350 Projekte

Eine Stadt für sich

© Pez Hejduk
Zum Bahnhof zeigt sich das Gebäude in seiner gesamten Höhe von 35 Metern, nach Süden fällt es zweimal ab.
© Pez Hejduk

Wohnbau Sonnwendviertel BPL C.11.A / Baumschlager Eberle

Dass Laptop-Arbeitende unbekümmert zu Hause bleiben können, wie in der Projektbeschreibung des Architekturbüros zu lesen ist, weil das Gebäude so etwas wie eine kleine Stadt für sich darstellt, mag in Zeiten des Homeoffice für manche beruhigend wirken. Schließlich hat der 35 Meter hohe Wohnturm beim Wiener Hauptbahnhof, der den Beginn des Sonnwendviertels im Norden markiert, eine erkleckliche Anzahl an Gemeinschaftsflächen, Mehrzweckräumen und Gemeinschaftsterrassen zu bieten. Ziel des 2016 unter dem Titel „generationen: wohnen in Wien Favoriten, Währing und Donaustadt“ ausgelobten Bauträgerwettbewerbs war die Realisierung von kostengünstigen, qualitätsvollen, innovativen und ökologischen Wohnbauten. Je Bauplatz musste daher mindestens ein Drittel der Wohneinheiten als SMART-Wohnungen geplant werden. In der ersten Wettbewerbsstufe waren von den Projektteams eine Leit­idee und grundlegende, konzeptionelle Lösungsvorschläge zum SMART-Wohnen zu entwickeln. Die wichtigsten Eckpunkte der Ausschreibung waren, Konzepte für unterschiedliche Bedürfnisse von jungen und älteren Bewohnern zu erarbeiten, ein adäquates Angebot von Grund­rissen auch für spezielle Wohnformen wie Patchwork-Wohnen oder generationenübergreifendes Wohnen und ein Besiedlungsmanagement zu überlegen.

Mehr Gemeinschaftsräume
In der zweiten Wettbewerbsstufe gewann der Wohnbauträger EGW Heimstätte gemeinsam mit dem Architekturbüro Baumschlager Eberle und dem Landschaftsplaner Thomas Proksch auf dem vom wohnfonds_wien gemeinsam mit der ÖBB Immo zur Verfügung gestellten Baufeld beim Hauptbahnhof. Das nun fertiggestellte Wohnhaus organisiert Lichthöfe, Stiegenhaus- und horizontale Erschließungen in einem engmaschigen Netz über einem trapez­förmigen Grundriss. Kleinere Wohnflächen, dafür mehr Gemeinschaftsräume – so das Konzept dieses Wohnbaus. Im Erdgeschoß führt ein Weg durch das gesamte Hochhaus. Der zweigeschoßige Gemeinschaftsraum ist von der Fassade bis zum Lichthof durchgesteckt. Von den insgesamt 79 mit Holz-Alu-Fenstern und Parkettböden ausgestatteten Wohnungen ist rund ein Drittel als SMART-Wohnungen ausgeführt. Einige davon verfügen auch über getrennt begehbare Zimmer. Während sich das Gebäude nach Norden, zum Bahnhof, in seiner gesamten Höhe zeigt, fällt es nach Süden hin zweimal ab und nimmt damit die Dimensionierung des nahen Sonnwendviertels auf. Der Wohnbau aus Betonfertigteilelementen präsentiert sich an den Fassaden in einem Wechselspiel von streng gerasterten Sichtbeton-­Fertigteilloggien und strukturierten, in grau gehaltenen Putzflächen.

Projekt
Wohnbau Sonnwendviertel, Maria-Lassnig-Straße 2, 1100 Wien

Bauherr
EGW Heimstätte GmbH, egw.at

Architektur
Baumschlager Eberle Wien GmbH, baumschlager-eberle.com

Landschaftsplanung
Land in Sicht – DI Thomas PROKSCH (Wien), gpl.at

Statik
Mischek ZT GmbH

Projektdaten
Grundstücksfläche: 1944 m²
Bebaute Fläche: 1334 m²
Bruttogeschoßfläche: 8500 m²
Nutzfläche: 6754 m²
79 Wohnungen, davon 1/3 SMART-Wohnungen

Materialien
Fassade: Betonfertigteile mit Vollwärmeschutzfassade
Fenster: Holz-Alu
Bodenbeläge: Betonplatten

Projektablauf
Wettbewerb 01/2016 „Generationen: Wohnen“ in Wien Favoriten, Währing und Donaustadt – Projektgebiet Sonnwendviertel III, Wien 10
Planungsbeginn 03/2016
Baubeginn 12/2017
Fertigstellung 10/2019

Wettbewerbsdokumentation
ARCHITEKTURJOURNAL / WETTBEWERBE 2/2016 (325)

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