357 Immobilien

Virtuelle Vermarktung

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So kann man sich das Wohnen im Penthouse im Marina Tower schon einmal vorstellen.
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Nicht alle können sich den ungebauten Wohnraum vorstellen wie die Profis. Hier leisten digitale Tools neuerdings auf breiter Basis Entwicklungsarbeit.

von: Peter Matzanetz

Bei der „Raiffeisen Wohnbau“ unterstützt seit dem Corona-Jahr 2020 ein Tool namens Wohnbaunavigator den Vertrieb von Einzelwohnungen bei Projekten. Anordnung, Ausrichtung und Einbettung der Wohnung würde sich im 3D-Modell er­kunden lassen. Außerdem ließe sich über Filterfunktionen der Vertrieb der noch freien Objekte voll unterstützen. „Es kontaktieren uns viel öfter nur noch jene persönlich, die bereits ausführlich im Internet selektiert haben und ein echtes Interesse bekunden“, gibt Gerhild Bensch-König als Mitglied der Geschäftsführung Auskunft zum Mehrwert. Dem Einsatz beim Projekt Paradisgasse sollen demnächst weitere folgen. Das Feed­back auf Kundenseite sei eindeutig positiv und die Verweildauer auf der Webseite wäre deutlich erhöht worden.

Virtuell Wohnen
Mit virtuellen Vermarktungsformaten für große und mittelgroße Bauprojekte hat sich in Österreich Squarebytes einen Namen gemacht. Damit die Zielgruppenansprache auch sicher passt, bietet das Start-up auch eine „Stilauswahl für virtuelle Einrichtung“. Marketingleute können sich die Einrichtungsgegenstände fürs Ren­dering aussuchen, je nachdem ob es beim Projekt beispielsweise konservativ oder modern zugeht. Zuletzt hat man einen Touchscreen-Tisch für die Navigation im und ums Großprojekt präsentiert. „Wohnfeeling“ könnte laut den Gründern bald auch holistisch erlebbar werden. Eine Technologie zur Plandigitalisierung, die bereits verfügbar ist, kommt von „Vloor“. Das Start-up führt Bestandspläne zu Vermarktungszwecken automatisiert mit oder ohne Einrichtung in 2D- oder 3D-Darstellungen über. Propster, ein anderes heimisches Start-up, hat mit einer Art personalisierter, virtueller Konfiguration ein erfolgreiches Geschäftsmodell gefunden. Man will außerdem eine Plattform zur Kommunikation mit Wohnungskäufern bieten. Für Bauträger, aber auch Generalunternehmer wird der Bemusterungs-, Beschaffungs- und Übergabeprozess dann serviceorientiert gesteuert. 10.000 Wohn- oder Büroeinheiten wurden bereits abgewickelt und nun wird international expandiert. Ein Mitbewerber namens Porter ermöglicht laut Eigendefinition mit seiner Software eine BIM-taugliche Grundrisserkennung sowie auch den digitalisierten Bemusterungsprozess. Das Geschäftsmodell schließt Produkthersteller mit ein, welche damit praxisnah vertreiben.

Virtuelle Immo-Messe
Die virtuelle Immobilienmesse ist ein interaktives Format, welches bei der „Erste Wohnmesse“ heuer zum zweiten Mal eingesetzt wurde. Virtuelle Stände sind dabei mit Angeboten hinterlegt worden. Durch Klicken konnte man Infos und Vorträge abrufen oder auch den nächsten Stand besuchen. Angebote wurden bei Interesse direkt eingespielt. In Kombination mit Social Media und Newslettern ist von einer DSGVO-­konformen, teilindividualisierten Angebotslegung die Rede. „Die Zukunft sehe ich in hybriden Events, die sowohl real wie auch digital stattfinden“, sagt Sebasti­an Berloffa vom Wohnmesse-­Umsetzungspartner Enteco. Er sieht eine weitere Bespielung des Formats als sehr wahrscheinlich an.

Virtuelles Verkaufsbüro
Beim Immo-Marketingunternehmen Cordes verweist man auf ein permanent betreibbares virtuelles Projektbüro. „Wir haben den virtuellen Showroom entwickelt, der auch Termine per Videokonferenz ermöglicht“, sagt Geschäftsführer Stanislav Hana. Der Aufwand von virtuellen Präsentationen wäre damit von dauerhaftem Nutzen. Virtuelle Messeformate könnten da grundsätzlich andocken, was von großen Projektentwicklern aber erst noch durchgesetzt werden müsse. Entwickelt wurde das Produkt für den Bauträger SÜBA, der sich damit gewissermaßen den Container für Kaufinteressenten vor Ort erspart. Versuche mit VR-Brille hätten ergeben, dass die Visualisierung in jener Phase zu spät kommt. Projektseiten mit Visualisierungen könnten bei entsprechender Werbung aber viel leisten.

Virtuelle Stadt
Planungs- und Bauentscheidungen in der Verwaltung oder gegenüber der Öffentlichkeit zu untermauern ist ein weiterer Aspekt für den Einsatz virtueller Darstellungen. Hier in der Stadtplanung proaktiv etwas aufzubieten ist ein Ansatz, der immer beliebter wird. Der Einsatz von Tools, die Raumdaten verwenden, wird international betrachtet häufiger. Mit VU.city zum Beispiel werden 3D-Stadtmodelle interaktiv visualisiert und auch mit Planinhalten überlagert. Ähnliches passiert auch über Preiskarten für Regionen, womit ein Ablesen konkreter Preisschätzungen in einer 3D-­animierten Karte auf Adressbasis und per Klick aufs Haus möglich ist.

Virtueller Standort
Standorte für Kaufwohnungen im Scoringverfahren abzuklären, ermöglicht ein Onlinetool namens LageGold.com. Angezeigt wird, wie zentral ein Standort ist und wie sehr eine Zielgruppe, zum Beispiel Junge, hier richtig verortet sind. Das Tool, welches mithilfe des Instituts für Stadt- und Regionalforschung an der TU Wien entwickelt wurde, soll nach dem Start in Wien heuer auch noch in anderen Städten in Österreich bereitgestellt werden. Ein TU-Projekt im öffentlichen Raum ist das mobile „Futurelab“. Dieses poppt seit geraumer Zeit in Stadtentwicklungsgebieten auf und projiziert den Stadtraumwandel gewissermaßen von der Zukunft in die Gegenwart. Als Folge der Pandemie wird laut Futurelab-­Magazin der Durchbruch für die Smart City als „City as a Service“ erwartet. Damit verbunden wäre ein Umdenken, weg von fix verorteter und beschränkt zugänglicher Infrastruktur hin zur jederzeit und überall verfügbaren. Die ganze Stadt würde sich per Plattformökonomie langfristig zu einer Art „Mixed Reality“ weiterentwickeln. 

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