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Sichtbeton statt Holz

© AllesWirdGut/tschinkersten fotografie tschinkersten.com
Das Klubhaus tritt mit seinen gestapelten Geschoßplatten und den Materialien Sichtbeton und Glas prägnant in Erscheinung.
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Freizeit- und Sportzentrum Fließ (T) / AllesWirdGut

2017 erfolgte im Gemeinderat des Tiroler Ortes Fließ der Beschluss für einen Neubau einer Sportanlage auf einer 25.000 Quadratmeter großen Freilandfläche östlich der Freibadanlage. Die Gemeinde beschloss, einen Wettbewerb mit allen in Fließ geborenen oder wohnenden Architekten durchzuführen. Geladen waren schlussendlich zehn Architekturbüros, von denen neun in Tirol und eines in Wien tätig ist – Letzteres, AllesWirdGut (AWG), konnte im Mai 2018 den Wettbewerb gewinnen.
Die Sport- und Freizeitanlage Kalvari besteht aus einem Klubhaus für den Fußballverein sowie Turnier- und Trainingsplätzen mit Zuschauertribünen, Schwimmbad-, Leichtathletik- sowie Tennis- und Trendsportanlagen. Leitmotiv des Entwurfs von AWG waren präzise geschnittene, horizontal geschichtete Ebenen, die über und an die Hangkanten gesetzt und entlang der Höhenschichtenlinien in den Landschaftsraum eingebettet sind. Diese klare bauliche Geste, der behutsame Umgang mit dem Landschaftsraum und die ökonomische Anordnung der Funktionsflächen brachten den Architekten den Gewinn des Projekts. Das Klubhaus schließt die südöstliche Ecke des Grundstücks und die Sportanlage ab und öffnet sich mit auskragender Laufbahn und einem nach allen Seiten verglasten, offenen Geschoß zur Landschaft. Umlaufend sind Balkon- und Aussichts­terrassen vorgelagert.
Das Klubhaus tritt mit seinen gestapelten Geschoßplatten und den Materialien Sichtbeton und Glas, Stahl und Holz prägnant in Erscheinung. Ein Flugdach entlang des Fußballplatzes bildet die Tribüne. Das weit auskragende Dach, das ursprünglich als Holzleimbinderkonstruktion geplant war, wurde, ebenso wie die Primärkonstruktion, die Stützmauern und die Laufbahn, in Sichtbeton ausgeführt. Diese Entscheidung hatte nicht nur eine ästhetische Komponente, sondern auch ökonomische Gründe. Für die Gemeinden war die finanzielle Bewältigung des Neubaus nur durch große Eigenleistungen der Vereine möglich. Alle verfügbaren Gewerke und Handwerker der Gemeinde waren in das Projekt eingebunden und Betonieren war den vielen freiwilligen Arbeitern geläufiger als der Holzbau.  
Der Sockel des Klubhauses und die Adaptierungen des Schwimmbades sind mit einer Fassade aus vertikalen Holzlatten verkleidet. Der pavillonartige Raum unterhalb der schwebenden Dachkonstruktion beherbergt das Vereinslokal mit Ausschank und Gastraum. 

Projekt
Freizeit- und Sportzentrum Fließ, Fließ, Tirol

Bauherr
Gemeinde Fließ

Architektur
AllesWirdGut ZT GmbH, Wien/München, awg.at

Statik
Zanon Planung, Statik & Baumanagement GmbH, zanon.at

Landschaftsplanung
DND Landschaftsplanung ZT KG, Wien, dnd.at

Projektdaten
Grundstücksfläche 30.000 m2
Bebaute Fläche  500 m2
(Neubau – Klubhaus)
Nutzfläche: 1245,5 m²
Bruttogeschoßfläche: 1400 m²

Projektablauf
Wettbewerb 05/2018
Planungsbeginn 05/2018
Baubeginn 03/2019
Fertigstellung 08/2021

Materialien
Baumaterial Außenwände: Sichtbeton bzw. hinterlüftete Holzfassade
Baumaterial Innenwände: Gipskarton
Fenster/Türen: Holz-Alu, Holz
Bodenbeläge innen: Beschichtung, Holz, Feinsteinzeug
Bodenbeläge außen: Stahlbeton und Feinsteinzeug

Wettbewerbsdokumentation: ARCHITEKTURJOURNAL / WETTBEWERBE 4/2018 (339)  

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