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Klares Statement

© Zaltech
Für die Heizung und Kühlung der Produktionsstätte und der Mall hat man sich die riesige ­Speichermasse der konstruktiv ohnehin notwendigen Betonbauteile zunutze gemacht.c
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Beim neuen Standort des Gewürzherstellers Zaltech International wurde die Speichermasse Beton genutzt, um mittels Bauteilaktivierung die Produktionsstätten zu heizen und zu kühlen.

Da eine Erweiterung des Bestandes für die Produktion und Verwaltung nahe Salzburg nicht möglich war, entschied man sich für einen neuen Standort in Oberösterreich. Eingebettet in die Naturlandschaft wurde ein rund 14.000 Quadratmeter großer Gebäudekomplex errichtet, der modernsten Standards in Sachen Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Mitarbeiter­orientierung entspricht.

Großzügiges Raumprogramm
Ein markanter Fußweg entlang des Parkplatzes kennzeichnet den Zugang zum Gebäude und führt in die weiträumige, kreisförmige Eingangshalle mit Empfang und Bar, die den Kern der Anlage bildet. Ein zentraler Luftraum erstreckt sich über beide Stockwerke und wird über einen offenen Treppenaufgang erschlossen. Verwaltung, ein Entwicklungszentrum, Schulungs- und Seminarbereiche, Kantine sowie Sozial­räume für die Mitarbeiter sind in diesem Bauteil untergebracht. Im Osten angedockt führt ein Glasgang in die Produktions-, Technik- und Lagerräume. Ebenso wurde die Gestaltung der Außenbereiche mit höchster Sorgfalt auf die Einheit mit der Natur abgestimmt. Zwei Drittel des zentralen Baukörpers sind von einem Badeteich umgeben, vorgelagerte Terrassen sowie ein Gemüse- und Kräuterhof bilden den Übergang von innen nach außen. Weiters ergänzt eine Fischerhütte das Gelände.

Modernes Arbeitsumfeld
Das Wohl der Mitarbeiter ist für Zaltech ein ganz wesentlicher Punkt der Unternehmensphilosophie. So wird täglich gemeinsam gefrühstückt und zu Mittag gegessen. Ruhe- und Fitnessraum, Sauna und Badeteich stehen der Belegschaft ebenso zur Verfügung. Aber auch das Raumklima der Arbeitsplätze und ausreichendes Tageslicht waren wesentliche Kriterien für die Planung. Bodentiefe Glaselemente ermöglichen jedem Arbeitsplatz eine Blickbeziehung in die freie Natur. Die Büromöbel sind ergonomisch, die Schreibtische höhenverstellbar. Zaltech wurde zudem als familienfreundlicher Arbeitgeber ausgezeichnet.

Neuer Maßstab
„Die ÖGNI-Platin-Zertifizierung zu erhalten war eine Vorgabe des Bauherrn“, berichtet Tobias Fusban von pm1 Projektmanagement. „Für uns war es grundsätzlich wichtig, keine fossilen Energieträger einzusetzen“, erklärt Franz Schindecker, Facility Manager von Zaltech. Durch die Verzahnung von Wärmepumpen-Technologie, thermischer Solaranlage und über 4000 Meter Tiefenbohrungen entstand hier eine energetisch hocheffiziente Anlage, die derzeit in Oberösterreich einzigartig ist. Für die Heizung und Kühlung der Produktionsstätte und der „Mall“ hat man sich die riesige Speichermasse der konstruktiv ohnehin notwendigen Betonbauteile zunutze gemacht: Eine Gesamtfläche von 4200 Quadratmetern wurde thermisch aktiviert, zum Heizen im Winter und für die Kühlung im Sommer. Letztere funktioniert mittels passiver Kühlung, einem sogenannten Free-Cooling-­System, bei dem das kühle Wasser der bis zu 130 Meter tiefen Sonden mittels Pumpe in die aktivierten Bauteile eingespeist wird. Beheizt wird über eine thermische Solaranlage von 300 Quadratmetern Fläche und Erdwärme, ein Speicher mit einer Kapazität von 22.000 Litern Wasser dient hier als Puffer und wird mittels Wärmepumpe aktiviert. Für frische Luft im gesamten Unternehmen sorgt eine kontrollierte Be- und Entlüftung, weiters wird an den Produktionsmaschinen die Luft direkt abgesaugt und zur Entfernung von Gerüchen und Staub über eigene Reinigungsanlagen geführt. Durch die extensive Dachbegrünung wird die bebaute Natur wieder zurückgewonnen. Das Zaltech Green Building Energiesystem ermöglicht – im Gegensatz zu einem fossilen Energieträger – eine jährliche Einsparung von über 400.000 kg CO2. Im Gegensatz dazu betrugen die Errichtungskosten nicht wesentlich mehr, die Betriebskosten jedoch sind deutlich niedriger.

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