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Innovative Modernisierung von Gründerzeitgebäuden

© Alexander Gebetsroither
Die Sanierung des Franziskaner­klosters in Graz zum Null­emissionsgebäude hatte Leuchtturmcharakter.
© Alexander Gebetsroither

Die Reduktion des Energie- und des fossilen Brennstoffverbrauchs, welcher mehr als 40 Prozent des Energieverbrauches in der Europäischen Union ausmacht, stellt ein Kernthema der Nachhaltigen Energie­politik in der EU dar. Das BMVIT fördert im Rahmen des Programms Stadt der Zukunft und des Vorgänger­programms Haus der Zukunft auch die Modernisierung von Gebäuden aus der Gründerzeit.

Unter dem Leitprojekt Gründerzeit mit Zukunft soll die thermisch-­energetische Qualität von zukünftigen Sanierungen deutlich verbessert und damit ein Beitrag zu einem CO2-neutralen Gebäude­sektor geleistet werden. Ziel ist die forcierte gesamtheitliche Modernisierung von Gründerzeitgebäuden unter Anwendung inno­vativer technischer und organisatorischer Lösungen. Mit Demonstrations­projekten werden Wege aufgezeigt, wie die tech­nischen, wirtschaftlichen, sozialen und rechtlichen Hindernisse bei der innovativen Sanierung von Gründerzeitgebäuden überwunden werden können.

Die Auswahl der Demonstrationsprojekte repräsentiert die städtebauliche Bandbreite an Gründerzeitgebäuden in Wien, vom Arbeiterwohnhaus in den Außenbezirken bis zum gründerzeitlichen Stadtpalais. Die zentralen Innovationen umfassen eine energetisch hochwertige Sanierung der Gebäude unter Einsatz von Passivhauskomponenten (Lüftungsanlage, hochwertige Dämmung, ggf. Innendämmung) sowie den konsequenten Einsatz innovativer möglichst klimaneutraler Haustechniksysteme.

SchulRen+: Innovative Schulsanierungen auf PlusEnergie-Niveau

Das mit den Projektpartnern ­gharakhanzadeh sandbichler architekten durchgeführte Projekt am Beispiel einer konkreten Schule (Franz Jonas Europaschule, Deublergasse, Wien 21) hat durch die Erstellung von innovativen Konzepten und einer umfassenden Analyse aufgezeigt, dass eine Plus-Energie-Sanierung eines typischen Wiener (Gründerzeit-)Schulgebäudes aus bautechnischer, räumlich-funktionaler und energetischer Sicht machbar ist. Eine um­fassende thermische Sanierung, sowie rund 400 m² Photovoltaik und 30 m² solarthermische Kollektoren führen zu einer negativen pri­mär­energetischen Jahresbilanz. Dadurch werden pro Jahr ca. € 50.000 an Energiekosten eingespart. Werden nur die energetisch relevanten Sanierungsmaßnahmen bewertet, ergibt sich eine Amortisationszeit von ca. 16 Jahren, andernfalls ist mit über 30 Jahren zu rechnen.

New4Old – Neue Energie für alte Häuser
Das Projekt New4Old warb vor allem für den Einsatz erneuerbarer Energien und die effiziente Energienutzung in historischen Ge­bäuden. Es konzentrierte sich dabei auf die Sanierung alter und erhaltenswerter Gebäude, die „Leuchtturmcharakter“ haben würden. Im Projekt wurden technische Planungsgrundlagen in Form eines Leitfadens für Architekten, Planer und Projektentwickler erstellt und Weiterbildungsveranstaltungen im Bereich der Inte­gration erneuerbarer Energiequellen und effizienter Energie­nutzung in historischen Gebäuden durchgeführt.

Das Franziskanerkloster im Zentrum von Graz, unmittelbar in der Nähe der Mur, beherbergt noch Teile der mittelalterlichen Stadtmauer. Mit Respekt und Behutsamkeit, aber auch mit Entschlossenheit ging das Kloster die thermische und energetische Sanierung seiner Gebäude an. Aufbauend auf dem Sanierungskonzept und eingebettet in einen Masterplan, der alle Gebäude des Klosters umfasste, wurde eine einzigartige thermische Solaranlage am Südtrakt des Klosters, mitten im UNESCO-Kulturerbe-Ensemble der Altstadt, installiert, zahlreiche weitere konkrete Sanierungsmaßnahmen wurden umgesetzt. Die Sanierung zum Nullemissionskloster erfolgt in vier Schritten:

  • Energieeffizienz: Austrocknen der Wände, Dämmen wo möglich, Sanierung Kastenfenster
  • Thermische Solarnutzung: für Warmwasser und Heizung, Bauteilheizung
  • Effizientes Heizen, Wärmepumpen: Energiequellen Solaranlagen und Brunnen, drei Pufferspeicher, Heizraum zentral im Gebäude
  • Stromerzeugung: aus Photovoltaik und Windkraft oder aus Ökoanlagen-Beteiligung

Passivhaus-Sanierungsbauteilkatalog – zweite Ausbaustufe
Die Notwendigkeit für die Reduzierung des Klimawandels führt bereits jetzt zu einer intensiven Beschäftigung mit der hoch­wertigen Sanierung der Gebäudehülle. Der Integration von energie­gewinnenden Fassadenteilen wird in Zukunft auf dem Weg in eine nachhaltigere Lebensweise eine weitere wesentliche Rolle zukommen. Der Passivhaus-Sanierungsbauteilkatalog ist ein Standard­werk für nachhaltige Lösungen und Grundlagen in der Althaussanierung. Planern, Ausführenden und Baustoffherstellern werden bauphysikalisch, ökologisch und technisch geprüfte Konstruktionen angeboten, die eine nachhaltige Sanierung des Althausbestandes ermöglichen.

Download
PH-Sanierungsbauteilkatalog: Zweite Ausbaustufe
PH-SanPlus. Schriftenreihe 48/2012 Th. Zelger,
T. Waltjen, et. al., Herausgeber: bmvit. 644 Seiten
Download unter nachhaltigwirtschaften.at

Informationen
nachhaltigwirtschaften.at
bmvit.at


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