Naturstein

Interview. Regionale Baustoffe im Aufwind

© Poschacher
„Geringer ökologischer Fußabdruck heimischer Natursteine wird immer mehr zum Thema.“ Anton Helbich-Poschacher
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Wer am Material spart, baut auf lange Sicht teurer, erläutert Anton Helbich-Poschacher, Eigentümer der Poschacher Natursteinwerke, im Interview mit Richard Watzke. Planer sollten regionale Natursteine aus Österreich dezidiert in der Ausschreibung definieren.

Welche Anforderungen gelten für ­Bau­stoffe im öffentlichen Raum?
Auftraggeber wünschen ein einheimisches Material in bester Qualität, eine hohe Maßgenauigkeit und schnelle Lieferfähigkeit, Flexibilität in der Produktion und Lieferung, und das alles noch ressourcenschonend und umweltfreundlich.

Wie wichtig ist die Regionalität für Auftraggeber?
Der Gedanke „Zurück zum Ursprung“ setzt sich nicht nur in der Lebensmittelindustrie immer stärker durch. Wir merken, dass auch bei vielen Auftraggebern das Bewusstsein steigt und sie auf Qualität aus Österreich setzen.

Warum sind billige Bodenbeläge ­langfristig teuer?
In der Heimat gewachsene Natursteinvorkommen haben meist eine höhere Qualität und bessere technische Kennwerte. Spart man hingegen an falscher Stelle beim Material, können Sonderanfertigungen, Sanierungen oder Erweiterungen zu einem späteren Zeitpunkt schnell teuer werden. Oft gibt es das Material nicht mehr oder Nachlieferungen sind empfindlich teurer. Ebenso sind stärker dimensionierte Bodenplatten um ein Vielfaches dauerhafter als dünnere und billigere Platten. Sie halten den Belastungen länger stand und müssen seltener saniert oder ausgetauscht werden. Heimisches, hochwertiges Pflaster hält „ewig“ und bietet darüber hinaus eine Topqualität gegenüber Belagsmaterialien wie Asphalt.

Was sind die Hauptargumente für österreichische Granite?
Ein zentrales Kriterium sind die sehr guten technischen Kennwerte und damit verbunden die hohe Beständigkeit und Langlebigkeit, wie sich an vielen Projekten belegen lässt. Österreichische Natursteinvorkommen
sind gut erschlossen und Nachlieferungen schnell und einfach zu gewährleisten. Darüber hinaus stärkt ihre Verwendung den Arbeitsmarkt und die heimische Wirtschaft, gepaart mit kurzen Transportwegen und einem kleinen ökologischen Fußabdruck.
 
Welche Vorteile bietet die Gewinnung und Verarbeitung aus einer Hand?
Eine ideale Abstimmung zwischen der Gewinnung und Verarbeitung, denn die Blockgrößen werden auf die Formatwünsche des Bauherrn abgestimmt. Ebenso lassen sich Sonderwünsche schneller realisieren, wenn die gesamte Produktionskette in einer Hand ist.
 
Was müssen Planer bei Belägen aus Naturstein unbedingt beachten?
Was Architekten und Planer vorgeben, trägt maßgeblich zum Gelingen eines Projekts bei. Ist in der Ausschreibung einfach nur Granit ohne genauere Spezifikationen angeführt, wird von den Bietern fast immer das billigste Produkt angeboten, also irgendein Material, welches oft nicht einmal aus Österreich oder der EU kommt, sondern aus dem asiatischen Raum. Möchte der Bauherr aber Qualität aus Österreich haben, ist es wichtig, diese Vorgaben in die Ausschreibungen einfließen zu lassen. Dazu gehören nicht nur der Name eines Materials, sondern auch technische Kennwerte wie Wasseraufnahme und Abriebfestigkeit, die Abbauregionen, die Distanz des Abbauorts und vieles mehr. Zu beachten sind auch die betreffenden Verarbeitungsnormen, denn manche Import-Bodenplatten entsprechen nicht unseren Ö-Normen. Das gilt etwa für die Mindestrauigkeit auf den Unterseiten und Seitenflächen. 

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