Haus und Wohnen 2020 Haus + Wohnen

Wasserwonnen

© Laufen
Die patentierte Saphirkeramik erlaubt das Kunststück zarter Ränder.
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Neu machen oder adaptieren? Das Badezimmer wird nicht allzu oft einem Facelift unterzogen, ist der Aufwand doch etwas höher. Aber keine Angst: Es gibt ebenso viele Lösungen wie Ideen.

von: Barbara Jahn

Es gibt wenige Orte auf dieser Welt, wo man so schön in Ruhe mit sich allein sein und sich entspannen kann. Denn im Badezimmer gibt es nicht einmal einen Wecker. Zeit also, dem oft unterbewerteten Aufenthalt im Reich der Fliesen und Keramik mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Oft sind es nicht einmal zehn Quadratmeter, die dafür zur Verfügung stehen – in Anbetracht zunehmender urbaner Platznot werden es auch in Zukunft sehr wahrscheinlich nicht viel mehr werden. Die Kunst, mit wenig Platz dennoch ein Traumbad zu schaffen, ist also sehr gefragt. Spiegel des eigenen Ich Im Bad ist man nicht nur alleine, es ist auch ein Ort, der die Persönlichkeit unterstreicht. Nicht nur beim täglichen „Von der Raupe in einen Schmetterling“-Verwandeln. Ein optisch ansprechendes Bad lässt ganz anders in den Tag starten, deshalb sollte man sich vielleicht von einer gewissen Trägheit nicht verführen lassen, ein bisschen etwas zu investieren. Meist sind schon einfache Maßnahmen wie das Überkleben von Fliesen oder ein neues Beleuchtungskonzept genug, um frischen Wind reinzubringen. Wer aber von „halben“ Sachen nichts hält, macht gleich alles neu. Dafür gibt es jede Menge Trends und Tipps, die die Ideen nur so sprießen lassen.

 

Träume wahr werden lassen
Zunächst sollte man sich einmal für einen Grundstil entscheiden – klassisch, modern, industrial oder nostalgisch? Ist man sich darüber im Klaren, kann es richtig losgehen, denn eines ist wohl klar: Wohnlich muss das neue Bad am Ende des Tages in jedem Fall sein. Das bedeutet, dass nicht nur ein reiner Funktionsraum entsteht, sondern mit einer Reihe von Akzente ein Ort geschaffen wird, der das Wohlbefinden ausstrahlt. Das bedeutet jedoch nicht, dass man wahnsinnig viel Deko einsetzen muss. Oft befindet sich das Badezimmer in direkter Nähe des Schlafzimmers. Ein guter Grund, die beiden stilistisch miteinander verschmelzen zu lassen. Aber auch eine frei stehende Badewanne spricht schon eine Einladung aus, sich hier niederzulassen und die Welt da draußen einmal richtig zu vergessen. Wer jetzt denkt, dass man dafür wieder viel Platz braucht, dem sei gesagt, dass es auch kompakte Modelle gibt, die zum Beispiel charmant in die Ecke passen. Die Kleinen brauchen auch nicht so viel Wasser und sind daher ohnehin aus ökologischer Sicht den Großen vorzuziehen. Wahre Größe zeigen kann man hingegen bei den Fliesen, die mit XXL-Formaten derzeit voll im Trend liegen. Nicht nur, dass das Erscheinungsbild viel großzügiger ist und über die Kleinheit eines Badezimmers elegant drüberschummeln lässt, so ist es doch auch ein nicht zu vernachlässigender Faktor für leichteres Pflegen und damit mehr Hygiene.

Platzmeister
Platz ist auch ein Thema bei Gästebädern, wo es gilt, auf kleinstem Raum viel unterzubringen. Nicht nur hier, aber vor allem in diesem Kontext offenbart sich das immer beliebter werdende Dusch-WC als ideale Lösung. Das All-in-one-Möbel ersetzt das Bidet und ist heute schon fast State of the Art. Gerade bei dieser relativ neuen Gattung spürt man auch den Fortschritt in Richtung Smart Home: Individuell über App oder mit Fernbedienung konfigurierbar können Features wie Duschstrahlwinkel, Strahlart, Sitzheizung und einiges mehr eingestellt werden. Mit Sensoren wird sogar erkannt, wer sich dem Dusch-WC nähert. Fast schon selbstredend ist dabei auch die Rimless-Ausführung, ein randloses WC, das an Sauberkeit eigentlich nicht mehr zu toppen ist. Ob man das wirklich nur den Gästen überlässt? Eher unwahrscheinlich. Und apropos schlank und rahmenlos: Das schwindende Platzangebot ruft auch immer stärker schlanke Silhouetten und schmale Ränder auf den Plan, die mittels innovativster Herstellungstechniken produziert werden können.

Auf jeden Fall natürlich
Dafür wächst der Anteil an Aufsatzwaschbecken in Kombination mit Unterbaumöbeln, die oft aus optisch wohnlichem Holz gemacht sind, aber auch aus attraktivem Naturstein. So gewinnt man wertvollen Stauraum, und die Szenerie wirkt insgesamt viel aufgeräumter. Holz und Stein waren lange Zeit ein Fragezeichen im Bad, sind jedoch heute bereits gang und gäbe, wenngleich sie das Feinsteinzeug nicht verdrängen werden. Doch die Fliesen haben noch von einer anderen Seite Konkurrenz bekommen: Die Vlies-Tapete hält Einzug in den Nassraum, auf Herz und Nieren getestet in Sachen Haltbarkeit und Schimmelbildung. Damit wird das Bad erneut ein bisschen mehr zum Wohnraum.

Gerüstet sein
Ein wichtiger Aspekt ist auch die Barrierefreiheit, die im individuellen Fall gewährleistet sein muss. Unter Berücksichtigung der Rollstuhlbreite kann schon mit kleinen Eingriffen das Bad dafür fit gemacht werden, etwa mit einem Waschbecken in niedriger Höhe, einer bodengleichen Dusche und Haltegriffen, wo sie benötigt werden. Viele wunderbare Designs gehen einen gestalterischen Weg jenseits der klassischen Spitals- und Pflegeheim-Anmutung. Was einem Badezimmer noch den letzten Schliff geben könnte, sind ein paar Pflanzen, die Temperaturschwankungen gut verdauen, mit wenig Licht auskommen und es gerne dampfig mögen.

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