360 Bauwelt

Immobilien-Oscar für Innovation und Nachhaltigkeit

© FIABCI/Jana Madzigon
Hannes Horvath (Juryvorsitzender FIABCI Prix d’Excellence), Andreas Millonig (COO IMMO united), Sabine Müller (Chief Innovation & Marketing Officer Value One, Sieger Kategorie „Wohnen“ Prix 2020), Matthias Gass (Präsident FIABCI Austria), Anton Holzapfel, GF ÖVI (v. l.)
© FIABCI/Jana Madzigon

Der neue Preis will realisierte Projekte auszeichnen, die nicht auf Regularien warten, sondern Eigeninitiative in Sachen Klimawandel und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit zeigen.

Die Pandemie hat die Immobilienbranche vor große Herausforderungen gestellt, aber auch den Innovationsgeist von heimischen Architekten, Hoteliers, Bauträgern, Gewerbetreibenden und Investoren geweckt. Viel Neues ist entstanden, Altbestand wurde neu gedacht und neu gestaltet.
Diesem Innovationsgeist will der diesjährige FIABCI Prix d’Excellence Austria Rechnung tragen und ihn auszeichnen. Die Branchenverbände FIABCI, der Internationale Verband für Immobilienberufe, und der ÖVI (Österreichischer Verband der Immobilienwirtschaft) vergeben den Preis heuer zum dritten Mal. Auf internationaler Ebene gilt die Auszeichnung schon seit mehr als 25 Jahren als eine der begehrtesten in der Branche. Österreich ist eines von 20 Ländern, das den FIABCI Prix d’Excellence als nationalen Preis auslobt.
„Mit großem Ressourcenaufwand ist es uns gelungen, den Award als fixen Bestandteil unserer Arbeit zu verankern, weil er die Bühne für außerordentliche Immobilienprojekte in Österreich schafft“, erklärt Matthias Gass, seit Herbst 2021 neuer Präsident der FIABCI Austria. „Um diese Innovation sichtbar zu machen, laden wir die Branchenexperten ein, ihre Projekte einzureichen und damit das Qualitätsbewusstsein für zukunftsorientierte Immobilien zu fördern.“

Green Deal als Herausforderung für die Immobilienwirtschaft
Wie können Bauträger, Projektentwickler und Architekten wirtschaftlich nachhaltige Immobilien planen und bauen, ohne an den überbordenden Regularien zu scheitern? „Der Entwurf der EU-Kommission zu einer Neufassung der Gebäuderichtlinie sieht de facto ab 2027 eine Sanierungspflicht für 15 Prozent aller Gebäude vor. Wie Eigentümer und Betreiber dies umsetzen sollen, steht allerdings nirgends geschrieben, nur dass die Umsetzung in der Verantwortung der Mitgliedsstaaten liegt“, sagt Anton Holzapfel, Geschäftsführer des ÖVI.

Interdisziplinär besetzte Jury
Der überstrapazierte Begriff der „Nachhaltigkeit“ werde beim Prix d’Excellence breiter betrachtet, so Hannes Horvath, Juryvorsitzender des FIABCI Prix d’Excellence Austria: „Wirklich nachhaltig ist eine Immobilie, wenn sie rundum positive Auswirkungen hat: auf die Gesellschaft, das Umfeld, die Nutzer und die Umwelt. Wenn das alles zutrifft, wird das Gebäude auch wirtschaftlich nachhaltig und auch künftig für Investoren interessant sein.“ Schwierig werde es allerdings bei der Messung von „wirklicher“ Nachhaltigkeit, betont Horvath: „Wir haben da leider einiges verlernt. In der Vergangenheit wurden Gebäude und öffentliche Plätze geschaffen, die Hunderte Jahre nachgefragt und immer noch sinnvoll genutzt werden. Heute reißt man schon Gebäude ab, die gerade einmal 20 Jahre alt sind. Das ist jedenfalls nicht nachhaltig, selbst wenn es Niedrigenergiegebäude waren. Da viele relevante Faktoren von Nachhaltigkeit mit menschlichen Grundbedürfnissen zu tun haben, sind sie noch nicht messbar und werden daher nicht ernst genommen.“
Besonders wichtig ist es der Jury des FIABCI Prix d’Excellence Austria, jedes eingereichte Projekt aus verschiedensten Blickwinkeln zu betrachten und alle Gedankenansätze der Jurymitglieder zuzulassen. Um den Diskurs möglichst offen zu halten, setzt man auch auf eine interdisziplinär besetzte Jury, die sich aus neun Personen aus unterschiedlichen Branchen zusammensetzt. Unter den Jurorinnen und Juroren sind neben Hannes Horvath unter anderem Matthias Rant, Präsident des österreichischen Sachverständigenverbandes, Architektin Christa Reicher und der Markt- und Meinungsforscher Peter Hayek vertreten.

FIABCI Prix d’Excellence Austria 2022
Von 1. März bis 30. Juni 2022 können neben den Eigentümern alle maßgeblich am Projekt Beteiligten wie Architekten, Projektentwickler, Investoren etc. ihre Projekte für den österreichischen „Immobilien-Oscar“ in fünf Kategorien einreichen:
Wohnen (frei finanziert)
Gewerbe (Büro, neue Arbeitswelten, Coworking, Retail, Logistik, Produktion etc.)
Hotel (inkl. betreutes Wohnen,
Studentenheime etc.)
Altbau (Renovieren und Bauen im Bestand)
Spezialimmobilien (z. B. öffentliche Gebäude, Museen, subventionierte Immobilien aller Art)

Im Gesamtkontext
Anders als reine Architekturpreise bewertet dieser international etablierte Award Projekte in ihrem gesamten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kontext. Neben klassischen Aspekten wie Funktionalität, Ökonomie und Architektur sind Planer und Bauträger heute auch gefordert, für Nachhaltigkeit in all ihren Facetten zu sorgen. Die Jury bewertet unter anderem das Projektkonzept, die Projektentwicklung und Architektur sowie Nachhaltigkeit, Innova­tion und Nutzungsperspektiven. 

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