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Von Einbauten befreit

Alle Fotos © Robert Rieger
Alle Fotos © Robert Rieger

Volkshaus Basel Hotel, Basel / Herzog & de Meuron

Das Volkshaus Basel, eine Bier- und Konzerthalle aus dem Jahr 1874, entwickelte sich im Lauf des 20. Jahrhunderts zu einem zentralen Treffpunkt für politische, soziale und kulturelle Aktivitäten. 1925 wurde das Volkshaus neu errichtet, in den Siebzigerjahren vollständig renoviert. Seit 2011 ist das Schweizer Architektenteam Jacques Herzog und Pierre de Meuron mit dessen Umplanungen beschäftigt. Ihr Ziel ist es, das Gebäude in seiner gesamten Vielschichtigkeit und Komplexität zu erhalten, basierend auf der originalen Architektur von 1925 und geprägt von der eigenen Geschichte.
Ende 2020 schließlich wurde der Kopfbau – von der Büronutzung befreit – als Hotel mit 45 Zimmern eröffnet. Nun sind die Räume von den Einbauten und Verkleidungen der Siebzigerjahre befreit. Im Erdgeschoß befindet sich gespiegelt zur Bar die neue Hotellobby, mit zu dieser inversem Farbkonzept. Der Mosaikboden ist schwarzgrün, die Wände oberhalb der Täfelung und die Decke sind weiß gehalten. Die Hotel­zimmer betritt man durch eine tiefe Schrankwand hindurch. Diese ist nicht nur Garderobe und Stauraum für das Zimmer, sondern beherbergt auch die Toilette und die Dusche. Beide Räume sind vollständig in den über die gesamte Zimmerbreite reichenden Schrank aus schwarz gebeiztem Eichenholz integriert. Die mit schwarzen und dunkelgrün glasierten Keramikfliesen verlegte Dusche drückt sich als Wandvorsprung nach außen in den Hotelgang und gibt diesem eine rhythmisierende Struktur. Ovale Fenster, analog zu den ovalen Fenster­elementen der Brasserie und Bar, ermöglichen den Ein- und Ausblick aus Dusche und WC. Die Dusche ist in den meisten Zimmern so platziert, dass auch ein Blick quer durchs Zimmer und damit aus dem Fenster möglich ist. Der Rest des Zimmers ist offen. Einzig eine mittig angeordnete, mit schwarzem Glas verkleidete Schachtwand fungiert als Raumteiler und formt gleichzeitig die Rückwand für den frei im Raum stehenden Waschtisch.
Die Zimmerfenster wurden aufwendig restauriert und so original wie möglich belassen. Die Wände sind mit auf Tapeten übertragenen Radierungen aus dem 17. Jahr­hundert tapeziert und schlagen damit die Brücke zu den Anfängen des Volks­hauses. Zusammen mit den Vorhängen an Fenster und Raumteiler entsteht so ein „textiler“ Schlafraum. Der Boden ist, in Anlehnung an die auch sonst im Haus verwendeten und sehr vielseitigen Terrazzoböden, ein dunkler Terrazzo. Neben einem einfachen Tisch mit dem für die Bar und Brasserie konzipierten Volkshausstuhl befindet sich in jedem Zimmer noch ein von den Architekten entwickelter Lounge Chair mit dazugehörigem Sofa. 

Projekt
Volkshaus Basel Hotel, Rebgasse 12, Basel (CH)

Bauherr
Volkshaus Immobilien AG, Basel

Architektur
Herzog & de Meuron, Basel, herzogdemeuron.com
Projektteam: Yasmin Kherad, Hendrik Steinigeweg, Kathleen Dolphin

Statik
Ulaga Weiss AG, Basel, ulagaweiss.ch

Bauphysik/Akustik
Ehrsam Beurret Partner AG, Pratteln

Projektdaten
Grundstücksfläche: 2645 m²
Nutzfläche: 1800 m²
Geschoße: 5

Projektablauf
Planungsbeginn 05/2018
Baubeginn 01/2020
Fertigstellung 10/2020

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