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Schwarze Schwäne vor unserer Haustür

Wenn uns das Fernweh packt und wir in Nostalgie schwelgen: Bleiben wir stark! Schätzen wir unser bequemes Zuhause. Und glauben wir fest daran: Es gibt auch ein Morgen!   © iStock
Wenn uns das Fernweh packt und wir in Nostalgie schwelgen: Bleiben wir stark! Schätzen wir unser bequemes Zuhause. Und glauben wir fest daran: Es gibt auch ein Morgen! © iStock
Für das neue BUWOG-Kunden- und Verwaltungszentrum in der Rathausstraße gelten spezielle Sicherheitsvorkehrungen.   © BUWOG_Stephan Huger
Für das neue BUWOG-Kunden- und Verwaltungszentrum in der Rathausstraße gelten spezielle Sicherheitsvorkehrungen. © BUWOG_Stephan Huger

Unsere Arbeits- und Lebensweisen haben sich in der Corona-Zeit radikal verändert, und Digitalisierung etwa ist ein noch dringlicheres Thema geworden. Wie wirkt sich Corona aber auf die Assetklassen Wohnen und Retail aus?

von: Rudolf Preyer

Weiß? Schwarz? Grau gar? Blicken wir aus dem Fenster – unseres Hauses, unserer Wohnung, unseres Büros: Alles eins jetzt! – auf den herrlichen See vor der Haustür (man wird ja wohl noch träumen dürfen!), sehen wir verliebte Schwäne.

„Graue Schwäne sind ein Beispiel für etwas, das voraussagbar, aber undenkbar ist.“ Mit diesem Bild schraffiert der bulgarischstämmige Philosoph Ivan Krastev, Vorsitzender des Centre for Liberal Strategies in Sofia und Permanent Fellow am Wiener Institut für die Wissenschaften vom Menschen, das plötzliche Einschleichen eines unsichtbar-diffusen und geruchlosen Virus in unseren Alltag.

Tatsächlich wurde landauf, landab der böse schwarze Schwan als Verursacher von SARS-CoV-2 – landläufig „Corona“ – namhaft gemacht. Was auf einem grundsätz­lichen Missverständnis beruhte. Denn der vermeintliche Gewährsmann schlechthin, Nassim Nicholas Taleb, der wohl wichtigste Risikoforscher unserer Tage, kostete das permanente Ins-Treffen-Führen seines Buchs „Der Schwarze Schwan – Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse“ genüsslich aus, ehe er sich verhältnismäßig sehr spät (NZZ; 26.04.) zu einer Richtigstellung hinreißen ließ: „Hätte man mein Buch wirklich gelesen, dann wüsste man, dass eine globale Pandemie dort klar und deutlich als weißer Schwan figuriert – als ein Ereignis, das mit Gewissheit irgendwann eintreffen wird. Solche Pandemien sind unvermeidlich, sie resultieren aus der Struktur der modernen Welt.“

Ganz gleich, welche Nichtfarben (darunter werden Schwarz, Weiß und alle Grauabstufungen subsumiert) die Schwäne vor unserer Haustür haben: Inwieweit haben sich jetzt die Funktionen unserer Immobilien – vor allem in den Segmenten Wohnen und Retail – gewandelt?

So schaut‘s beim Wohnen aus

Zwar erlebten Hotel-Developments beispielsweise eine harte Notbremsung, aber die „Post-Corona-Projekte“ laufen an­sons­ten allseits – in nahezu allen Assetklassen – schon wieder an: Allen Akteuren ist jetzt daran gelegen, der Corona-i­nduzierten Ängstlichkeit eine lange Nase zu zeigen.

Schauen wir zurück: Privater Wohnraum musste in den letzten Monaten vieles können – und beispielsweise als Homeoffice oder als digitales Klassenzimmer herhalten. Und: Aus der Not geboren, ploppte plötzlich das Verkaufstool virtueller Wohnungsbesichtigungen verstärkt auf. Wie stellt sich das Segment Wohnen aber heute dar?

Bei 6B47 wurde kein einziges Projekt auf Eis gelegt, auch hat man sich – wie bei vergleich­baren Developern sonst gerne geschehen – gegen die Kurzarbeit für die Mitarbeiter entschieden. Zugutekommt dem Player allerdings, dass die in Entwicklung befindlichen Projekte erst nächstes Jahr in die Realisierungsphase gehen – man sei somit „grundsätzlich positiv gestimmt, wiewohl wir alle nicht wissen, wie sich der Markt mit einer möglichen zweiten Welle entwickeln wird“, so Friedrich Gruber, Vorstand der 6B47 Real Estate Investors AG.

Im Segment Wohnen habe sich „der Wunsch nach Freiflächen sowie bestens genutzten Grundrissflächen in besten Lagen“ verstärkt, so Gruber. BIM (Building Information Modeling) käme selbstverständlich schon zum Einsatz, so etwa auch bei der Entwicklung des geplant gemischt genutzten Althan Quartiers (Architekturbüro ARTEC Architekten, Bettina Götz und Richard Manahl) – mit einer Nutzfläche von 80.000 m² das derzeit größte innerstädtische Entwicklungsgebiet von 6B47 (siehe Architekturjournal wettbewerbe 339 – 4/2018).

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