Projekte

Die schwimmende Auster - Sport- und Wellnessbad Eggenberg, Graz

Fotos Angelo Kaunat Architektur + Fotografie, Graz – Salzburg – München

Das alte Hallen- und Freibad Graz-Eggenberg wurde 1971-74 nach Entwürfen der auf Bäderbauten spezialisierten steirischen Architektin Herta Rottleuthner- Frauneder, der ersten Absolventin der Grazer Architekturfakultät, gebaut. Wie viele Bäder der 1960 und 1970er Jahre war auch Rottleuthner-Frauneders Anlage energetisch und technisch in die Jahre gekommen.

Schließlich wurde 2007 ein offener EU-weiter Wettbewerb für einen Neubau der großzügigen Anlage ausgeschrieben, an dem sich rund 60 Büros beteiligten. Mit fasch&fuchs. trug ein Büro den Sieg davon, dessen eine Hälfte, Hemma Fasch, das Bad, das sie in ihrer Jugend oft besuchte, gut kannte, was der Planung sicher zu Gute kam.

Das Konzept von fasch&fuchs. sah einen bumerangartig abgewinkelten Baukörper vor, der nahe an die das Grundstück an zwei Seiten begrenzenden Straßen gerückt ist. Ein gemeinsames Foyer mit blau verglastem Windfang und einem orange hinterleuchteten Info- und Kassenpult erschließt rechts das Sportbad mit 50-Meter-Wettkampfbecken und Tribünen, links den Wellnessbereich mit mehreren Innen- und Außenbecken und geradeaus den großzügigen Freibadbereich, dessen Freiräume mit Rosen, Bambus und niedrigen Hecken die Landschaftsarchitektin Alice Größinger und ihr Büro idealice gestalteten. Hier sind mit dem 50-Meter-Außenbecken, Kinderbecken und Rutsche Reste des alten Bades erhalten geblieben. Leitbild des Entwurfskonzepts, das dem Bad schlussendlich auch seinen neuen Namen gab, war eine leicht geöffnete, innen irisierende, glänzende Auster.

Die Linie des Daches folgt demgemäß den unterschiedlichen Funktionen des Baukörpers. Vom flachen Kleinkinderbecken schwingt es über den zweigeschoßigen Foyerbereich, der die Büroräume mit Ausblicken auf Freifläche und Schwimmhalle und ein Physiotherapie-Zentrum sowie eine VIP-Louge für Wettkämpfe aufnimmt, hinauf und wieder hinunter bis zur intimen finnischen Sauna. Eine Stahlfachwerk-Konstruktion trägt das Dach, dessen Sekundärstruktur weiß lasiertes Holz bildet. Darunter sind im Sportbad aus Brandschutz- und akustischen Gründen über Alurahmen gespannte weiße Textil- Segel gespannt, deren Rhythmus dem der Bahnen des Schwimmbeckens folgt und dem gesamten Raum eine spezifische asymmetrische Rautenstruktur gibt.

Großzügige Verglasungen geben den Blick einerseits nach Westen zum Freigelände und Schloss Eggenberg, andererseits aber auch zur Straße frei, so dass sich die Fußgänger draußen parallel zu den auf der Empore und zu den über eine Brücke erschlossenen Sprungtürmen gehenden Schwimmern bewegen. Tageslicht erreicht über Oberlichtbänder auch die Sportlerumkleiden im Untergeschoß, die wie die großzügigen Umkleidebereiche für Einzelbesucher einer klaren Farb- und Materialregie folgen. Ein grafisches Leitbild mit Kreismotiven in verschiedenen, erfrischendes kühles Wasser assoziierenden hellen Grün- und Blautönen ergänzt die stumpfwinklige Kantigkeit der durch Sichtbeton und Glas geprägten Architektur. In den auf rund 180 Besucher angelegten Wellnessbereich mit diversen Saunen, Tepidarien, Dampfbädern, Sprudel- und Schwimmbecken kommt Tageslicht aus verschiedenen Höhen und Richtungen. Selbst die Saunen bieten Ausblicke ins Freie. Abwechslungsreiche Wegeführungen und Raumbildungen auf verschiedenen Ebenen von offen bis geschützt und teils als Terrassen oder Emporen ausgebildete Ruhebereiche, in denen Leselampen ein Zeitverbringen nach eigenem Ermessen ermöglichen, prägen diesen Teil des Bades. Die Möblierung reicht von amorphen, mobilen Sitzsäcken bis zu klassischen Liegen nach Entwürfen von Max Bill.

Schieferähnliche anthrazitgraue Bodenfliesen und irisierendes Glasmosaik geben dem Komplex zusammen mit einem auf Wochentag und Tageszeit abgestimmten Lichtkonzept von Thomas Hamann eine warme Stimmung. Grundtöne der sorgfältigen Licht- und Farbregie sind Orange, Grau und Blau, ergänzt durch Violett im Restaurantbereich, in dem die Gestaltungsfreiheit der Architekten bis zu Details wie den grafischen Mustern der Tischplatten ging.

Den gesamten Bericht lesen Sie HIER

 

Bauherr/Nutzer Holding Graz Freizeit, Freizeit Graz GmbH, 8010 Graz

Generalplanung fasch&fuchs.architekten, 1060 Wien


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