekten in erster Linie aufgrund seiner den funktionalen und städtebaulichen Anforderungen entsprechenden Lösungen zum Sieger. Die Jury hob die primäre Ausrichtung der länglichen Baukörper hervor, welche die Durchlüftungssituation des Quartiers berücksichtigt. Ebenso sah sie die Campus-Idee in einer durchgehenden großzügigen Innen-Außenraum-Ebene, als Flanier-, Begegnungs- und Naherholungsbereich erfüllt. Diese Ebene verbindet über Stege, Brücken und Plätze den bestehenden Campus mit dem neuen MED-Center über mehrere Stränge
und schafft städteräumlich eine Beziehung zu den benachbarten Quartieren. Auf der Stadtebene entlang dem Stiftingbach öffnet sich die Anlage für die Besucher.

Wärmegedämmte Pixel-Fassade

© David Schreyer
Im Erdgeschoß sind öffentlich zugängige Nutzungen wie Bank und Café untergebracht.
© David Schreyer

Die Beleuchtung des Gebäudes erfolgt mittels Tageslichtsteuerung. Die Fassade besteht aus einer Pfosten-Riegelkonstruktion im Raster von 115 Zentimeter, verkleidet mit  wärmegedämmten, beschichteten, farbigen Alublechpaneelen im stehenden Format. Vor den Fenstern sitzen an den West- und Ost-Fassaden Streckmetallelemente als Sonnenschutz bei gleichzeitig hoher Transparenz, die sich vertikal um 90 Grad drehen und automatisch dem Sonnenstand anpassen. Im 5. und 6. Obergeschoß, wo die Sonne in die Gebäudezwischenräume scheint, sind die Fensterelemente mit Sonnenschutzverglasung ausgeführt.
Das markante Erscheinungsbild des Gebäudes wird durch die Fassadenpaneele geprägt, die in acht verschiedenen ­Grautönen beschichtet sind. Die Farbgestaltung entwickelten die Architekten aus einer abstrakten Bildvorlage, die aufgepixelt wurde. Die Auflösung in einzelne Farbflächen lässt den Eindruck einer bewegten Fassade entstehen. Das bietet dem Auge Abwechslung und die Gebäude werden optisch gegliedert.

Projekt
MED CAMPUS Graz, Hauptbaukörper, Modul 1, Neue Stiftingtalstraße 6, 8010 Graz

Bauherr
Bundesimmobiliengesellschaft, Wien

Planung
Riegler Riewe Architekten ZT-GmbH, Graz
rieglerriewe.co.at

Projektleitung
Prof. Arch. DI Roger Riewe (Gesamtleitung), DI Manuela Müller (Gesamtkoordination, geschäftl. Projektleitung), DI. Steffen Schößler (techn. Projektleitung)

Statik
Peter Mandl ZT GmbH

Projektmanagement, Consulting
bitzan Beratung & Management GmbH, Graz
bitzan.at

Projektorganisation
Hitzler Ingenieure, München
hitzler-ingenieure.de

Projektdaten
Grundstücksfläche: 26.853 m²
Nutzfläche: 22.360 m² ­(inkl. Tiefgarage)
Bebaute Fläche: 7.279 m²
Umbauter Raum: 204.256 m²
Baukosten: € 105 Mio.
Kosten/m² BGF: € 2.305,– (excl. USt.)

Projektablauf
Wettbewerb  6/2010
Planungsbeginn 2/2011
Bauphase 8/2013 – 6/2017
Wettbewerbsdokumentation: ARCHITEKTURJOURNAL / WETTBEWERBE 291/292 


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Datum: 30. Mai 2018 bis 30. September 2018
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Datum: 03. September 2018
Ort: Tabakfabrik Linz, Peter-Behrens-Platz 11, 4020 Linz

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