371 Wettbewerbe

Quartier Kurbadstraße

Alle Grafiken: © trans_city
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Der Stadtteil Wien-Oberlaa steht für die meisten Bewohner für Erholung. Vor allem am Areal südlich des Kurparks will die Stadt Wien neuen Wohnraum schaffen. Das Bieterverfahren für das freifinanzierte Bearbeitungsgebiet 2 gewann der Immobilienentwickler at home mit dem Architekturbüro trans_city.

von: Redaktion

Gleichzeitig mit der Eröffnung der Therme Wien 2010 hat sich die Stadt entschlossen, ­weitere Entwicklungsschritte vor allem am Areal südlich des Kurparks in Wien-Oberlaa zu setzen und hier neuen Wohnraum zu schaffen. Im Zuge der Verlängerung der U-Bahnlinie U1 hat die WSE Wiener Standortentwicklung GmbH, ein Unternehmen der Wien Holding, ein kooperatives Planungsverfahren durchgeführt, dessen Ergebnisse die Grundlage für die Entwicklung des Standorts bilden. Die LSE Liegenschaftsstrukturentwicklungs GmbH ist eine Beteiligungsgesellschaft der WSE und Eigentümerin des Grundstücks. 

Das Projektgebiet in der Kurbadstraße ist in sieben Bearbeitungsgebiete (BAG) unterteilt und umfasst in Summe zu- künftig neun Bauplätze. Gegenstand dieses Verfahrens war das BAG 2, das freifinanziert entwickelt wird, aber mit den übrigen Siegerprojekten des Bauträgerwettbewerbs abgestimmt wird.

Qualitätsbeirat

Der Qualitätssicherungsprozess im Anschluss an das Bieterverfahren soll nicht nur auf den geförderten Wohnbau und sein 4-Säulen-Modell beschränkt bleiben, sondern auf das gesamte Quartier – und damit auch auf freifinanzierte Vorhaben – ausgedehnt werden. In diesem Sinne kam im vorliegenden Wettbewerb das Instrument des Qualitätsbeirats zum Einsatz. Dieser hat die Aufgabe, die komplexen Prozesse neuer städtischer Quartiere fachlich zu begleiten. Durch definierte Ziele für das gesamte Gebiet soll eine hohe Qualität für die Entwicklung des neuen Quartiers erreicht 

und sichergestellt werden. Eine weitere Besonderheit dieses Wettbewerbs liegt in der Tatsache, dass das Verfahren zur Festlegung der Flächenwidmungs- und Bebauungsbestimmungen mit jenem des Bauträgerwettbewerbs zusammengeführt wird. Ziel dieser „Verschränkten Verfahren“ ist es, den Ablauf effizienter zu gestalten und eine Integrierung der Bebauungs- und Wohnkonzepte in das Flächenwidmungs- und Bebauungsplanverfahren zu ermöglichen. Ziel des vorliegenden Wett­bewerbs war die Realisierung von qualitätsvollen, innovativen und ökologisch nachhaltigen Wohnbauten sowie der Verkauf zu marktkonformen Konditionen.

Lebendiger Stadtraum 

Sieger des Bieterverfahrens für das freifinanzierte BAG 2 wurde die at home Immobilien-­GmbH mit dem Architekturbüro trans_city und SI landschaftsarchitektur. Laut eigenen Worten der Architekten handelt es sich um eine lebendige, klimaresiliente Wohnanlage, mit lebendigem Stadt- und Wohnraum und in klimaschonender Bauweise. 

Für die Jury stellt das Projekt unter dem Aspekt der sozialen Nachhaltigkeit einen überzeugenden Beitrag dar. Vielfältige Gemeinschaftsräume zum ­Thema ressourcenschonendes Wohnen aktivieren die Nachbarschaft. Die Besiedlungsbegleitung unterstützt die Selbst­organisation von nachbarschaftlichen Aktivitäten. Auch aus architektonischer Sicht bildete dieser Entwurf einen der spannendsten Beiträge: Die unterschiedlichen Häuser 

zeigen ein differenziertes ­Erscheinungsbild mit unterschiedlichen Wohntypologien. Solare Energiegewinnung wird auch als Thema in der Fassadengestaltung aufgenommen. Die Erdgeschoßzone ist sehr gut und sensibel angedacht. Die Zugänge zu den Häusern sind attraktiv. Die vorgeschlagene Hybridbauweise mit Stahlbeton und Holzrahmen wird positiv gesehen. Zusätzlich zum Energiesystem der Wien Energie werden PV-­Elemente an der Fassade eingesetzt. 

Die Gliederung des Freiraums, die Aufteilung mit großzügiger Gastroterrasse im Westen und Aufteilung des Kinder- und Jugendspielplatz entlang des Parks im Nordwesten und entlang der Flaniermeile im Südwesten findet sich hier gut umgesetzt. Die Dachnutzungen stellen eine zeitgemäße Aufteilung der Funktionen ­Urban Gardening, intensive menschliche Nutzung und PV mit Extensivbegrünung und Biodiversität dar. Die Fassadenbegrünung setzt starke ­Akzente in Verbindung mit der architektonischen Fassaden­gestaltung.

Siegerprojekt
Beitrag G

at home Immobilien-GmbH
Wien
athome.at

trans_city ZT GmbH, Wien
Gegründet 2009
trans-city.at

SI landschaftsarchitektur ZT, Wien
Gegründet 2018
si-zt.at

AUSLOBUNG

Projekt
Quartier Kurbadstraße, Oberlaa,
Kurbadstraße ehem. ON 10,
Bearbeitungsgebiet 2, 1100 Wien

Auslober
wohnfonds_wien, fonds für wohnbau und stadterneuerung
in Kooperation mit LSE Liegenschaftsstrukturentwicklungs GmbH, Wien

Verfahrensorganisation
ZTin DIin Andrea Hinterleitner, Wien 

Art des Verfahrens 
Bauträgerwettbewerb im freifinanzierten Segment für die Veräußerung der Liegenschaftsflächen
Phase 1: anonymer Wettbewerb
Phase 2: strukturierter Bieterprozess

Beurteilungskriterien
Das Beurteilungsgremium bewertete die Qualitäten in Anlehnung an das 4-Säulen-Modell des wohnfonds_wien (exkl. Ökonomie). 

Es wurden bewertet:

Soziale Nachhaltigkeit – Alltagstauglichkeit, Wohnen in Gemeinschaft, Wohnen für wechselnde Bedürfnisse

Architektur – Stadtstruktur, Gebäudestruktur, Gestaltung

Ökologie – Klima- und ressourcenschonendes Bauen, gesundes und umweltbewusstes Wohnen, stadträumlich wirksame Qualität im Grün- und Freiraum, differenziertes Nutzungsangebot im Grün- und Freiraum

Preisgericht (ohne Titel)
Rudolf Scheuvens (Vorsitz)
Claudia König-Larch
Thomas Knoll
Bernhard Lipp
Norbert Pokorny
Silvia Hofer (in Vertretung von Gregor Puscher)
Andrea Reven-Holzmann
Stefan Sima
Rudolf Szedenik
Angelika Winkler 

Preisgerichtssitzung
27. Oktober 2022

STECKBRIEF

Unser architektonischer Anspruch …
… ist die nachhaltige Bereicherung der Stadt. Der Wohnbau ist das Grundgerüst der Stadt. Er muss hochwertig, für alle leistbar sein und auch einen ästhetisch reizvollen Rahmen für das urbane Leben schaffen.

Wettbewerbe …
… sind Erkundungsreisen mit konkreter Aufgabenstellung als Startpunkt, auf denen man neue Methoden probiert und neue Konzepte entdeckt. Eine Juryentscheidung ist immer auch ein Feedback auf diese Ideen.


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