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Meister des feinen Strichs

© Paul Schirnhofer
© Paul Schirnhofer

Gustav Peichl ist 90. Sein Lehrer an der Akademie der Bildenden Künste war Clemens Holzmeister, sein einstiger Chef hieß Roland Rainer, und seit vielen Jahren nun schon ist Gustav Peichl einer der ganz großen Namen der österreichischen Architekturlandschaft.

Geboren 1928, besuchte Gustav Peichl zunächst die Oberschule für Knaben in Mährisch-Trübau, wo er später – nach einem Abstecher in die Bundesgewerbeschule in Mödling – auch als technischer Zeichner im Stadtbauamt tätig war. Schon ein Jahr vor der Gründung seines eigenen Architekturbüros 1955 begann er unter dem Pseudonym „Ironimus“ herz­hafte Karikaturen mit ernstem politischem Hinter­grund zu zeichnen. Dass er ein be­gnadeter spartanischer Zeichner ist, zeigte sich schon bei seiner ersten Karikatur für Die Presse 1954 mit dem Titel „Julius Raab träumt vom Staatsvertrag“. Heute füllt er mit seinem künstlerischen Werk einen Teil des Karikaturenmuseums in Krems in Form einer perma­nenten Ausstellung. Eine Heimkehr, denn er hat es selbst gebaut.

Er kam, schaute und baute
Neben seinen zeichnerischen und journalistischen Tätigkeiten – 1964 gründete er gemein­sam mit Hans Hollein, Walter Pichler und Oswald Oberhuber die Zeitschrift „Bau  – Schrift für Architektur und Städtebau“  – galt seine Leidenschaft jedoch der guten Architektur. Zu den Meilensteinen zählen die Bonner Bundeskunsthalle, die Atriumschule In der Krim in Wien, der Welt­ausstellungspavillon 1964, das Rehabilitationsgebäude in Meidling, der Anbau des Frankfurter Städelmuseums, die Bühne für den Papstbesuch 1983, der Millenium Tower mit Boris Podrecca und Rudolf Weber und nicht zu vergessen die sechs ORF-Landesstudios, die wegen der An­ordnung der Räume um einen zentralen Raum im Volksmund „Peichl-Torten“ genannt werden.

Mit der Hand zeichnen
In der Handzeichnung aber verschmelzen die Talente des heute 90-jährigen. Oft hat er seinen Unmut über seiner Meinung nach schlechte Architektur durch seine spitze Feder geäußert. Der bekennende Architekt mit Humor und Sinnlichkeit hat immer noch ein kritisches Auge: Eher Bienenwaben als Häuser würden entstehen, meint er, der auch dem geplanten Hochhausbau am Heumarkt skeptisch gegenübersteht. Das hätte aber nichts mit dem Kulturerbestatus zu tun, wie er betont. Den Stift legt er jedenfalls noch lange nicht aus der Hand und er blickt hoffnungsvoll auf die kommenden Architektengenerationen, denen er vor allem eines empfiehlt: Selbst zeichnen, nicht mit dem Computer.

Ausstellung
Gustav Peichl. 15 Bauten zum 90sten
Bis 19.08 2018
MAK-Kunstblättersaal und MAK-Säulenhalle, 1010 Wien, Stubenring 5
mak.at


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