Haus + Wohnen
© CC-A 3.0 / Jeffrey Beall
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Proportion, Haptik und Atmosphäre

© Norbert Prommer
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Die Qualitäten des Ziegels bestehen seit Jahrtausenden: die Verfügbarkeit, die Veränderbarkeit, die Dauerhaftigkeit, die Vielseitigkeit, die Speicherwirkung.

Große Architekten sahen im unverputzten Ziegelmauerwerk den Ausdruck für eine Architektur, die sich respektvoll mit der Natur verbindet. Neben Stein, Holz und pflanzlichen Fasern gehören Ziegel zu den ältesten Baumaterialien der Welt. Zuerst bestanden sie aus luftgetrocknetem Lehm, dem bald schon Stroh als Bewehrung beigemengt wurde, um Schwindrisse zu minimieren. Vor rund 5000 Jahren begannen die Menschen, die Lehmziegel zu brennen, was ihnen Witterungsbeständigkeit und höhere Festigkeit verlieh. Heute ist die Bandbreite an technischen und gestalterischen Möglichkeiten im Bauwesen so groß wie nie zuvor. Obwohl viele dieser Möglichkeiten im Ziegelbau gar nicht ausgeschöpft werden können, ist Ziegel immer noch ein zeitgemäßes und unersetzbares Material in der Architektur, vor allem dann, wenn es um mehr geht als darum, Hüllen für die Gebäudetechnik zu errichten. Die Qualitäten des Ziegels sind seit Tausenden von Jahren bekannt: Verfügbarkeit, Veränderbarkeit, Dauerhaftigkeit, Vielseitigkeit und Speicherwirkung. Eine monolithische Ziegelaußenwand ermöglicht auf die gesamte Lebensdauer einen sehr guten Wärmeschutz, Wärmespeicherung, Schallschutz und Brandschutz ohne Zusatzdämmung. Ziegel sind wasserdampfdiffusionsoffen, sorgen damit für einen Ausgleich der Raumluftfeuchtigkeit und tragen zu einem behaglichen und gesunden Raum-Wohlfühlklima bei. Ziegelbauten haben außerdem eine hohe Wertbeständigkeit und die Instandhaltungskosten sind auf lange Sicht niedrig.

Sichtziegel

Ziegel finden aber nicht nur als tragendes, durch den aufgetragenen Putz unsichtbares Mauerwerk Verwendung. Ein Haus in Sichtziegelarchitektur vermittelt infolge der Kleinteiligkeit des Fassadenbildes das Gefühl von Proportion, Haptik und Atmosphäre, Natürlichkeit Wright oder Ludwig Mies van der Rohe sahen im sichtbaren, unverputzten Ziegelmauerwerk den Ausdruck für eine Architektur, die sich respektvoll mit der Natur verbindet. In der Regel werden für Sichtziegelfassaden Klinker verwendet. Das sind Ziegel, die unter so hohen Temperaturen gebrannt sind, dass die Poren des Materials durch den beginnenden Sinterprozess geschlossen werden. Dadurch werden sie im Gegensatz zu normal gebrannten Ziegeln wasserundurchlässig. Durch verschiedene Zuschläge zur Rohmasse lassen sich vielfältige Farbnuancen erreichen, von verschiedenen Rottönen über Gelb bis Braun. Klinker können auch als Vorsatzschale in einem Wärmedämmverbundsystem statt des üblichen Dünnputzes eingesetzt werden. Klinkerfassaden haben vor allem in Großbritannien sowie den am Ärmelkanal gelegenen Ländern Holland und Belgien Tradition, wo die salzige Meeresluft den bei uns verbreiteten Putz zersetzen würde. Eine weitere Möglichkeit, Sichtziegel einzusetzen, sind keramische Fassadenplatten in unterschiedlichen Farben, Glasuren, Formen und Oberflächen, die auf einer Unterkonstruktion aus Aluminium befestigt werden. Dieses hinterlüftete System wurde zu Beginn der Achtzigerjahre mit dem Ziel entwickelt, zeitlos moderne Fassade mit dem unverwechselbaren Charakter des Naturprodukts Ton zu schaffen.

 


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