349 Naturstein

Ein starkes Team

© Richard Watzke
Schwimmbadwasser kann aufgrund seiner Zusätze aggressiv gegenüber dem Naturstein sein.
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Für den Einsatz von Naturstein auf Außenflächen gibt es viele gute Gründe. Der Geschäftsführer des Deutschen Naturwerkstein-Verbands DNV, Reiner Krug, erläutert die wichtigsten Grundsätze bei der Planung und Ausführung.

von: Richard Watzke

Naturstein und Wasser – was müssen Planer beachten, damit beide gut zusammenpassen?
Reiner Krug: Grundsätzlich ist die Verträglichkeit des vorgesehenen Natursteins mit dem Wasser zu prüfen. Hierbei ist zu beachten, dass Wasser sehr unterschiedlich ist und beispielsweise Schwimmbadwasser sich wesentlich von Leitungswasser unterscheidet. Die Härte, der pH-Wert, die Temperatur des Wassers sowie mögliche Zusätze wie beispielsweise Chlor haben einen großen Einfluss auf die Aggressivität des Wassers gegenüber dem Naturstein. Hinsichtlich der Natursteine ist deren Widerstandsfähigkeit gegen lösende Angriffe und Verfärbungen zu prüfen. Empfindliche Natursteine wie Kalkstein und Sandstein können durch Imprägnierungen oder sogar Versiegelungen geschützt werden. Hinsichtlich der Eignung der Natursteine sollten entsprechende Erfahrungen vorliegen.

Welche Faktoren sind im Außenbereich besonders wichtig?
Bei Flächen im Außenbereich ist neben der Wasseraufnahme auch die Widerstandsfähigkeit gegen Frost­einwirkungen zu beachten. Die häufigsten Probleme entstehen durch die kapillare Wasseraufnahme der Natursteine von unten. Kapillarbrechende Bettungen sowie eine gute Entwässerung der Natursteinoberflächen und auch der Verlegeuntergründe sind vorteilhaft. Je empfindlicher der verwendete Naturstein auf Feuchtigkeit reagiert, desto geringer sollte der Feuchtigkeits­gehalt im Verlegeuntergrund sein. Pfützenbildungen auf Betonuntergründen oder Abdichtungen sind unbedingt zu vermeiden.

Welche Unterschiede bestehen zwischen den praxisrelevanten Vorgaben in den technischen Merkblättern des DNV und dem allgemeinen Normwesen?
Normen regeln immer nur einzelne Aspekte einer Bauweise, enthalten jedoch nicht alle wichtigen Informationen der gesamten Baumaßnahme. Hier sind die technischen Merkblätter des DNV wesentlich ausführlicher, zumal auf alle relevanten Normen und die darin enthaltenden Bauregeln hingewiesen wird. Die technischen Merkblätter des DNV enthalten wie auch die Normen die anerkannten Regeln der Bautechnik und haben bei einer vertraglichen Vereinbarung den gleichen Status.

In welchen Situationen ist Naturstein besonders geeignet?
Es gibt für alle Anwendungen die passenden Natursteine, jedoch sind nicht alle Natursteine für die Verwendung bei Wasserbelastung oder im Außenbereich geeignet. Besonders bewährt sich Naturstein für Boden- und Wandbeläge, Treppenbeläge und massive Stufen sowie Mauern. Aufgrund seines geringen Energie­bedarfs und der sehr geringen CO2-Belastung der Umwelt in der Herstellung ist der Naturstein ein hervorragender Baustoff. Die freie Wahl der Abmessungen, von Mosaik­steinen zu wandhohen Platten, von dünnen Fliesen zu Massivstücken, sowie die vielen Farben, Strukturen, Texturen und Oberflächenbearbeitungen ermöglichen eine unvergleichliche Individualität der Architektur. Weitere Vorteile sind die Schadstofffreiheit, Unbrennbarkeit, Verschleißfestigkeit, hohe Widerstandsfähigkeit gegen Witterungseinflüsse und einfache Reinigung.

Wie unterscheiden sich regionale Natursteine von Importmaterialien?
Regionale Natursteine haben aufgrund der kurzen Transportwege eine wesentlich bessere CO2-Bilanz als Importsteine. Ein weiterer Vorteil ist die langjährige Erfahrung, die bei der Verwendung heimischen Natur­steines als Baumaterial vorliegt. Kurze Lieferzeiten, einfache Nachbestellungen und exakte Fertigungsmaße sind weitere Vorteile der heimischen Natursteine. Regionale Natursteine sind für landschaftstypische Bauweisen bestens geeignet.

Welche Ergebnisse der Ökostudie zu Bodenbelägen lassen sich auf die Bereiche Wellness und Bad anwenden?
Die wichtigsten Ergebnisse sind, dass für die Her­stellung von Bodenbelägen aus Naturstein viel weni­-ger CO2 freigesetzt wird als für andere Baustoffe wie Keramik oder Betonwerkstein und dass der Transport der Natursteine eine signifikante Auswirkung auf die CO2-Bilanz hat.

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