369 Interior Design

Work im Flow

Alle Fotos: © Inter-pool / Christian Schütz
Zoniert und trotzdem offen: Das Office Loft zeichnet sich durch eine lebendige Mischung aus.
Alle Fotos: © Inter-pool / Christian Schütz

Gratwanderung Officedesign: Es ist das Hier und Jetzt, das über die Größe, die Tools und das Layout entscheidet. Was in Zukunft gebraucht wird, ist schwer einzuschätzen. Deshalb ist Flexibilität zurzeit der beste Freund aller Architekten und Unternehmenschefs.

von: Barbara Jahn

Wie schafft man es, in einer Zeit des Rückzugs Menschen zu motivieren, die Bequemlichkeit des Homeoffice und der Onlinemeetings zu verlassen und wieder gerne in den sozialen Kontext eines Büros zurückzukehren? Eine Frage, die sich der- zeit viele Arbeitgeber stellen. Dabei geht es gar nicht um die Kontrolle über die erbrachte Leistung, sondern vielmehr um das Gefühl der Gemeinschaft und die Chance, Ideen und Projekte als Team zu erschaffen, die über digitale Kanäle anders oder vielleicht sogar gar nicht funktionieren.

Gemeinsam stark

Dieses Teambuilding steht bei den Projekten von Inter­pool oben auf der Prioritätenliste. Jeder einzelnen Gestaltungsaufgabe geht eine breit angelegte Analyse des Unternehmens voraus, für das ein neues Arbeitsumfeld geschaffen werden soll. Ein wichtiger Punkt, der sehr zeitintensiv ist, aber wertvolle Informationen für alles Weitere bringt, wie Klaus Rösel, Architekt bei Inter­-pool, sagt: „Die Projekte der jüngeren Vergangenheit waren geprägt davon, nicht nur die berühmten drei Cs – „Spaces for Concentration, Co­Working and Contemplation“ – zu schaffen, sondern sogenannte „Re­Union­Spaces“, die derart gestaltet sein sollen, um Menschen wieder in einem Kontext zusammenzuführen, der so ähnlich funktioniert wie eine schöne Hotellobby, in der sich viele Settings mit­ einander verbinden, ja sogar vermischen.

Der Selbsttest

Bekanntlich geht ja Probieren über Studieren. Aus dieser Perspektive heraus hat Inter­pool im eigenen Office Loft verschiedenste Szenarien und Settings kreiert, die diesen neuen Ansprüchen, unter anderem größtmögliche Flexibilität in der Raumbespielung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu bieten, gerecht werden. „Das Einzige, was wirklich fix ist, ist, dass nichts mehr fix ist“, sagt Klaus Rösel, der seine Erfahrungen aus der Zeit der Pandemie mit den heutigen Anforderungen an Ressourcen­ optimierung zu verknüpfen versucht.

„Für unser eigenes Office hatten wir von Beginn an schon sehr konkrete Vorstellungen, die sich im Wesentlichen aus den Analysen zu unseren Projekten ergeben haben. Ein wichtiger Aspekt unserer Meinung nach war, dass ein Büro aus unterschiedlichen Bausteinen besteht, die man situativ miteinander kombinieren und anwenden kann.“ So entstanden auf etwa 300 Quadratmetern Fläche Zonen für Teamwork, Einzelarbeit, Videokonferenzen, Rückzugsbereiche, eine Lounge mit großzügiger Küche für soziales Beisammensein und eine Galerie für Kundengespräche und Workshops.

Activity Based Working

Eine besondere Rolle dabei, wie man zum besten Ergebnis kommt, spielen die ge­eigneten Räumlichkeiten. Das Inter­-pool Office Loft befindet sich in der ehemaligen Zweigstelle des Dorotheums, die von 2015 bis 2018 generalsaniert wurde, und beherbergt neben einem Restaurant 13 unterschiedliche Büroflächen und eine Dachterrasse – ein idealer Ort für Kreative und Start­ups. Geplant wurde die eigene Büro­fläche nach den Prinzipien des Activity Based Working (ABW), ausgestattet mit zwölf Arbeitsplätzen im offenen Bereich angesiedelt, die allesamt zugewiesen sind und jeweils durch akustisch wirksame Paneele vom Nachbarn getrennt.

In das Zentrum des ehemaligen Auktionssaals des Dorotheums hat Inter­-pool zwei Räume positioniert. Diese als Raum-­in­Raum­ Lösung geplanten Boxen zonieren den großen Raum und sind die ideale Arbeits­ umgebung für Telefonate und Besprechungen. „Ohne sich zu sehr festzulegen, ist es im Open Space, der ja auch einer bleiben soll, wichtig, Zonen zu definieren. Das gelingt oft einfach nur durch die Anordnung und Art der Möblierung. Wir nutzen unser Loft auch als Schauraum und Work Lab, um zu zeigen, was möglich ist“, erzählt Klaus Rösel.

Offen für Neues

Dass Bedürfnisse trotz gleicher oder ähnli- cher Ansprüche und Ziele voneinander abweichen, zeigt das Konzept für die Semperit Holding, die sich in einem sehr mutigen Schritt von einer klassischen Zellen­ bürostruktur aus den 1990er­-Jahren zur neuen Open­Space­Lösung entschieden hat. Der Auftraggeber wünschte sich eine ausgewogene Mischung aus Offenheit und Geschlossenheit, kombiniert mit den neuesten Standards des New Work.

„Bei diesem Projekt entsprach das fast einem hundertprozentigen Paradigmenwechsel. Unsere Aufgabe war es, herauszufinden, welches Tool wie oft und in welcher Form eingesetzt werden sollte“, erinnert sich Klaus Rösel. Allein die neue Raumaufteilung brachte frische Dynamik ins Unternehmen: Freeseating, Desksharing und Clean Desk Policy, die man zuvor nur vom Hörensagen kannte, veränderten Arbeitsabläufe und Kommunikation. Ein Highlight ist der einladende Loungebereich, der sowohl geografisch als auch sozial den Mittelpunkt markiert. Hier kann gemeinsam gekocht werden oder sich zum Kaffee getroffen werden.

Eine zweite Lounge bietet Platz für informelle Meetings, Pausen und Gespräche. Eine weitere Besonderheit sind die sogenannten „Confi­Boxen“ für vertrauliche Telefonate und Treffen, die als fixe Räume in den Open Space integriert wurden. „Zwar ist man damit nicht mehr so flexibel, weil diese mit Systemwänden fix verbaut sind, es macht aber durchaus Sinn, wenn es um sensible Informationen geht – sie geben ein gutes Gefühl“, meint Klaus Rösel. Mehr Flexibilität bietet wiederum der mit modularen Möbeln eingerichtete Projektraum sowie auch die Temp­Spaces, die mögliche Überbelegungen abfedern können.


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