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Stadtgut Architekten - Nikolaus Westhausser

Nikolaus Westhausser. Foto: Valerie W. Aschauer

Pro Architekturwettbewerb werden von den Teilnehmern je nach Umfang der Aufgabenstellung und Größe des Teilnehmerfeldes zwischen 10.000 und 40.000 Stunden aufgewendet, um ein abgabereifes und im besten Fall ein preiswürdiges Projekt zu erstellen. Wir als „Kleinbüro“ mit einer Besetzung von zwei bis vier Personen haben seit 2001 ca. 15.000 Wettbewerbsstunden aufgewendet, das waren etwa 40 Wettbewerbe, 95 Prozent davon offene Wettbewerbe. D ie Erfolgsquote: 1 Wettbewerbsgewinn und 1 zweiter Platz. Der gewonneneWettbewerb wurde trotz Realisierungsabsicht in der Auslobung eines öffentlichen Auftraggebers nicht gebaut. Einem enorm hohen wirtschaftlichen Risiko steht also eine vergleichsweise geringe Chance auf einen Auftrag durch Gewinn eines Wettbewerbs gegenüber. Warum tun sich Architekten das an, warum tun wir uns das an? Der Glaube daran, dass es notwendig ist, aus einer möglichst großen Anzahl von Entwurfsansätzen das beste Projekt zu finden, gerade in Zeiten immer komplexer werdender Planungsanforderungen, bezogen auf verschiedenste Parameter wie Energie, Soziologie, Lebenszykluskosten von Gebäuden, etc., neben den „tradierten“ Architekturparametern Städtebau, Form, Funktion, Konstruktion, ist die treibende Kraft sich dem (ausbeuterischen) System Architekturwettbewerb zu unterwerfen. Natürlich gibt es vielfältige weitere, nicht so idealistische Beweggründe für eine Teilnahme an Wettbewerben, allen voran die Hoffnung den Wettbewerb zu gewinnen und zu einem Auftrag zu kommen oder fachliche Anerkennung zu erlangen, aber auch den Wettbewerb als eine Form der Forschung und Fortbildung zu sehen. Keinen Anreiz bietet das Preisgeld, das im Normalfall die Kosten nicht decken kann. Junge oder nicht etablierte Architekturbüros haben im Regelfall nur die Möglichkeit in offenen Wettbewerben teilzunehmen, der Mutter aller Architekturwettbewerbe.

Eine Teilnahme an Wettbewerben erfolgt im Vertrauen auf ein faires Verfahren, in dem von den übrigen Akteuren (Auslober, Organisation, Vorprüfung und Jury) erwartet wird, dass eine Reihe von Grundsätzen, die unserer Meinung nach in der WSA 2010 sehr gut dokumentiert sind und von jedem Auslober selbstverständlich umgesetzt werden sollten, eingehalten wird. Dass dem leider nicht so ist, zeigen eine Anzahl von Verfahren in den letzten Jahren – nachzulesen unter anderem auf www.planlos2011.at (initiiert von der IGA). Und seitdem sich Österreichs größte Auslober nicht einmal an Entscheidungen des Bundesvergabesenats halten (dem einzigen Rechtsmittel für uns Architekten), haben wir den Glauben an die Aufrichtigkeit der Auslober verloren. Sie erachten das Instrument Wettbewerb anscheinend all zuoft nur als notwendiges Übel und nicht als Möglichkeit eine höhere Planungsqualität zu erzielen.

 


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