337 Naturstein

Ehrlich mit sich selbst

© Agapecasa
Marmor war Angelo Mangiarottis liebstes Material. Die Sitzskulptur Clizia entwarf er 1990.
© Agapecasa

Es ist erstaunlich, wie viele Dinge in ein einziges Menschenleben hinein passen: Angelo Mangiarotti hat wirklich etwas daraus gemacht. Bis zu seinem letzten Atemzug.

von: Barbara Jahn

Angelo Mangiarotti ist eine der Leitfiguren des italienischen Designs des 20. Jahrhunderts. Fast möchte man sagen, er war ein Mies van der Rohe mit dem Geist eines Ingenieurs, ein freierer, kreativerer Prouvé, ein facettenreicherer und experimentellerer Nervi, und sogar ein Brancusi, der die technologischen Möglichkeiten seiner Zeit ausschöpfte. Denn es gelang ihm, seine Begabungen sowohl in der Architektur als auch im Design anzuwenden. Dabei blieb er stets ethischen Prinzipien und moralischen Werten treu. All das sind einzigartige Eigenschaften dieses „Maestros”, der es verstand, durch die brillante Verbindung von Ethik und Ästhetik „Glückseligkeit durch Korrektheit” zu erlangen. Darüber hinaus übte er eine umfangreiche Lehr­tätigkeit an italienischen und internationalen Universitäten aus, bei der er seine Visionen weitergeben und so Generationen von nachfolgenden Architekten und Designern beeinflussen konnte. Sein gestalterischer Ansatz war in der Über­zeugung begründet, dass Architektur eine praktische Disziplin sei und Industriedesign ein Ausdruck handwerklicher Kunst. Die einzelnen Materialien sollten respektiert werden und in einer ihnen angemessenen, ehrlichen Weise verwendet werden. Das vielleicht bekannteste von Mangiarotti überlieferte Zitat „Happiness comes from honesty“ bezieht sich zum einen auf diesen Ansatz, zum anderen fühlte Mangiarotti sich aber auch allgemeinen ethischen Maßstäben in besonderer Weise verpflichtet.

Ideen jeden Maßstabs
Angelo Mangiarotti war in vielen Gestaltungsbereichen aktiv: Er entwarf Schmuck, Tische und Einrichtungsgegenstände, Bürosysteme, Vasen, Leuchten, Tischaccessoires, Uhren, Häuser, Industrieanlagen und Stadtplanungsprojekte und schuf außerdem freie bildhauerische Arbeiten. Er war der Vertreter eines strengen Funktionalismus, ohne dabei jedoch Eleganz und Schönheit aus dem Blick zu verlieren.

Mangiarotti trieb sein gestalterisches Werk durch intelligente Studien über die Form bis an den Rand der Skulptur. Dabei nutzte er die avancierten Technologien seiner Zeit. Die Frucht dieser außerordentlichen Kreativität spiegelt sich unter anderem in seinen Entwürfen für Möbel in Naturstein, die heute von Agape Casa produziert werden. Bekannt als sehr engagierter, gebildeter und brillanter Gestalter, aber auch als Architekt, Planer, Designer und Bildhauer, respektierte Mangiarotti stets die Ideale der Moderne: Er setzte sich intensiv mit ihnen auseinander und vermochte es, diese in seinem experimentellen und überaus originellen Werk nicht nur anzuwenden, sondern auch durch kreative Arbeiten zu überwinden, indem er die Ökonomie der Mittel mit großer ästhetischer Qualität zu verbinden wusste. Diese theoretische Basis seiner Arbeit hat Mangiarotti in dem 1987 publizierten Buch „Nel nome dell’architettura“ („Im Namen der Architektur“) dargestellt. In ihm wird der Blick auf die spezifischen Charakteristika jedes Objekts gerichtet – im Sinne einer Gestaltung, die intuitiv von einem großen Publikum erkannt und akzeptiert wird.

Leben für drei Dimensionen
Mangiarotti fand große Anerkennung durch die Veröffentlichung diverser Bücher zu Design und Architektur – Bereiche, in denen er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. In seinen letzten Lebensjahren widmete sich Mangiarotti noch einmal intensiv der Bildhauerei, mit der er sich bereits in den 1980er Jahren intensiv beschäftigt hatte. Seine bildhauerische Kunst kann als eine Synthese aus seiner Philosophie und seinem Design beschrieben werden: Materie und Form, Design und seine Be­ziehung zu Mensch und Umgebung.


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