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Reduktion aufs Wesentliche

© Bruno Klomfar
Die filigranen, kassettierten Stahlbeton­decken werden von jeweils drei Beton­stützenreihen getragen.
© Bruno Klomfar

Der von den Architekten Karl Schwanzer und Eugen Wörle geplante Trakt der Universität für angewandte Kunst wurde sensibel saniert – die Betonkonstruktion konnte erhalten werden, zur Freude der Architekten Riepl Kaufmann Bammer, die mit der umfassenden Revitalisierung beauftragt waren.

von: Gisela Gary/Red.

Der sogenannte Schwanzer-Wörle-Trakt der Universität für angewandte Kunst wurde umfassend saniert – sämtliche nicht kon­struktiven, nachträglichen An- und Zubauten wurden entfernt. Die Struktur der Betonmittelstützen und die Betonrippendecken aus den 60er-Jahren wurden freigelegt. Der architektonisch bedeutende Trakt – die Tragstruktur erinnert an den Industriebau um 1900 – wurde zwischen 1961 und 1965 nach dem Entwurf der beiden Architekten Karl Schwanzer und Eugen Wörle errichtet. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde einer umfassenden Sanierung und Neustrukturierung unterzogen, bei der kaum ein Stein auf dem anderen blieb. Riepl Kaufmann Bammer zeichnen für die Sanierung verantwortlich. „Die wesentlich prägenden Elemente des Bestandes, die Stahlbetonrippendecke sowie die seriellen Stahlbetonstützen, wurden freigelegt. Die Intention war, flexibel bespielbare, robuste Lofts zu entwerfen“, erläutert Architekt ­Daniel Bammer.

Die filigranen, hinter abgehängten Verkleidungen zum Vorschein gekommenen kassettierten Stahlbetondecken werden von jeweils drei Betonstützenreihen getragen. Die lang gezogenen rechteckigen Hallen zwischen den Stiegenhäusern lassen eine Vielzahl unterschiedlicher Raumkonfigurationen zu. Um diese funktionelle Großzügigkeit auch im Raumeindruck zu erhalten, hat Riepl Kaufmann Bammer Architektur einen Bausatz entwickelt, der die notwendige Variabilität der Grundrisse in einem System verankert: In der Mittelzone ordnet eine abgehängte Decke aus Streckmetall den Verlauf der darüber vage sichtbaren haustechnischen Leitungen. Nach ihrem Entwurf konnten die Räume in den sieben ober- und drei unterirdischen Geschoßen neu strukturiert werden. Während der mittlere Baukörper nun hauptsächlich Lehrräume, Verwaltungseinheiten, Meisterklassen und die dazugehörigen Werkstätten beherbergt, dienen die beiden Randbauteile vor allem der vertikalen Erschließung mit Haupt­stiegen, Aufzügen sowie Sanitäranlagen. Dadurch wurde eine deutlich flexiblere Nutzung des Gebäudes bei gleichzeitig höherer Wirtschaftlichkeit erreicht. Leicht adaptierbare Raumlösungen bieten nun Platz für Büros, Werkstätten und Studios und die Möglichkeit, offene Räume zu gestalten.

Informationen
zement.at

Projekt
Sanierung Universität für angewandte Kunst, Schwanzer-Wörle-Trakt, Oskar-Kokoschka-Platz 2, 1010 Wien

Bauherr
Bundesimmobiliengesellschaft m. b. H., Trabrennstraße 2c, 1020 Wien, big.at

Nutzer
Universität für angewandte Kunst

Architektur und Generalplanung
Riepl Kaufmann Bammer Architektur, Wien, rieplkaufmannbammer.at

Projektdaten
Nutzfläche: 13.800 m²
Baubeginn: 07/2016
Fertigstellung: 06/2018

 

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