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Transparent, kompakt und schlank

© Manfred Seidl
Ostfassade
© Manfred Seidl

Haus der Wiener Wirtschaft // Architekten Soyka/Silber/Soyka

Insgesamt wurden für den neuen Austria Campus fünf Baufelder unter Leitung der Bank Austria entwickelt und verwertet.

Unter dem Juryvorsitz von Boris Podrecca, dem Gewinner des städtebaulichen Wettbewerbs für die neue Unternehmens­zentrale der Bank Austria, wurde ein Realisierungswettbewerb für das Kopfbauwerk als „Tor zum Nordbahnhof“ durchgeführt. Zur Vorgeschichte: Mit der Stadt Wien wurde seinerzeit – nach der Durchführung eines städtebaulichen Wettbewerbs im Jahr 2011 für alle fünf Baufelder (siehe Ausgabe 302) – ein gesonderter Realisierungswettbewerb für das Kopfbauwerk auf einem dieser Baufelder vereinbart. Als Wett­bewerbsieger gingen Soyka/Silber/Soyka Architekten hervor. Sie legten der Jury ein gesamtheitlich stimmig konzipiertes Projekt vor, das die städtebauliche Situation berücksichtigt und ins Gesamtkonzept des Austria Campus als ökologisch nachhaltiger und innovativer Unternehmensstandort passt.

Das zehngeschoßige 35 Meter hohe Gebäu­de steht im städtebaulichen Kontext zum Bank Austria Campus: Dessen sanft geknickte mäandierende Baukörper finden im Haus der Wirtschaft eine formale Fortsetzung. Das Grundstück grenzt im Westen an ein Bahngleis, im Osten liegt es parallel zum wuchtigen ehemaligen IBM-Gebäude und ist von dessen Straßenfront um fast 40 Meter zurückversetzt. Im Süden nutzt das neue Gebäude die gesamte Bauplatzbreite und erzielt so eine markante Schaufläche in der Blickrichtung vom Praterstern. Das wesentliche Element der Sockelzone ist die Torfunktion und Durchlässigkeit zum angrenzenden Bank Austria Campus.

Die der Walcherstraße zugewandte Seite ist durch eine Arkade vor Wind und Wetter geschützt, die den Bahntrassen zugewandte Seite erweitert sich nischenartig zu kleinen Plätzen. Die Eingangslobby wird für die Allgemeinheit zu einer offenen „inneren Straße“, die der Erweiterung des öffentlichen Raums und als zentrales „Meet and Communication Area“ für die Nutzer dient.

Ein mit Alupaneelen verkleideter Jalousie­kasten teilt das Fensterband in das eigentliche untere Belichtungsfenster und einen schmäleren oberen Streifen mit integrierter Lichtumlenklamelle. Die Mittelzone der Südfassade ist geprägt durch drei jeweils zweigeschoßige Loggien. Diese Pausen- und Kommunikationsbereiche sind Aussichtsfenster der Mitarbeiter zur belebten Vorplatzsituation. Von außen betrachtet sind sie „Auslage“ des Nutzers.

Geschwungen und bewegt
Zwei zentrale Kernbereiche mit insgesamt sechs Liften versorgen die bis zu 265 Personen pro Ebene. Die gewählten Trakttiefen ermöglichen jedes Bürolayout von Großraumbüro, Gruppenbüro, Businessclub, Kombibüro bis hin zum Einzelbüro. Der Baukörper nimmt das Thema der geknickten Fassaden aus dem Masterplan auf und dynamisiert es durch die geschwungene Linienführung. Das Gebäude fügt sich mit einer bewegten Geometrie flüssig in die Umgebung ein und erzeugt im Wechselspiel mit seiner benachbarten Bebauung einen differenzierten und lebendigen Stadtraum. Die Fassade des Gebäudes wickelt sich als durchgehendes Band um das Volumen und artikuliert sich je nach Rahmenbedingungen unterschiedlich. Die innere Organisation um die zentralen Atrien zeichnet sich nach außen ab und resultiert in einer dynamischen Verkippung und Aufweitung des Baukörpers. Die Innenhöfe geben den Mieteinheiten bzw. Büroabschnitten eine eigene Charakteristik und Identität. Der Platz wird als offenes Bewegungsfeld mit Zonen von Aufenthaltsqualitäten verstanden, das durch den Wechsel des Bodenbelags „Schollen“ ausbildet und damit auf das Thema der Terrassierung im Gesamtareal referenziert.

Projekt
Haus der Wiener Wirtschaft, Straße der Wiener Wirtschaft 1, 1020 Wien

Bauherr
SIGNA Real Estate Management GmbH , Freyung 3, Palais Harrach, 1010 Wien

Generalplanung
Architekten Soyka/Silber/Soyka, Wien, architekt.at

Statik
Triax Ziviltechniker GmbH, Wien

Projektdaten
Grundstücksfläche: 3295 m2
Bebaute Fläche: 2330 m2
Nutzfläche: 16.700 m2
Bruttogeschoßfläche: 25.100 m2

Projektablauf
Wettbewerb 2013
Planungsbeginn 2014
Baubeginn 2015
Fertigstellung 2019

Wettbewerbsdokumentation
ARCHITEKTURJOURNAL / WETTBEWERBE 4/2013 (310)

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