335 Thema Architektur

Nackt, ungeschminkt und kompromisslos

© Xavier de Jauréguiberry
Alison und Peter Smithson: Secondary Modern School, Hunstanton, Großbritannien, 1949–1954
© Xavier de Jauréguiberry

Der Brutalismus in der Architektur wandelte sich bald nach seinem Entstehen in den fünfziger Jahren von einem ethischen Konzept zu einer ästhetischen Trenderscheinung. Lange verschrien und geächtet, erlebt die ungeschönte und rohe Architektur in Beton und Ziegel ein Revival.

von: Roland Kanfer

Manche „Ismen“ haben eine lange Lebensdauer – man denke an den Kapitalismus oder den Puritanismus. Andere scheinen nur mehr in Rückzugsgebieten auf oder sind gänzlich verschwunden – der Kommunismus etwa oder der Postmodernismus. Ein „Ismus“, der verschrien und schon lange totgesagt war, erhält hingegen neue Aufmerksamkeit, schreibt der Designprofessor Réjean Legault von der Université du Québec in Montréal, und er meint den „Brutalismus“ in der Architektur.

Welchen Brutalismus? Es gibt unterschiedliche Definitionen. Legault ist nur einer von zahlreichen Architekturtheoretikern, die sich über Bedeutung und Herkunft dieses Begriffs Gedanken machen. Die landläufige Definition: Brutalismus hat nichts mit „brutal“ zu tun, sondern kommt vom „Béton brut“, dem französischen Begriff für rohen oder Sichtbeton. Zurückgeführt wird der Ausdruck auf das Jahr 1953, damals verwendeten die beiden englischen Architekten Alison und Peter Smithson dieses Wort zum ersten Mal. Im Jahr darauf wurde ihre Schule in Hunstanton eröffnet, sie gilt als das erste brutalistische Gebäude und löste eine Welle aus: Architekten in aller Welt wurden von der Unverfälschtheit und der expressiven Rhetorik des nackten Betons inspiriert. Sichtbeton war für sie eine ethische Angelegenheit: Mit ihm konnten sie den Konventionen und der Spießigkeit einer Gesellschaft den Kampf ansagen, die sich nach dem kollektiven Trauma eines Weltkriegs in hübsche Beschaulichkeit zurückziehen wollte. Der rohe, unbehandelte, nicht kaschierte Baustoff Beton – und vereinzelt auch Ziegel – drückte in Verbindung mit anderen unverfälschten Materialien eine Oppositionshaltung aus.

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