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© Flughafen Wien AG
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Mit Schwung ins Office

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Die Form des Office Park 4 am Flughafen Wien ist windoptimiert. Konstruktiv handelt es sich um einen Stahlbeton-Skelettbau.

Im Juli vergangenen Jahres wurde der vierte Abschnitt des Office Park beim Flughafen Wien-Schwechat eröffnet. Das Bürogebäude befindet sich an der Einfahrt zum Flughafenareal direkt vor dem Tower. Der von HNP Architekten geplante L-förmige Baukörper bildet zusammen mit dem Tower und dem bestehenden Bürogebäude einen windgeschützten Platz. Die Bauform mit den abgerundeten Fassadenkanten leitet den Wind seitlich ab und wirkt sich positiv auf die auftretenden Luftströmungen und Zirkulationen aus.

Der östlich gelegene Hauptplatz bildet das Zentrum und entwickelt sich als Promenade aus den Haupterschließungsachsen des Umfeldes und den benachbarten Baufeldern. Die Höfe sind begrünt.

Im Erdgeschoß wird das Gebäude über eine gemeinsame Lobby erschlossen, die als zentraler Verteiler fungiert. Der größere Veranstaltungsbereich befindet sich am südlichen Ende der Lobby und gliedert sich in einen zweigeschoßigen Bereich und eine größere flexible Fläche für Veranstaltungen. Einem Kindergarten ist der dazugehörige Freiraum mit Spielplatz, Rasen, Sandflächen und dichter Baumpflanzung zugeordnet. Das erste Obergeschoß ist über einen Luftraum mit dem Erdgeschoß räumlich verbunden. Eine Freitreppe verbindet beide Ebenen des Atriums. Als interne Verteilerebene verbinden sich alle drei Stiegenhäuser. In den Regelgeschoßen gruppieren sich die Bürolandschaften rund um einen jeweils zentral gelegenen Kern. Lüftung und Sonnenschutz werden ergänzt durch öffenbare Fenster in jeder zweiten Fassadenachse.

Freirauminseln umgeben das Gebäude und bilden gemeinsam mit den weichen Gebäudelinien nutzbare Räume. Die befestigten Flächen im Osten verlaufen über die Haupterschließungsachsen zu einer natürlichen Parkgestaltung im Westen und differenzieren so den Gesamtraum. Auf den Dächern des Erdgeschoßes werden Terrassen und Grünräume angelegt.

Stahlbetonskelett 
Konstruktiv handelt es sich beim Office Park 4 um ein Stahlbetonbauwerk in Skelettbauweise. Die Flachdecken lagern auf Stützen und Wandscheiben. Die Geschoßdecken über dem zweiten Obergeschoß bis zur Decke über dem siebten Obergeschoß wurden als 30 Zentimeter starke Stahlbetonflachdecken ausgeführt. Diese lagern auf den Stützen im Raster von etwa 8,10 mal 7,50 Metern sowie den Stahlbetonwänden. Bei den Stützen – hochbelastete Punktlager – war eine höhere Betondruckfestigkeit erforderlich, um Durchstanzen zu verhindern. Entlang des freien Deckenrandes mit der Fassade ist ein Stahlbetonparapet angeordnet.

Die Decke über dem Untergeschoß hat in den Bereichen mit Überbauung eine Stärke von 30 Zentimetern. Aufgrund des unterschiedlichen Stützenrasters über dem Erdgeschoß werden in diesem Bereich die Stützenlasten weitgehend mittels Unterzügen abgefangen und zu den Garagenstützen weitergeleitet. In den ersten Ebenen über dem Erd- und dem ersten Obergeschoß wurden entsprechend der Spannweiten und der Tragsysteme Plattenbalkendecken angeordnet, um den naturnahen gestalterischen Aufbauten der Terrassenzonen zu entsprechen. Im offenen Lobbybereich im Erdgeschoß und ersten Obergeschoß sind vereinzelt Hängestützen aus Stahl zur Deckenauflagerung situiert. Zur Überspannung des zweigeschoßigen Veranstaltungsbereiches wurde aufgrund der großen Spannweiten und der Nutzung der Dachfläche als Terrasse ein räumliches Stahlfachwerk konzipiert. Die Auflagerung erfolgt auf den Randstützen rund um den Stahlbetonträgerrahmen. Zur Ableitung der horizontalen Einwirkungen wie Erdbebenund Windlasten dienen die Stahlbetonwandscheiben, die durchgängig bis zur Fundamentplatte geführt werden.

 

Projekt
Office Park 4 am Flughafen Wien, Towerstraße, 1300 Schwechat

Bauherr
Office Park 4 Errichtungs- u.Betriebs-GmbH (Flughafen Wien AG)

Architektur
HNP architects ZT GmbH, Wien, hnp-architects.com

Landschaftsplanung
Yewo Landscapes GmbH, Wien

Bauphysik
iC Consulenten ZT GmbH, Wien

Techn. Gebäudeausrüstung
ZFG – Projekt GmbH, Baden

Brandschutz
Erich Röhrer Brandschutz, Wien

Materialien
Fassade: Aluminium (Sockelzone Pfosten-Riegel, Regelgeschoße Bandfassade)
Dämmung: Mineralwolle
Tragsystem: Stahlbeton
Innenausbau: Leichtbau
Fenster/Türen: Aluminium
Bodenbeläge: Feinsteinzeug, Teppich, Betonsteinplatten

Projektdaten
Grundstücksfläche: 16.000 m²
Bruttogeschoßfläche: 35.825 m²
Bebaute Fläche: 7777 m²
Nutzfläche: 31.609 m²

Projektablauf
Wettbewerb 03/2017
Planungsbeginn 05/2017
Baubeginn 06/2018
Fertigstellung 06/2020

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