338 Interior Design

Barrierefreiheit mit Eleganz und Stil

© FSB
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Aufstehen, hinsetzen, länger stehen – das Leben kann eine große Herausforderung sein. Um Menschen mit Einschränkungen all das so komfortabel und gut es geht zu ermöglichen, legen sich die Designer mächtig ins Zeug.

von: Barbara Jahn

Sie wird wiederholt diskutiert und Lösungen werden herbeigesehnt: Die Pflege zuhause – ein Thema, das die so sehr nach ewiger Jugend hungernde Gesellschaft trotz aller Facelifts und Hyaluron-Unterspritzungen niemals mehr loswerden wird. Umso mehr sollte man sich dafür einsetzen, dass pflegebedürftige Menschen ihre Sehnsucht leben können, nämlich die, würdevoll zuhause ihr Dasein zu bewältigen.

Ohne Beigeschmack
In der Architektur schon seit vielen Jahren und Jahrzehnten fest verankert, im Wohnbau schon ein fixer Parameter, geht es jetzt auch darum, das Notwendige in der Einrichtung zu veranlassen – und zwar ohne Vorurteile, Animositäten und gerümpfte Nase. Schon lange muss man Barrierefreiheit nicht mehr verstecken: Die Industrie, vor allem die Badhersteller, haben ihre Hausaufgaben gemacht. Design ist kein Fremdwort mehr im Sanitärbereich, wenn es darum geht, einen annähernd praktikablen, normalen Hygienealltag bereitzustellen. In hohem Maße profitieren können auch die öffentlichen Pflegeeinrichtungen: Klappsitze, Haltegriffe und Co. waren noch nie so elegant in das Ensemble integriert wie heute.

Mittelpunkt Mensch

Eine intelligente, durchdachte Badplanung mit funktionalen Produkten in einem ansprechenden Design kommt jedem zugute, nicht nur bewegungseingeschränkten Menschen. Wichtig ist, dass man die unterschiedlichen Bedürfnisse der Badnutzer kennt und individuelle Lösungen anbietet. Zusätzlich birgt gerade das Bad ein sehr hohes Gefahrenpotenzial: Nässe, Dampf und glatte Oberflächen stellen gewisse Risiken dar, die es abzumildern gilt. Ein großer Vorteil ist sicher, wenn die Einrichtungen mobil sind. Etwa transportable Haltegriffe oder aber Griffe an allen erdenk­lichen wichtigen strategischen Stellen, um beeinträchtigten Menschen spontan Sicher­heit anzubieten in jenem Moment, der entscheidend ist. Sich selbst helfen zu können oder gesichert in einer Position bleiben zu können, bis Hilfe kommt, gibt grundsätzlich mehr Selbstvertrauen.

Platz da!
Genügend Raum ist bei diesem Thema der zentrale Knackpunkt. Nicht nur um Rollstuhl und Rollator gut manövrieren zu können, zählt jeder Millimeter mehr für ein gutes Handling und eine noch bessere Ausstattung. Angepasste Höhen sollten ohnehin eine Selbstverständlichkeit sein. Zu bedenken gilt es auch einen angepassten Aktionsradius für das Handling von Krücken oder Infusionsständer – an alle Eventualitäten muss gedacht werden.

Doch trotz aller willkommener Größe sollte natürlich alles in Griffweite sein, die Distanzen klein gehalten werden. Da macht es sich doch gut, wenn die Dusche boden­gleich mit dem Rollstuhl befahren werden kann beziehungsweise mit einem Klappsitz ausgestattet ist und das WC gleichzeitig für eine Reinigung des Intimbereichs genutzt und somit das klassische Bidet eingespart werden kann.

© Samo
Reduzierter Platzbedarf, große Bewegungs­freiheit und extreme An­passungsfähigkeit: Flex von Samo.

Flexibel und frei

Sehr gut machen sich mobile Container oder Behälter, auch das Klappen, Rollen und Kippen von Trolleys, Spiegeln, Türen und Halterungen. Für eine entsprechende Sicherung muss dabei gesorgt sein. Wenn rund um das Zentrum des Bades, das ganz klar der Waschtisch für tägliche Grund­bedürfnisse ist, alles gut funktioniert und nur einen Arm lang entfernt ist, könnte man das Bad schon fast als perfekt bezeichnen. Der Waschtisch selbst muss unbedingt in der Höhe anpassbar sein, danach richtet sich dann alles andere. Zur Orientierung können kräftige Farben helfen, die bestimmten Funktionen zugeordnet sind. Gestalterisch ist das durchaus ein Gewinn, um dem klinischen Weiß ein wenig Abwechslung angedeihen zu lassen.

Bestens gerüstet
Multifunktion ist auch hier das Zauberwort, die wahre Platzwunder erwirken kann. Intelligentes Design macht dann mal schnell aus einer Klobürste und dem Toiletten­papierhalter eine sichere Stütze zum Aufstehen. Haltegriffe werden auch elegant in Armaturen eingearbeitet, aber auch mit einem Augenzwinkern, etwa als Turner-­Ringe – ins Bad integriert. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Und Menschen, die wenig zu lachen haben, ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, ist dieser Aufwand, der eigentlich bei diesen Design gar keiner ist, unendlich viel wert.

© Artweger
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