362 Interior Design

Am Boden bleiben

© Interface
Ins (Fischer)Netz gegangen: Kollektion Employ Lines von Interface
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Viel zu schade, um mit Füßen getreten zu werden: Der Boden gilt als fünfte Dimension des Raums und hat weit mehr als die tragende Funktion inne.

von: Barbara Jahn

Es waren die Jahre 2009 und 2010, in denen der renommierte deutsche Teppichhersteller Vorwerk gemeinsam mit dem Architek­ten Hadi Teherani die Bodenbelagswelt auf den Kopf stellte. Eine Fliese in der Architek­tur oder im Interior war extrem langweilig geworden, man hatte sich satt gesehen an den ewig gleichen Formaten und Strukturen. Das Spannende an dieser Kooperation war, dass Teherani nichts Charmantes oder Attraktives an einer Teppichfliese fand. Kurz: Er mochte sie selbst nicht – bis er mit FreeScale seine eigene entwarf. Das Prinzip, sich als Architekt selbst in das Teppichdesign einzubringen und auf diese Weise im Zuge eines Pools aus Farben und Formen zu schöpfen und maßgeschnei­derte Lösungen für Bauherren und Auftraggeber anbieten zu können, hat sich erfolgreich durchgesetzt. Auch mehr als zehn Jahre später greift man gerne auf die kreative Modularität für den Boden zurück. Während das Baukastensystem immer schon im Interesse der Designer und Architekten lag, sind in der letzten Dekade noch weitere Aspekte verstärkt in den Fokus gerückt, etwa Raumakustik und Nachhaltigkeit.

Alles, was es braucht
Die Teppichfamilie Superior Line von Vorwerk knüpft an das Gestaltungsprinzip von Hadi Teherani an. Gleichzeitig glänzt sie mit gleich vier Siegeln: CE, GUT, Green Label Plus sowie der Bestnote A+ bei den Raum­emissionen (VOC). Die Akustikfliese SL Sonic ist an der Oberfläche in wohnlichem Velours ausgeführt, der Rücken ist aus CoaTEX Sonic Schwerbeschichtung. Frei von PVC und Bitumen eignet sich dieses Produkt für nach DGNB und LEED zertifizierte Gebäude. Mit 30 Farbvarianten sind der Fantasie so gut wie keine Grenzen gesetzt und auch hohe Belastungen können der dimensionsstabilen Schönheit keinen Abbruch tun. Ihren Dienst verrichtet sie leise, ganz leise, denn die deutlich verbesserten Trittschall- und Akustikwerte können sich im Vergleich wirklich sehen lassen. Als beinahe schon selbst ein Kunstwerk präsentiert sich die Serie Canyon 700 von Object Carpet, eine kontrastreiche Kreation mit spannenden Hoch-Tief-Effekten, die eine gewisse Dreidimensionalität auf die Fläche bringen. Erhältlich als Fliese oder Bahnenware, wird die Nutzschicht mit Tuftingschlingen aus 100 Prozent Econyl by Aquafil, einem Garn aus recyceltem Nylon, hergestellt. Während die Bahnenware mit einem textilen Spezialzweitrücken ausgestattet ist, kommt bei der Fliese Welltex Akustik für eine ausgeglichene Raumakustik zum Einsatz.

Von Innovation bis Tradition
Mit drei Varianten der Kollektion Employ – Loop, Lines und Dimensions – geht Interface ins Rennen, die untereinander kombiniert werden können. Während Loop mit seiner glatten Oberfläche dem Raum eine homogene Optik angedeihen lässt, bringen die linearen Muster von Lines und Dimen­sions ein bisschen mehr Dynamik mit ein. Letztere lässt sich im Fischgrät oder quader­steinartig verlegen.
Längstdienend ist wohl Rollerwool von Ruckstuhl, ein Produkt aus Schurwolle, das bereits seit 1985 produziert wird. Mit Weitsicht hat man von Anfang an auf die Vor­teile gegenüber vergleichbaren Kunstfaserteppichen gesetzt: Durch den natürlichen Fettgehalt der Wolle sowie die besondere Oberflächenstruktur lässt sich Rollerwool besser, leichter und ökologischer reinigen und dank der Qualität der verwendeten Materialien, des hohen Materialeinsatzgewichts und des in Langenthal perfektionierten Herstellungsverfahrens hält das Produkt mindestens genauso lang. Wenn nicht sogar länger. 

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