358 Projekte

Pädagogische Architektur

© Adolf Bereuter
Eine Grundstruktur aus aussteifenden Kernwänden wird durch vorgefertigte Wand- und Deckenelemente aus Holz ergänzt.
© Adolf Bereuter

Kindergarten am Engelbach, Lustenau / Innauer Matt Architektur

Mit der Studie „Der Raum als dritter Pädagoge“ legte die Vorarlberger Marktgemeinde Lustenau im Jahr 2016 zehn Kindergartenstandorte fest, um die Entwicklung einer Bildungslandschaft voranzutreiben. Für den südlichen Ortsteil Hasenfeld wurde im November 2016 ein Wettbewerb ausgelobt, zu dem 18 Architekturbüros eingeladen waren. Der Kindergarten „Am Engelbach“ wurde im Oktober 2019 nach dem Sieger­entwurf von Innauer Matt Architektur aus Bezau in Vorarlberg fertiggestellt. Es handelt sich dabei um einen kompakten, zweigeschoßigen Baukörper im westlichen
Bereich des Grundstücks mit allseitig zurückversetzter Erdgeschoßzone, die neben überdeckten Eingangssituationen gut nutzbare Übergangsbereiche zwischen innen und außen schafft. Auf jeder Gebäudeseite entwickelt sich ein Raumkörper bis zur Vorderkante des Obergeschoßes, verankert diese horizontale Raumschicht des Obergeschoßes auf einfache Weise mit dem Boden und schafft gleichzeitig eine gute Zonierung der überdeckten Freiräume. Die von Westen nach Osten durchgesteckte Verteilerhalle verbindet Eingang und Garten. Diese Halle stellt einen Kommunikations- und Verbindungsraum dar und erschließt sämtliche Bereiche im Erdgeschoß. Über drei Treppenkerne sind alle Bereiche des Hauses auf kurzem Wege angebunden,
was für entflochtene Verkehrsströme der Kinder sorgt.
Die Gruppenräume liegen gleichberechtigt auf einer Ebene im Obergeschoß und orientieren sich Richtung Südost, wodurch die Belichtung und Besonnung während der Kernzeit des Kindergartenbetriebs am Vormittag gewährleistet ist. Die fünf Einheiten mit Bewegungsraum und Kommunikationszone funktionieren als eigenständiger Bereich innerhalb des Gebäudes. Witterungsgeschützte Spielterrassen erweitern die Funktionalität der dahinter liegenden Räume, schaffen einen Übergangsraum und vermitteln einen Bezug zum umliegenden Spielbereich im Freien. Die einfache und überschaubare Organisation des Kinder­gartens erleichtert die Orientierung in der Lern- und Spiellandschaft. Das Gebäude ist ein Mischbau aus Stahlbeton im Erdgeschoß und vorgefertigter konstruktiver Holzbauweise im Obergeschoß. Eine Grundstruktur aus aussteifenden Kernwänden wird durch vorgefertigte Wand- und Deckenelemente aus Holz ergänzt. Die Fassade besteht aus naturbelassenem heimischem Holz, ergänzt um in Metall gefasste Fenster. Das Innere ist durch solide Oberflächen aus Holz, mineralische Materialien und sorgfältig abgestimmte Farben charakterisiert.

Projekt
Kindergarten am Engelbach, Hasenfeldstraße 35, 6890 Lustenau

Bauherr
Marktgemeinde Lustenau (Vorarlberg)

Architektur
Innauer Matt Architektur ZT GmbH, Bezau, innauer-matt.com

Landschaftsplanung
Stadtland, DI Thomas Loacker, Hohenems, stadtland.at

Statik
Merz Kley Partner ZT GmbH, Dornbirn

Projektdaten
Grundstücksfläche: 6940 m²
Bebaute Fläche: 1120 m²
Nutzfläche: 1900 m²
Bruttogeschoßfläche: 2000 m²

Projektablauf
Wettbewerb 03/2017
Planungsbeginn 02/2017
Baubeginn 09/2018
Fertigstellung 10/2019

Materialien
Bauweise: EG Stahlbeton, OG vorgefertigter konstruktiver Holzbau
Innenwände: Massivholz­konstruktion, Verkleidungen Fichten- und Eschenholz, verputzte Oberflächen handgearbeiteter Putz aus Marmormehl, Deckenverkleidung aus Holzwolleplatten
Fassade: Weißtanne
Fenster/Türen: Holzfenster Tanne, außenliegend mit Aluminium­verblechung roh, geschliffen
Bodenbeläge: Gangbereiche geschliffener Beton mit Fußbodenheizung, Aufenthaltsbereiche Holzböden Massivdielen in Braunkernesche
Möblierung: Tischlermöbel aus Eschenholz und grauem Schichtstoff

Wettbewerbsdokumentation: ARCHITEKTURJOURNAL / WETTBEWERBE 3/2017 (332)

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