339 Architektur

Auf der Suche nach dem Stadtparterre

© Stadtteilmanagement Seestadt aspern/B. Siquans
In der Sockelzone des Parkdecks Seepark öffnen die ersten Räume für nichtkommerzielle Zwecke ihre Türen.
© Stadtteilmanagement Seestadt aspern/B. Siquans

Früher wurden Erdgeschoßzonen als Teil des Stadtraums angesehen. Doch der Einzelhandel verschwindet, und damit auch diese halböffentlichen Räume. Private und kommunale Initiativen suchen nach neuen Konzepten.

In den für Wien typischen Gründerzeithäusern bot die unterste Etage Platz für Gewerbe und Handel, für Manufakturen und Gastbetriebe -  eben für „halböffentliche“ Nutzungen. „Die Trennung von Arbeiten und Wohnen ist eine Erfindung der klassischen Moderne. Zum Stadtparterre gehören Straßen, Innenhöfe, die untersten Stockwerke der Gebäude und zum Teil auch der Keller. Das Erdgeschoß ist damit kein nach außen abgeschlossener, rein privater Raum, man muss es als Teil des gemeinsamen Stadtparterres wahrnehmen“, fand die Stadtplanerin Angelika Psenner.

Gesamtmodell der Erdgeschoßbereiche
In ihrem Forschungsprojekt am Institut für Städtebau, Landschaftsarchitektur und Entwerfen der TU Wien nahm sie Einsicht in alte und aktuelle Bauunterlagen und erarbeitete ein dreidimensionales Gesamtmodell des Erdgeschoßbereichs in einem Straßenzug im neunten Wiener Gemeindebezirk. „Normalerweise hören Karten und Stadtpläne bei der Fassade auf. Wie das Innere des Hauses konkret aussieht und wie Bebauungsstruktur, Erdgeschoßnutzung und Nutzung der Straße zusammenhängen, bleibt unberücksichtigt“, erklärt Psenner. Dabei würde dieser Bereich eine soziologisch ganz wichtige Funktion erfüllen – dort trifft man sich, kauft man ein, verbringt seine Freizeit. „Wenn das Stadtparterre funktioniert, dann funktioniert die Stadt“, zeigte sich Psenner überzeugt.

Kunst und Kultur im Erdgeschoß
Diese Nutzung der verschiedenen Bereiche des Stadtparterres hat sich im Lauf der Zeit drastisch geändert. In vielen Gassen sind Handel und Gewerbe zurückgegangen. Heute enden Erdgeschoß­flächen als Mini-Garagen, als Materiallager oder als Müllräume. Eine der Gegenstrategien kommt von der Wien 3420 AG, der Projektentwicklungsgesellschaft für die Seestadt Aspern. Im Parkdeck Seepark an der Sonnenallee – errichtet am Baufeld J12 – stehen mehrere Impulsräume im Erdgeschoß für Kunst, Kultur, innovative Ideen und Nachbarschaftsaktivitäten zur Verfügung. Der leitende Städtebauer Peter Hinterkörner suchte nach Ideen, wie im Rahmen des Seestadt-Masterplans solche Freiräume geschaffen werden können. Fündig wurde er eben in den Sockelzonen der Hochgaragen. Inspiriert wurde er unter anderem von der Journalistin Jane Jacobs, die im New York der 1960er-Jahre für die Sanierung abgewohnter Quartiere mit alter Bausubstanz kämpfte, weil sie den Wert offener Freiräume erkannt hatte. „Gemeinnützige Aktivitäten und private Initiativen suchen in der Regel robuste Räume ohne Konsumzwang. An Orten mit langer Geschichte sind das oft alte Industriegebäude oder Gewerbeflächen. In einer neuen Stadt in Entwicklung, in der jedes Gebäude erst gebaut und neu finanziert werden muss, braucht es da kreative neue Zugänge“, meint Hinterkörner.


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