353 Wettbewerbe

Kanton Appenzell I. Rh. Neubau Verwaltungsgebäude

Pläne: Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH
1. Preis, Ansichten
Pläne: Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH
Plan: Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH
1. Preis, Grundriss Erdgeschoß
Plan: Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH
Pläne: Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH
1. Preis, Grundrisse
Pläne: Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH

Im Zentrum von Appenzell ist ein Neubau der kantonalen Verwaltung geplant. Dieser soll Platz für die Gerichte, das Landesarchiv, die Kantons- und Volksbibliothek (zentrale Bibliothek) und weitere Amtsstellen bieten.

Eine Machbarkeitsstudie vom 23. August 2018 der Locher Architekten GmbH zeigte, dass ein neues Verwaltungsgebäude mit dem vorgesehenen Raumprogramm und einer Geschoßfläche von rund 3700 m2 sowie einem Volumen von rund 12.000 m3 am vorgesehenen Standort realisierbar ist. Der Kanton Appenzell Innerrhoden hat sich entschieden, das Projekt für den Neubau des Verwaltungsgebäudes über einen selektiven, anonymen Projektwettbewerb zu evaluieren.

Auslober
Amt für Hochbau und Energie des Kantons Appenzell Innerrhoden (CH)

Standort
Dorfzentrum von Appenzell

Art des Wettbewerbs
Projektwettbewerb im selektiven, anonymen Verfahren

Preisgerichtssitzung
17. August 2020

Jury
Sachpreisrichter:
Ruedi Ulmann, Bauherr (Vorsteher Bau- und Umweltdepartement AI)
Jakob Signer, Landesfähnrich (Vorsteher Justiz-, Polizei- und Militärdepartement AI)
Markus Dörig, Ratschreiber
Fachpreisrichter:
Corinna Menn, dipl. Arch. ETH/SIA, Chur
Werner Binotto, dipl. Arch. HBK/BSA/SIA, St. Gallen
Martin Bauer, dipl. Arch. ETH/BSA/SIA, Zürich
Niklaus Ledergerber, Denkmalpfleger Stadt St. Gallen / Präsident Fachkommission Denkmalpflege Appenzell Innerrhoden

1. Preis
Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH, Bregenz

Projektbeurteilung (Juryprotokoll-Auszug)
 

2. Preis
Lukas lmhof Architektur GmbH, Zürich (CH)

Projektbeurteilung (Juryprotokoll-Auszug)
Ein differenziert geformtes Volumen wird in die bestehende Bausubstanz gefügt. Die umlaufende, dreigeschoßige Fassadengestaltung erfährt punktuelle Variationen und reagiert damit auf lokale ortsbauliche Situationen. Entlang der Marktgasse bleibt die Traufe tief, um sich zum Landsgemeindeplatz mit einer vertrauten Giebelfassade zu präsentieren. Auch gegen den Friedhof wendet sich ein Giebel, der sich in die ortsübliche Dachlandschaft integriert und mit dem erdgeschoßigen Vorbau die Kleinteiligkeit der Dorfansicht aufgreift. Eine durch die Auffaltung des Daches generierte Viergeschoßigkeit schafft am neuen Platz südöstlich des Neubaus, im vorliegenden Projekt als Amtsplatz bezeichnet, Präsenz. Der Baukörper vermag den öffentlichen Raum neu zu ordnen und die Platzgestaltung weiß dies zu stärken. Die Baumreihe in der Ausweitung der Marktgasse vermittelt zwischen Neubau und Landsgemeindeplatz und besetzt den Vorbereich von Blumenladen und Bibliothek. Nach einer Einschnürung öffnet sich südöstlich der Amtsplatz. Flankiert von einer Rosskastanie und einem Brunnen findet sich hier der Zugang zum Verwaltungsgebäude. Die komplexe volumetrische Ausformung ist eine städtische Typologie, die im lokalen dörflichen Kontext fremd wirkt. Auch erscheint das Gebäude insbesondere in der Übereckansicht sehr groß.

3. Preis
Architektur: Thomas K. Keller Architekten, St. Gallen (CH)

Projektbeurteilung (Juryprotokoll-Auszug)
Die Aufgabe wird als Großform interpretiert, deren ruhige rechteckige Grundform den Gassenraum fasst und vom Landsgemeindeplatz mit einer Aufweitung in den Platz südöstlich des Neubaus überführt. Trotz des deutlichen Maßstabssprungs zu den Nachbarbauten und der eigenständigen Morphologie mit dem großen Walmdach sitzt der Baukörper ausgewogen im Kontext. Durch die tief angesetzte Traufe erscheint er in einer Dreigeschoßigkeit, die den Bezug zu den umliegenden Bauten herstellt. Rückseitig vermittelt ein Sockelvolumen mit „Gartenhaus“ zur kleinteiligen Siedlungsstruktur. Das gewalmte Dach, das sich am Rathaus orientiert, betont inmitten der kleinteiligen Bürgerhäuser mit ihren steilen Giebeldächern bewusst die öffentliche Nutzung des Gebäudes. Konzipiert ist das Projekt im Prinzip überzeugend als Skelettbau, der im Erdgeschoß durch die Pfeiler in Kunststein einen hallenartig offenen Raum für die Bibliotheksnutzung erzeugt. Durch das Einziehen der Fassade im Erdgeschoß werden die Aussenpfeiler freigespielt und bilden eine kleine, umlaufende Kolonnade, die dem Gebäude in seinem Ausdruck einen sehr öffentlichen Charakter und dem Baukörper optisch eine gewisse Leichtigkeit verleiht. In den oberen Geschoßen wechselt die Konstruktion zu einem Holz-Skelettbau mit Mittelkorridor und zweiseitig orientierten Büroräumen, die eine hohe Nutzungsflexibilität zulässt.

4. Preis
Architektur: Knorr & Pürckhauer Architekten, Zürich (CH)


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