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Aus Neu mach Neu

Alle Fotos: © Carmen Lindtner
Alle Fotos: © Carmen Lindtner

Haus DRAB: Super durchdacht und praktisch – wenn ein Haus das kann, so hat man eine ganze Familie glücklich gemacht, so wie jene, die in Leonding ihrem alten Heim eine neue Bedeutung gegeben hat.

von: Barbara Jahn

Es ist wohl der schönste Grund, sich zu verändern: Der angekündigte Familienzuwachs brachte alles in Rollen. In Leonding in der Nähe von Linz unterzogen die Bauherren ihr erst zehn Jahre altes Haus einem grundlegenden Facelift. Alles eine Frage der Organi­sation: Der Umbau dauerte nur drei Monate, wobei die fünfköpfige Familie auszog, um Platz für ein neues Kapitel zu schaffen. „Nachdem wir das ‚erste‘ Haus quasi alleine gestaltet, alle Firmen koordiniert und einiges an Eigenleistung erbracht haben, war dies nun mit drei Kindern, Hund und beruflichen Herausforderungen nicht mehr möglich“, sagen die Auftraggeber.  „Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, einen Architekten zu engagieren und die Koordination über dessen Bauleitung laufen zu lassen. Des Weiteren wollten wir kein 08/15-Haus, sondern eine moderne Neuaufarbeitung.“
Gefunden haben sie ihr gestalterisches Gegenüber in Sonos Architektur, die die Idee mit dem Umbau statt Neubau von Anfang an mittrugen. Das Architekturbüro wurde von Freunden weiterempfohlen. „In Zeiten, in denen die Grundstückspreise exorbitant steigen, weil Bauland zur Mangelware wird, ist die Nachverdichtung die ideale Antwort“, sagt Architekt Stefan Punz. „Im konkreten Fall wurden die noch offenen Flächenreserven des Bebauungsplans optimal und nun vollständig ausgenützt.“ So wurde das Haus um den gesamten Eingangsbereich im Untergeschoß erweitert, im oberen Geschoß konnte zusätzliche Fläche genutzt werden, um Räumlichkeiten neu zu arrangieren und ein drittes Kinderzimmer einzuplanen. „Primäres Ziel war es, ein Kinderzimmer zu ergänzen – in welcher Form auch immer. Im weiteren Verlauf hat sich dann noch mehr im Haus verändert und es wurde in fast allen Bereichen umstrukturiert. Eine Idee jagte die andere und schlussendlich war das Haus nicht wiederzuerkennen. Lediglich vier Zimmer blieben unberührt“, fassen die stolzen Besitzer zusammen.
„Das Konzept des Architekten wurde zu 90 Prozent umgesetzt. Dieser hat viele Erfahrungen einfließen lassen, die uns für unser weiteres Leben sehr praktikabel erschienen. Aus diesem Grund haben wir uns vom Architekten hier leiten lassen.“

Im Zuge des Umbaus wurden alle Böden erneuert und das komplette Möbeldesign an die neuen räumlichen Gegebenheiten angepasst. So konnte die Familie schon nach kurzer Zeit wieder in ihr altes und doch ganz neues Haus einziehen.
„Gerade die Nachverdichtung und das Bauen in Siedlungen soll kein Widerspruch zu den Grundbedürfnissen des Menschen nach Geborgenheit und Aussicht darstellen. Daher haben wir hier dieses doch sehr markante Element des Bügels designt. Dieser verhindert die Einsicht ins Erdgeschoß aus dem davor liegenden Wohn­objekt im südlichen Bereich des Grund­stücks, lässt aber dabei gleichzeitig einen freien Blick in den eigenen Garten zu“, resümiert Architekt Stefan Punz. „Sämtliche nun neuen Elemente des Erdgeschoßes sollten sich auch nach außen zeigen, darum wurde das ,Kleid‘ neu ausformuliert und hebt sich dadurch in Form und Materialität ab. Dank der Offenheit der Bauherrschaft konnten wir dieses einzigartige Kleid auch so gut umsetzen.“
Für die Holzfassade wurde die aus der japanischen Tradition stammende Holz­verarbeitungstechnologie „yakisugi“ angewendet. Dieses karbonisierte (geflammte), veredelte Holz ist langlebiger und widerstandsfähiger, da es im Gegensatz zu normalem Holz wasserdichte, wetterfeste, feuer­feste und schädlingssichere Eigenschaften hat. Außerdem behält es seine durchgehend einheitliche Färbung und verändert sich durch die Witterung nicht mehr. „Wir fühlen uns in unserem Haus sehr wohl. Die Abläufe im Haus konnten anhand der Veränderungen optimiert werden. Jedes Ding hat seinen Platz, und somit wirkt das Haus sehr clean und strukturiert. Eyecatcher ist nach wie vor die Holzfassade, welche einen einzigartigen Anblick bietet und viel Aufmerksamkeit auf sich zieht“, so das Fazit der Familie. 

„Wir signieren unser Werk. Man mag es sehen, noch mehr kann man es spüren.“
„Sonos“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „die Laute“ (der Schall). Unsere Architektur soll mit ihrem Umfeld kommunizieren. „Sonos“ steht aber auch für Gleichklang – Gleichklang mit Bauherren, Behörden, ausführenden Firmen und letztendlich auch der Natur. Was ist es, was ist, was uns bewegt, wie man eine Aufgabe meistert, wie man es fühlt, wie Raum entsteht? Wenn man darüber nachdenkt, entstehen Möglichkeiten, wenn man die richtigen Fragen stellt, entstehen Lösungen. Für wen bauen wir? Wie wirken Räume auf Menschen? Wird es das Leben verändern? Gibt es eine Erklärung dafür? Wie soll man je etwas perfektionieren? Was darf man weglassen? „Gleichklang“ ist unser Anspruch. Auf der Suche nach einem „Ja“ sagen wir hundertmal „Nein“, wir nehmen uns Zeit, bis eine Idee real wird. Das eigentliche Ziel nie aus den Augen verlierend. Wir, die Architekten, sind Ingenieure und Künstler, Handwerker und Erfinder.

SONOS Architektur ZT-GmbH
Königswiesen-Linz
Gegründet 2011
sonos-architektur.at

Projekt
DRAB, Leonding

Bauherren
Privat

Architektur/Landschaftsplanung/Statik
SONOS Architektur ZT-GmbH, Königswiesen-Linz

Bauarbeiten
Höfer Bau, Leonding

Projektdaten
Grundstücksfläche 721 m²
Bebaute Fläche 252,35 m²
Nutzfläche 364,63 m²
Bruttogeschoßfläche 364,63 m²

Projektablauf
Baubeginn 04/2021
Fertigstellung 09/2021

Materialien
Außenwände: Ziegel- bzw. Stahlbetonmauerwerk
Innenwände: Ziegel- bzw. Stahlbetonmauerwerk, Ständerwand REI 30
Fassade: Vollwärmeschutz, Putz (EG: Farbe Beigegrau; OG: Farbe Weiß, Details: Honiggelb, Degmeda Dark Grey Lärche)
Dämmmaterial: EPS (Polystyrol)
Fenster/Türen: Kunststoff-Alu (Dana Modell Euroba K + F97 Ral 9016)
Bodenbelag: Weitzer Charisma Einblatt Eiche Kaschmir wild gebürstet
Beleuchtungskörper: Lichtleisten MINO 100 SURFACE, LED-Streifen, SASSO 60 round, WEVER & DUCRÉ diverse Modelle, Task 600 round surface
Möblierungen: EGGER Schichtstoffe, Graphitschwarz U961 PT, EGGER Weiß: W1001, Eiche Furnier zu Boden passend, diverse Möbelstücke
Sanitärgegenstände: Waschtischelopal DWT Futura 460 Vario P (ohne Bohrung für Armatur), Waschtisch Alape AB.R585.1, Wand WC Villeroy-Boch Subway, Wand Urinal Villeroy Boch Subway Urinal mit Deckel und Soft-Close, Geberit Sigma 01 Betätigungsplatte Zweimengenspülung weiß, Duschrinne Concept, sämtliche Armaturen Marke Fantini
Küche: EGGER Schichtstoffe, Graphitschwarz U961 PT, Eiche Furnier zu Boden passend, Weiß: RAL 9010, Miele KM7678 FR Herdunabhängiges Induktionskochfeld, Franke Box Center BWX 220-54-27, 860x510x200, Bosch Einbau-Backofen, Kühlschrank Liebherr IRBdi 5150

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