326 Editorial

Die Architektur hat Konzepte

Österreich wird aufgrund der Flüchtlingsbewegungen jährlich mindestens 40.000 Menschen zumindest temporär unterbringen müssen. Dies könnte die Stunde der Architekten sein.

von: Roland Kanfer

Österreich wird aufgrund der Flüchtlingsbewegungen jährlich mindestens 40.000 Menschen zumindest temporär unterbringen müssen. Dies könnte die Stunde der Architekten sein – meint Niklas Maak in der Frankfurter Allgemeinen. Selten würde die Zukunft einer ganzen Gesellschaft so sehr an dem hängen, was wo und wie gebaut wird. Doch der Feuilletonist kommt zu einem harten Urteil: „Je höher die Flüchtlingszahlen werden, desto mehr schrumpft der Anspruch an das, was gebaut werden soll.“

Die Architekten schweigen – schrieb Maak etwa vor einem halben Jahr. Ist die Architekturszene in diesen wenigen Monaten erwacht oder hat der Autor Fakten lediglich schon damals unbewusst ausgeblendet? Denn von Schweigen oder Inaktivität kann keine Rede sein, weder in Deutschland noch in Österreich. Architekturinstitute an fünf deutschsprachigen Universitäten – den Technischen Universitäten Wien, München, Berlin, der Jade Hochschule Oldenburg und der Leibniz Universität Hannover – haben sich zur Initiative „Home Not Shelter“ zusammengefunden und mit ihren Studenten Konzepte für leistbaren, schnell zu errichtenden Wohnraum entwickelt. 

Der österreichische Beitrag zur diesjährigen Architekturbiennale Venedig präsentiert Vorschläge, wie man geflüchteten Menschen zumindest kurzfristig so etwas wie ein Dach über dem Kopf zur Verfügung stellen kann. Ob eine bewohnbare Holzkiste und ein Selbstbau-Campingset etwas mit Architektur zu tun haben, darf in Frage gestellt werden – aber immerhin haben sich Architektinnen und Architekten Gedanken zu diesem Thema gemacht und nicht geschwiegen. 

Leerstand: Spekulation statt Unterkunft 

Der wahrscheinlich günstigste und schnellste Weg, temporären Wohnraum für Asylanten bereitzustellen, liegt allerdings in der Aktivierung des Leerstands in Gebäuden im öffentlichen Besitz. Laut Fabian Wallmüller von Architektur ohne Grenzen sind österreichweit 500 derartige Gebäude sofort nutzbar, weitere 300 nach Adaptierungen. Tatsächlich stellt sich dem Laien die Frage, warum beispielsweise das ehemalige Handelsgericht in der Wiener Innenstadt nicht genutzt werden kann. Dieses Gebäude wartet seit 13 Jahren immer noch auf den angekündigten Hotelbetreiber. Nachdem einige Günstlinge der damaligen Regierungsparteien an der Übersiedlung des Gerichts gute Provisionen verdient haben, stehen die 30.000 Quadratmeter Nutzfläche als Spekulationsobjekt leer und verfallen. 


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