341 Naturstein

Im Einklang mit Mensch und Natur

© Kogler Natursteinwerk
Fassadenbekleidung in Klagenfurt
© Kogler Natursteinwerk

Richard Watzke im Gespräch mit Werner Kogler, Geschäftsführer des Kogler Natursteinwerks in St. Urban, Kärnten

von: Richard Watzke

Welches Potenzial sehen Sie für regio­nalen Naturstein?
Naturstein war immer gefragt, wird es auch immer sein, denn er ist einzigartig, und das in jeder Form! Als Baumaterial hat er sich nicht von ungefähr von der Antike bis heute bestens bewährt. Nicht nur in optischer Hinsicht, sondern vor allem auch in Fragen der Beständigkeit. Gerade unser Diabas, der blaugrüne Carat, ist aufgrund seiner Entstehung als über 400 Millionen Jahre altes Vulkangestein ein Glücksfall, und das in jeder Hinsicht. Weit über die Grenzen Kärntens hinweg weiß er durch seine besondere Beschaffenheit und herausragende Optik zu begeistern. Vor kurzem errichtete ein Wiener Bauherr unweit unseres Werks ein modernes und repräsentatives Domizil. Er war vom Carat und der Region dermaßen begeistert, dass wir es komplett ausstatten durften. Aber auch lokale Auftraggeber schätzen den Baustoff Carat so sehr, dass er nahezu omnipräsent ist. Gibt es einen schöneren Beweis für regionale Verbundenheit?

Welche Auflagen müssen Sie bei der Gewinnung beachten?
Wie jeder Betrieb unterliegen wir gesetzlichen Bestimmungen, die konsequent eingehalten werden. Da wir uns mitten in einer Urlaubsregion befinden und auch unabhängig davon selbst in einer intakten Umwelt und vor allem Natur leben wollen, unternehmen wir alles, was nur möglich ist, um sämtliche Emissionen so knapp wie möglich zu halten und bereits im Betriebsgelände höchste Sorgfalt walten zu lassen. Eine eige­ne Sprinkleranlage sorgt für ein Minimum an Staub, sämtliche Lastkraftwägen und Pkw durchqueren vor Verlassen des Werks eine eigene Waschstraße. Modernste geräuscharme Geräte sind eine Selbstverständlichkeit. Bei Sprengungen werden die Anrainer informiert und alles unternommen, um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten. Es wird monatlich ein bis zwei Mal gesprengt, in den Sommermonaten weniger. Immer schon hat bei uns die Lebensqualität rund ums Werk einen dermaßen hohen Stellenwert, dass wir sogar auf eigene Kosten ein ganzes Jahr lang ununterbrochen Lärmmessungen vorgenommen haben, um ständig zu überprüfen und nachzubessern. Es gab und gibt keine einzige Überschreitung der Grenzwerte. Hunderttausende Euros sind hierfür investiert worden, das zahlt sich aus.

Welche Produkte fertigen Sie aus dem Rohmaterial?
Die Frage wäre besser so gestellt: Was fertigen wir nicht? Tatsächlich deckt unser Angebot sämtliche Bereiche des Wohnbaus ab, ob innen oder außen. Wir fertigen nicht nur sämtliche klassische Bauprodukte aus Naturstein wie Fliesen, Bodenplatten, Krustenplatten, Pflastersteine, Blockstufen und Mauersteine, sondern auch Wandverkleidungen, Dekorkiese, Brunnen und vieles mehr. Zudem sind wir durch unseren unmittelbaren Zugriff auf das Rohmaterial in der Lage, individuelle Sonderanfertigungen wie Säulen und Wasserbecken auszuführen.

Wie profitieren Auftraggeber von einer Verarbeitung vor Ort?
Die Hauptvorteile sind Schnelligkeit, Flexibilität und Verlässlichkeit. Die Wege, die unsere Produkte zurücklegen, sind sehr kurz, und es wird direkt geliefert, ohne lange Umwege und Zwischendepots. Sämtliche Abbau-, Produktions- und Fertigungshallen und auch die Lager befinden sich auf dem Werksgelände. Entsprechend klein ist daher der CO2-Rucksack. Darüber ­hinaus können wir als Natursteinproduzent durch die Eigenfertigung rasch reagieren. Unvorhergesehene Planänderungen sind kein Problem. Gerade wegen der kurzen Wege können wir rasch Hilfestellung leisten und neue Lösungen anbieten. Die jahrzehntelange Erfahrung, der Zugriff auf hochwertiges Rohmaterial, modernste Technik beim Abbau und in der Verarbeitung, umfassende Beratung und ein ständig erreichbarer Service sind Vorteile, die anspruchsvolle Auftraggeber besonders schätzen.  

Wie werden die nicht mehr genutzten Bereiche des Steinbruchs renaturiert?
In Kärnten gibt es eine gesetzliche Regelung zur Renaturierung, das Naturschutz- und Landschaftsschutzgesetz. Die Vorgaben darin erfüllen wir gewissenhaft; Begrünung und Bewaldung sind keine Themen, die man extra besprechen muss. Da wir aber zurzeit nur wenige Flächen haben, die nicht dem Abbau dienen, stellt sich die Frage nur marginal. Auf den ehemaligen Halden hat sich nach der Bepflanzung wieder eine reichhaltige Fauna entwickelt, von kleinsten Kriechtieren und Insekten angefangen bis zu Wild und Raubvögeln. Wir sind sehr froh, das beobachten zu dürfen, schließlich ist das ein weiterer Beweis für die Verträglichkeit des Betriebes mit der Natur.

Welche Anforderungen stellen Auftraggeber an Material und Ausführung?
Kurz gefasst: Qualität und Preis müssen stimmen! Wir legen höchsten Wert auf besondere Qualität und sortieren streng unser gewonnenes Material in jenes für den Tiefbau  – schließlich hat in den 1950er-Jahren alles mit einem Schotterwerk begonnen – und jenes für den Hochbau. Alle Produkte unserer Fertigungsstraßen unterliegen strengster Kontrolle und wir legen großen Wert darauf, den individuellen Wünschen unserer Kunden gerecht zu werden. Die Verhältnismäßigkeit des Preises ist ein ungeschriebenes Gesetz, schlechte Kalkulation und Wucher sind ein No-Go. Der Markt ist groß und manchmal für Endverbraucher unüberschaubar geworden, vor allem durch das Hereindrängen „billiger Exoten“. Als österreichische Produzenten müssen wir uns jedoch nicht fürchten, denn für höchste Qualität und Verlässlichkeit sind Kunden und Auftraggeber bereit, den dementsprechenden Marktwert zu zahlen.


Alle Fotos: © Richard Watzke

Pünktlich zum 750. Bestehen wurden die Natursteinböden im Schloss Marchegg sorgfältig erneuert.

Weiterlesen

Der ecoplus Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich entwickelte ein Rechenmodell zur Prognose des Schallschutzes von ein- und mehrschaligen…

Weiterlesen
© Peter Oswald & Daniel Sostaric
Menschen

STUDIO WG3

„It‘s all about details.“

Weiterlesen
© Martin Steiger

Klaus Baringer heißt der neue Obmann des Verbandes gemeinnütziger Bauvereinigungen (GBV).

Weiterlesen
Alle Fotos: © Chris Mavric

Bei der Generalsanierung des Wiener Gartenbaukinos stand die Rückführung in den von Robert Kotas 1960 hinter­lassenen Originalzustand im Vordergrund.…

Weiterlesen
Foto: Felix Pitscheneder © Peikko

In den Vorhallen der hinduistischen Tempel ist jede Säule ein Einzelstück. So ist es auch in der offenen Säulenhalle STOA169 in der Nähe des…

Weiterlesen
Alle Fotos: © Karin Lernbeiß

Graz Museum Schlossberg / Studio WG3

Weiterlesen
© Architekturbüro Reinberg

„Architektur für eine solare Zukunft“

Weiterlesen
© vic schwarz

„Europe 40 under 40“ Award für Oliver Steinbauer

Weiterlesen
© ÖFM/Bruno Klomfar

Das Kino ist eine Maschine. Es funktioniert am besten, wenn es unsichtbar ist, so die These Peter Kubelkas. Denn je mehr Aufmerksamkeit und Farbe der…

Weiterlesen

Abonnement und Mediadaten

Sie wollen die führende österreichische Fachzeitschrift kennen lernen?
Sie wollen sich über Erscheinungstermine, Schwerpunkte und Werbemöglichkeiten informieren?

Hier sind Sie richtig.  

Abonnement

Mediadaten

Anmeldung zum Newsletter

Frau / Mrs  Herr / Mr