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Gut eingepackt

Foto: Ivar Kvaal © Atelier Oslo
Platten aus XPS eignen sich besonders für die Dämmung im Sockelbereich.
Foto: Ivar Kvaal © Atelier Oslo

Ob mineralisch, synthetisch oder pflanzlich: Dämmstoffe gibt es in allen erdenklichen Arten. Wichtig ist die Wärmeleitzahl.

Wärmedämmung ist die Reduktion des Durchganges von Wärmeenergie durch eine Hülle, um einen Raum vor Abkühlung oder Erwärmung zu schützen. Sowohl beim Neubau als auch bei der Sanierung rechnet sich das dicke Dämmen nachweislich innerhalb einer relativ kurzen Zeit: die oberste Geschoßdecke und das Dach nach drei bis vier Jahren, die Fassade und die Kellerdecke in sieben bis acht Jahren.

Wärmeleitung in Baustoffen
Die Wärmeleitung, auch Wärmediffusion oder Konduktion genannt, bezeichnet den Wärmestrom in einem Feststoff aufgrund von Temperaturdifferenzen. Die Wärmeleitzahl λ (Lambda) gibt jene Wärmemenge in Watt an, die durch eine Fläche von 1 m² bei einer Temperaturdifferenz von 1 K und
einer Schichtstärke von 1 m in 1 s strömt. Abhängig ist die Wärmeleitfähigkeit vom Poren- und Wassergehalt sowie von der Dichte. Je lufthaltiger, leichter und trockener ein Stoff ist, desto geringer die Wärmeleitung und desto besser die Dämmung.

Dämmstoffauswahl
Dämmstoffe gibt es in allen erdenklichen Arten. Im Zeitalter des Energieausweises und der damit verbundenen Förderungen sind Eigenschaften wie Dämmwert des Gesamtaufbaues sowie Anforderungen an den Feuchte-, Brand-, Schall- und Klimaschutz am wichtigsten. Hier sind die landesgesetzlichen Bauvorschriften sowie Normen und OIB-Richtlinien zu beachten.

Mineralische Dämmstoffe
Schaumglas ist der gebräuchlichste mineralische Dämmstoff. Er besteht aus reinem, geschäumtem Glas. Die Rohmaterialien sind Quarzsand und Recyclingglas. Es ist völlig frei von Schadstoffen, absolut wasser- und dampfdicht, nicht brennbar, schädlingssicher, druckfest, maßbeständig und leicht zu bearbeiten.
Glasschaum-Granulat ist ein mineralischer Dämm- und Leichtbaustoff, der aus Recyclingglas hergestellt wird. Das gesammelte Material wird vermahlen und zusammen mit einem mineralischen Blähmaterial zu einem „Glasschaum-Kuchen“ gebacken. Das Produkt wirkt aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften dämmend, ist formstabil und alterungsbeständig.
Glaswolle: Quarzsand, andere Stoffe zur Glasherstellung und bis zu 50 Prozent Altglas werden bei ca. 1350 °C geschmolzen, zu Fasern versponnen und mit einem Bindemittel zu Dämmstoffen verarbeitet.
Blaswolle: Unbrennbar, ökologisch zum Auf- und Einblasen im Holzbau. Mit einem Schmelzpunkt bei 700 °C bestens geeignet für präventiven baulichen Brandschutz. Steinwolle: Basalt, Diabase, Kalkstein und Hochofenschlacke werden bei ca. 1600 °C geschmolzen, zu Fasern versponnen und zu Dämmstoffen verarbeitet.

Synthetische Dämmstoffe
Beim Expandierten Polystyrol (EPS oder „Styropor“) werden Polystyrol-Perlen mit Wasserdampf bis auf das 50-Fache ihres Volumens aufgebläht und zu großen Blöcken verschweißt, die dann zu Platten geschnitten werden. EPS besteht daher zu 98 Prozent aus Luft und zu 2 Prozent aus Polystyrol, dem Zellgerüst. Extrudiertes Polystrol (XPS) wird aus Erdöl gewonnen. XPS wird in Österreich nur noch mit CO2 geschäumt. Es eignet sich als Dämmmaterial für Keller und Flachdächer. Resol-Hartschaum aus dem Rohstoff Bakelit­harz dämmt extrem gut. Mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,022 W/mK dämmt er fast doppelt so gut wie herkömmliche Dämmstoffe.

Pflanzliche Dämmstoffe
Hanf ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Erde und weist ganz besondere Eigenschaften auf: Der schnell wachsende Rohstoff reinigt schon in der Wachstumsphase die Luft von CO2 und trägt so zu einer positiven Klimabilanz bei. Hanf ist durch Bitterstoffe und Eiweißfreiheit auch ohne Einsatz von Pestiziden von Natur aus resistent gegen Schädlingsbefall. Hanf-Bestandteile sind beim Rückbau von Gebäuden kompostierbar. Holzfaserdämmstoffe werden aus frischen Schwarten, Spreißeln und Hackschnitzeln hergestellt, die im Sägewerk in großen Mengen als Restholz anfallen. Bei geringem Primärenergieverbrauch werden sie maschinell zerfasert und anschließend im sogenannten Nassverfahren unter Zugabe von Wasser und Wärme zu einer Art Brei gemischt. Vorteil dieser Methode: Um stabile Dämmplatten zu gewinnen, sind keine Klebstoffzusätze nötig; die Holzfasern kleben vielmehr von selbst.
Die Zellulose-Einblasdämmung wird aus sortiertem Zeitungspapier hergestellt. Durch den Einblasvorgang mit der richtigen Dichte zwischen 28 und 65 kg/m3 entsteht eine fugenlose Dämmschicht.
Stroh – die getrockneten Halme der Pflanzen ohne Wurzeln und ohne Ähre – ist ein schnell wachsendes und leicht zu bearbeitendes Material, das als nachhaltiger Baustoff mit guten Wärmedämmeigenschaften eingesetzt werden kann.
Flachs wiederum ist eine seit über 5000 Jahren bekannte Kulturpflanze, die als Rohstoff für Leinengarne und Stoffe dient. Die robusten Fasern der Flachspflanze werden ohne Einsatz von synthetischen Stützfasern zu hochwertigen Dämmplatten für die Wärme- und Schalldämmung verarbeitet.
Unter den tierischen Dämmstoffen eignet sich Schafwolle als Schallschlucker. 350.000 Kilogramm des natürlichen Rohstoffs werden pro Jahr in Österreich geschoren. Nach der Schur wird die Wolle gewaschen, aufgelockert und schichtweise übereinander „getäfelt“. Rund 50 dieser luftigen Schichten werden zu einem kompakten Vlies verdichtet. Es nimmt trotz der kompakten Form noch immer bis zu 33 Prozent Feuchtigkeit auf.

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