358 Editorial

Der Raum als dritter Pädagoge

© Raphael Kanfer
© Raphael Kanfer

Auch wenn sich die flächendeckende Ganztagsbetreuung in Österreichs Schulen aus Gründen, die aus der aktuellen innenpolitischen Diskussion bekannt sind, schleppender durchsetzt, als das wünschenswert wäre: Was in Ländern wie Frankreich oder Großbritannien Normalzustand ist, wird sich auch im Rest der Alpenrepublik nicht aufhalten lassen.

von: Roland Kanfer

Die ganztägige Schulform, ob als Ganztagsschule mit abwechselnden Unterrichts- und Betreuungsphasen, Offene Schule mit Nachmittagsbetreuung oder dem in Wien seit einigen Jahren umgesetzten Campusmodell mit der Vernetzung von Volks-, Mittelschule und Kindergarten, entspricht einfach den heutigen Lebensmodellen. Die Zeiten, als Väter allein für das Familieneinkommen zuständig waren und Mütter zu Hause mit dem Mittagessen auf ihre Kinder warteten und diese am Nachmittag betreuten, sind lange vorbei.
Zum Auftakt unseres Schwerpunkts Bildungsbau in dieser Ausgabe wirft Susanne Karr einen Blick auf innovative Konzepte, die den Einfluss von Lehrräumen auf das psychische und physische Befinden der Schüler in der Planung berücksichtigen. Die Idee offener Räume statt geschlossener Klassenzimmer entstand eigentlich bereits in den Sechzigerjahren – mit Pionierprojekten wie der Ursulinenschule in Innsbruck von Josef Lackner –, wurde aber vom damaligen Zeitgeist noch heftig abgelehnt.
Heute wird diese Idee zumindest in Wien in die Praxis umgesetzt, wie der nach einem Entwurf von Architekt Martin Kohlbauer errichtete Bildungscampus Aron Menczer auf den Wiener Aspanggründen zeigt. Hier findet dieses Konzept eine Fortsetzung – auch als integratives Projekt: Kleinkinder, Volks- und Musikschüler werden den Campus gemeinsam mit mehrfach behinderten und sonderpädagogisch betreuungsbedürftigen Kindern besuchen.
Mit den Volks- und Mittelschulen Grund­äckergasse (Schluder Architekten) und Bürgerspitalwiese (Patricia Zacek-Stadler) in Wien zeigen wir weitere Beispiele für die Umsetzung der Idee der gemeinsamen Schule von Kindern im Alter zwischen sechs und 14 Jahren.
Mit seinem Entwurf für den Campus der Medizinischen Fakultät am Johannes Kepler Universitätsklinikum Linz wollte der Architekt Peter Lorenz beweisen, dass auch Universitätsgebäude heute als offene Lernorte zu begreifen sind.
Das sind nur einige der Bildungsbauten, die wir in dieser Ausgabe vorstellen. Abgerundet wird der Schwerpunkt mit einem Gastbeitrag des Arbeitskreises Innenraumluft im Klimaministerium, der ein Positionspapier zur Lüftung von Schul- und Unterrichtsräumen in Zeiten von SARS-CoV-2 präsentiert.

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen – und: Bleiben Sie gesund!

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