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Der beste Weg zum besten Entwurf

Wikimedia Commons / Quelle: ÖAW
Entwurf für das Kaiserforum an der Wiener Ringstraße von Gottfried Semper und Carl Hasenauer, 1869.
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Schon in der Renaissance wurden – obwohl es damals kein Vergaberecht gab – Architekten eingeladen, sich in Gestaltungswettbewerben zu messen. Erste Wettbewerbsrichtlinien erschienen im 19. Jahrhundert. Garantie dafür, dass Siegerprojekte auch umgesetzt werden, waren und sind sie jedoch nie.

von: Iris Meder

Die „Mistkübel-Affäre“ Ulli Simas sorgte im letzten Herbst für Fassungslosigkeit angesichts der Auffassung der Stadträtin, einen Verwaltungsbau in Form eines rie­sigen Müllcontainers anstelle des von der Jury einstimmig gekürten Siegerprojektes bauen zu wollen. „Wir haben das Projekt dann halt einfach nicht umgesetzt“ wurde zum lakonischen Sager Simas, der die Relevanz und Effizienz von Wettbewerben in Frage stellte.

Wettbewerbe, bei denen der bestplatzierte Entwurf nicht zum Zug kommt, waren und sind zahlreich – man denke nur an das Museum der Stadt Wien, wo Oswald Haerdtls in der Folge „freihändig“ beauftrage Planung beim Wettbewerb 1953 keinen Preis erhielt.

Historische Vorbilder
Richtlinien für die Durchführung von Wettbewerben formulierte das Royal Institute of British Architects schon 1839, Deutschland folgte 1867. Europaweite Empfehlungen verfasste das Architects Council of Europe, für internationale Wettbewerbe gelten die 1956 von der UIA im Auftrag der UNESCO aufgestellten und mehrfach überarbeiteten Richtlinien. Wenn Wettbewerbe korrekt durchgeführt werden, haben so auch unbekannte Planer eine Chance – wie etwa beim Flughafen Tegel, mit dem sich das damals winzige, junge Büro von Gerkan, Marg und Partner 1969 einen Namen machte.

Das Prinzip des Architekturwettbewerbs zum Zweck der Findung des bestmöglichen Projekts kannte bereits die Antike. Große Wettbewerbe brachte die Renaissance – etwa 1418 den für die Kuppel des Doms von Florenz. Der Wettbewerb versprach dem Sieger ein Preisgeld und ein fixes Gehalt für die Dauer der Ausführung. Der Vergleich machte sicher: Die doppelschalige Kuppel des unbekannten Filippo Brunelleschi bedeutete den symbolischen Startschuss für ein neues Zeitalter der Architektur. Als die Republik Venedig ein Jahrhundert später die Errichtung einer Steinbrücke über den Canal Grande beschloss, beteiligte sich mit Michelangelo Buonarroti, Andrea Palladio und Jacopo Sansovino die Crème de la Crème der Baukunst am Wettbewerb, während das Siegerteam Giovanni Alvise Boldù / Antonio da Ponte weniger mit seinen Namen als mit dem ikonischen Bild der das Wasser in einem einzigen Bogen überspannenden Rialto­brücke in das kollektive Gedächtnis der Menschheit eingegangen ist

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