Naturstein

Vielfalt der sprechenden Steine

© Iris Meder
Gneis aus der Region ­Graubünden als Abstraktion eines Heuschobers: Therme Vals von Peter Zumthor, 1996.
© Iris Meder

Von Otto Wagner über Ludwig Mies van der Rohe bis Snøhetta: Für viele der bedeutendsten Architekten der Moderne war und ist Naturstein das bevorzugte Fassadenmaterial.

von: Iris Meder

Eine Fassade aus sorgfältig bearbeiteten, glatten Steinplatten – das hieß: Gediegenheit, Dauerhaftigkeit und Distinguiertheit. Aber polierter Granit? Ein Stein, den man eher für Grabsteine verwendete. Oder für den Sockel des Josefsdenkmals am Wiener Josefsplatz. Dort standen einst, so weiß es die Familienlegende, Johann Evangelist Zacherl, Sohn des Erfinders des erfolgreichen Insektenpulvers "Zacherlin", und der mit ihm befreundete junge Architekt Jože Plečnik.

Aus solch einem Stein, so Zacherl, solle die Fassade des neuen Wohn- und Bürohauses für sein „Zacherlin“ sein und er, Plečnik, sein Architekt, das stand nach einem im Jahr 1900 ausgeschriebenen geladenen Wettbewerb nun fest. Als Plečnik zu bedenken gab, eine Granitfassade käme aber sehr, sehr teuer, konterte der enthusiasmierte Bauherr mit einem forschen „Koste es, was es wolle!“

Das Haus auf der Wiener Brandstätte wurde bis 1905 nach Zacherls Wünschen und Plečniks Plänen ausgeführt. Nach Meinung vieler Architekturhistoriker wurde es nicht nur der wichtigste, sondern auch der schönste Bau des Slowenen. Mit schmalen Leisten aus demselben Material wurden die Platten aus glänzend poliertem grauem schwedischem Granit optisch vor den Ziegelwänden des Stahlbetonbaus fixiert. Die Attika zierten trutzige Atlanten vom Bildhauer des Leipziger Völkerschlacht-Denkmals, Franz Metzner, die lange Straßenfront ein von den tief katholischen Zacherls offenbar in tödlicher Mission auf die Insektenvernichtung angesetzter gigantischer Erzengel Michael nach Entwürfen von Ferdinand Andri. Innen konterkarierte Plečnik die Enge des Foyers auf dem breiten, aber seichten Baugrund mit allerlei optischen Tricks wie Stufen, ellipsenförmigen Aufweitungen und einem vor eine helle Carrara-Marmor-Wand gestellten Wald aus dicken schwarzen Marmorsäulen, wie sie auch für sein späteres Werk prägend werden sollten.

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