320 Editorial

Die Verantwortung der Architektur

Roland Kanfer, Chefredakteur

Editorial 3/2015

Vor 20 Jahren hatte der damalige Wiener Planungsstadtrat Hannes Swoboda die Idee, Architekten und Bauträger als Kernteam zusammenzuspannen, um die gestalterische Qualität der geförderten Wohnbauten zu erhöhen – und vor allem die Kosten für den sozialen Wohnbau zu senken. Werner Faymann, damals Wohnbaustadtrat in Wien, setzte mit der Einführung der Bauträgerwettbewerbe Swobodas Idee eines radikalen Schritts vom Verteilungs- zum Bewerbungsprinzip um. Fortan beauftragte der in den achtziger Jahren gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds, nunmehr Wohnfonds Wien, die Architekten nicht mehr direkt, sondern ließ Bauträger und Planer im Team antreten und deren Projekte von einer Jury beurteilen. Die Bauträger verpflichten sich, dem Wohnfonds das Grundstück abzukaufen und die Juryvorgaben zu erfüllen.

Architektur wurde so zum Thema im sozialen Wohnbau – und durchaus zum auch international herzeigbaren Modell. Die öffentliche Hand möchte demonstrieren, dass sie ihre Verantwortung für leistbares Wohnen bei zugleich architektonisch und bautechnisch hohen – Kritiker meinen zu hohen – Ansprüchen wahrnimmt. Eine Verantwortung, der sie sich – wie viele Kritiker ebenso meinen – in anderen Bereichen des Bauens in zunehmendem Maße gerne entziehen würde. Etwa im Schulbau, wo sich die Stadt Wien private Investoren als Partner sucht, ihnen die Errichtung überlässt, einmietet und so keine neuen Schulden im Budget verbuchen muss. Den Architekturschaffenden stößt dabei vor allem die Tatsache auf, dass die öffentliche Hand ihrem privaten Partner den Entwurf nach der Einreichung zur weiteren Be- und Verarbeitung überlässt – ohne den Architekten die Möglichkeit der Kontrolle über ihren Entwurf einzuräumen.

Negativbeispiele für das PPP (Public Private Partnership)-Modell haben sich angesammelt, seit diese budgetschonende Errichtungsart in Mode gekommen ist. Sogar in Großbritannien, wo PPP seit Margaret Thatchers Zeiten von allen Regierungen jahrzehntelang als neoliberales Mantra rezitiert wurde, zweifelt man nach der Insolvenz der Betreiber der Londoner U-Bahn und zahlreichen Baumängeln bei öffentlichen Bauwerken mittlerweile am allein selig machenden PPP-Modell.

Europa gedenkt dieser Tage des 70. Jahrestags des Endes der NS-Diktatur. Die Republik Österreich hat sich unter anderem dazu entschlossen, die Österreich-Ausstellung im Museum Auschwitz-Birkenau neu zu gestalten. Wir präsentieren in dieser Ausgabe den Siegerentwurf (Architekt Martin Kohlbauer), aber auch ein von einer Privatinitiative in Warschau geplantes Monument für Polen, die jüdische Landsleute während der deutschen Besatzung gerettet haben (Siegerprojekt der österreichischen Architekten Gabu Heindl und Eduard Freudmann).


© Stefan Zoltan

Für die Gestaltung dieses Parks in Bük (Ungarn) sollte ein sowohl der klerikalen als auch der staatshistorischen Würdigung adäquater Rahmen in Form…

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Foto: Poschacher

Sitzbänke aus Herschenberger Granit sind die prägenden Elemente bei der Gestaltung des öffentlichen Raums im zentralen Seeparkquartier.

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© Richard Watzke

Der Wiener Stadterneuerungspreis widmet sich der Erneuerung bestehender Bausubstanz. Die Ein­reichungen umfassen Sanierungen historischer Baudenkmale…

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Alle Bilder © Richard Watzke

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Alle Fotos: © Franken-Schotter

The sky is the limit, möchte man angesichts der steil aufragenden Fassade von 35 Hudson Yards denken. Ein Glasturm, ja, aber ein ganz besonderer.…

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Digital Findet Stadt 2021

Innovationskongress für Planen, Bauen & Betreiben holt internationale Vorzeigeprojekte nach Wien

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Quelle: Screenshot

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Der Countdown läuft: Am 29.5. wartet der neue Event Wohnen & Interieur Day@Home! Er bringt Expertenwissen, visuelle Begeisterung und exklusive…

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© ACO

Die Wohnung wird ab dem Pensionsalter immer mehr zum zentralen Lebensmittelpunkt. Dabei wünschen sich die meisten Seniorinnen und Senioren, möglichst…

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Termine

Adolf Loos – Nachleben

Datum: 03. September 2020 bis 30. September 2021
Ort: Architekturzentrum Wien

passathon 2021 – RACE FOR FUTURE

Datum: 16. April 2021 bis 16. Oktober 2021
Ort: 200 Gemeinden in ganz Österreich

Die Frauen der Wiener Werkstätte

Datum: 21. April 2021 bis 03. Oktober 2021
Ort: MAK

Ausstellung: Sehnsuchtsort Schule

Datum: 28. April 2021 bis 09. Juli 2021
Ort: afo, architekturforum oberösterreich, Herbert-Bayer-Platz 1, 4020 Linz

Ausstellung: Der Architekturwettbewerb

Datum: 24. Juni 2021 bis 16. Juli 2021
Ort: Architektur Haus Kärnten, St. Veiter Ring 10, 9020 Klagenfurt

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