342 Naturstein

Stein vermittelt Identität

© Richard Watzke
Baustoff mit regionaler Tradition: massive Theke im Restaurant Henrici, Eisenstadt
© Richard Watzke

Bei Sanierungen und Neubauten punktet St. Margarethener Kalk­sandstein mehrfach: Durch die Verwendung des regionalen Natursteins fallen kurze Transportwege an und das traditionelle Baumaterial fügt sich harmonisch in den umliegenden Baubestand ein.

von: Richard Watzke

Eine Kulturlandschaft oder eine Gemeinde werden durch unterschiedliche Faktoren geprägt. Neben der Topografie und der Vegetation sind es vor allem die verwendeten Baumaterialien, die die Wahrnehmung der vom Menschen gestalteten Umwelt beeinflussen. Als traditioneller Baustoff für Wege, Mauern, Bodenbeläge sowie Fenster- und Türgewände hat Naturstein daran einen wesentlichen Anteil. Wegen seines hohen spezifischen Gewichts bauten frühere Generationen aus gutem Grund bevorzugt mit den Steinen, die in der näheren Umgebung zur Verfügung standen. Der Transportaufwand war gering und die Baumeister und Handwerker wussten, wie man die Steine materialgerecht dimensioniert und bearbeitet. Bekanntes Beispiel dafür ist die Römersiedlung Carnuntum, deren Werksteine aus dem St. Margarethener Römersteinbruch gewonnen wurden. Als Originalmaterial für die Denkmalpflege besitzt St. Margarethener Kalksandstein noch heute einen hohen Stellenwert beim Erhalt von Kulturdenkmalen wie dem Stephansdom oder zahlreichen Bauten der Wiener Ringstraße. Das vielseitige und leicht zu bearbeitende Sedimentgestein mit seinem mediterranen Charakter und den charakteristischen Fossilien wird aber auch für Neubauprojekte im Burgenland, in Niederösterreich und in Wien gerne eingesetzt. Deutlich zeigt sich diese Bautradition an zwei Bauvorhaben im Burgenland: Im Zuge der Modernisierung und barrierefreien Umgestaltung des Gemeinde­amtes von St. Margarethen erhielt das Gebäude in südöstlicher Richtung einen eingeschoßigen Zubau. Der Kubus ruht auf einem vorgehängten und hinterlüfteten Sockel aus St. Margarethener Kalksandstein, wodurch sich der Neubau harmonisch in die Umgebung einfügt. Dieser Effekt zeigt sich auch beim Restaurant Henrici in Eisenstadt: Das vom früh­klassizistischen Architekten Johann Henrici entworfene, ehemalige fürstliche Stall- und Hauptwachgebäude gegenüber Schloss Esterházy beherbergt ein Restaurant mit gehobener regionaler Küche. Bei der Erneuerung des überdachten Gastbereichs wurden die Bodenplatten passend zum Erscheinungsbild des bestehenden Bodens dimensioniert. Die neuen Partien fügen sich so nahtlos ins historische ­Ensemble ein.

Projekte
Restaurant Henrici, Eisenstadt, und Gemeindeamt St. Margarethen/Bgld.

Natursteinarbeiten
Gustav Hummel GmbH & Co KG, 2452 Mannersdorf
hummel-stein.at

Naturstein
St. Margarethener Kalksandstein

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Alle Fotos: © Richard Watzke

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