337 Projekte
© Hertha Hurnaus
Die aus einer Textilmembran bestehende zweite Haut schafft durch ihre geometrisch unterschiedlichen Öffnungen ein abwechslungsreiches Fassadenbild.
© Hertha Hurnaus

Neues Lernen am grünen Hügel

Wettbewerb realisiert: Bundesschule Aspern, Wien / fasch und fuchs.architekten

Aspern, die Seestadt Wiens: Das weckt Vorstellungen vom Wohnen und Arbeiten am Wasser, von einem Stadtteil, in dem der Grünraum eine entscheidende Rolle spielt. Ausgehend von dieser Vorstellung haben fasch und fuchs architekten das im Herbst 2017 eröffnete Bundesschulgebäude mit 41 Klassen wie einen „begehbaren Bildungshügel“, eine flache, terrassierte Grünlandschaft angelegt. Eine Hälfte des Hügels ist bebaut, die andere ist begrünter Freibereich. Die Außenflächen machen 7.700 Quadratmeter aus, das Grundstück insgesamt hat eine Größe von rund 15.000 Quadratmetern.

Alle AHS-Klassen haben jeweils einen direkten Zugang ins Grüne. Die Erdgeschoßebene des Bildungshügels öffnet sich zum Maria-Trapp-Platz, hier liegt der große, regengeschützte Schulplatz, der Haupteingangsbereich zur Schule. Über diesen Vorplatz führt der Eingang durch die offene Halle in den Indoor­-Campus. An der Schnittstelle zwischen öffentlichem Raum und Schule liegen die allgemeinen Bereiche der Nachmittagsbetreuung, die Verwaltung und das Department für Wirtschaft und Informatik. Die offene Halle verbindet den Haupteingang vom Maria-Trapp-Platz mit einem zweiten, vom öffentlichen Durchgang aus zu betretenden Eingang und orientiert sich gleichzeitig zu den Freibereichen, die den Hannah-Arendt-Park zum Schulgelände hin verlängert. Der öffentliche Durchgang verbindet die südliche Ecke des Hannah-Arendt-Parks mit der Ella-Lingens-Straße. Die Terrassenflächen fungieren als zusätz­liche Freibereiche.

Schlüssige Lösung zur Umsetzung neuer Lernformen

© Paul Ott
Das Innere ist von Transparenz und ­Tageslicht gekennzeichnet. Farbliche Akzente lockern das Ambiente auf.
© Paul Ott

Im April 2013 hatte die Wettbewerbsjury unter der Architektin Marta Schreieck das Projekt von fasch und fuchs zum Sieger erklärt, weil der Entwurf die schlüssigste und ausgereifteste Lösung zur Umsetzung neuer Lernformen geboten habe. Das gemeinsam mit Idealice Landschaftsarchitektur entwickelte Projekt überzeugte die Jury unter anderem durch die vielfältigen Freiraumbezüge und die leichte Zugänglichkeit der vorgelagerten Freibereiche und der nutzbaren Dachflächen und Terrassen aus allen Bereichen. Sie würdigte weiters den klaren Baukörper und seinen Abschluss zum Maria-Trapp-Platz sowie dessen in jeder Blickrichtung abwechslungsreiche Fassaden. Diese Abwechslungen im Fassadenbild entstehen durch unterschiedlich große Öffnungen, die von der Jury im Wettbewerbsentwurf als Einschnitte im Baukörper interpretiert wurden. Tatsächlich handelt es sich aber um eine zweite Fassadenebene, die dem im Süden, Norden und Westen kompakten Baukörper vor die eigentliche Fassade gesetzt wurde. Diese aus einer Textilmembran bestehende zweite Haut ist von geometrisch unterschiedlichen Öffnungen durchsetzt. Die Membran wirkt wie ein Wärmeschutzschild und blockiert bis zu 97 Prozent der Wärme.

Transparenz und Tageslicht
Zur optimalen Belichtung des kompakten Baukörpers ist in seinem Zentrum ein Freiraum eingeschnitten, das sogenannte Schulwäldchen, zu dem sich Bibliothek, Essbereich und Mehrzweckraum orientieren. Von dort ergeben sich Blickbeziehungen über die Turnsäle hinweg in den westlichen Freiraum. Das Innere des Schulgebäudes ist von Transparenz und Tageslicht gekennzeichnet. Die Innenräume sind so flexibel gestaltet, dass sie unterschiedlich bespielt werden können. Die hellen Bodenbeläge aus Linoleum und geöltem Industrieparkett und farbliche Akzente, beispielsweise rote Stiegenläufe und blaue Technik­kästen im Foyer oder orange, lindgrüne und violette Böden, lockern das Ambiente zusätzlich auf.

Die Klassenräume der AHS-Unterstufe sind nach dem Clustersystem angeordnet. Mehrere Klassenzimmer sind um einen offenen Raum gruppiert, der beispielsweise für Gruppenarbeiten genutzt werden kann. In der Oberstufe haben die Schüler keine Stammklassen, sondern werden in einem Raum des jeweiligen Departments – ähnlich einer Universität oder einer High School – unterrichtet. In diesem Bereich sind die Lehrbereiche im Departmentsystem gegliedert, die Lehrerzimmer dezentral im jeweiligen Department integriert.

Projekt
Bildungsquartier (Bundesschule) Seestadt Aspern, Teilgebiet 2, Maria-Trapp-Platz 5, 1220 Wien

Bauherr
BIG Bundesimmobiliengesellschaft GmbH, Wien

Architektur und Generalplanung
fasch&fuchs.ZT-GmbH, Wien
faschundfuchs.com

Statik
Werkraum Ingenieure ZT GmbH, Wien

Planung Außenanlagen
PFLANZ! garten & freiraum OG, Obersdorf
pflanz.at

Projektdaten
Bruttogeschoßfläche: 14.985 m²
Rauminhalt: 77.795 m³

Projektablauf
Wettbewerb 1. Rang  04/2013
Baubeginn  04/2015
Fertigstellung  07/2017
Wettbewerbsdokumentation: ARCHITEKTURJOURNAL / WETTBEWERBE 1/2014 (315)


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