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Ein richtiges Zuhause

© Aron Dietl
Das bestehende Gebäude des VinziDorf Wien.c gaupenraub
© Aron Dietl
© gaupenraub
Rendering Gartenansicht.
© gaupenraub

Was in Graz bereits gut funktioniert, soll nun auch in Wien in Kooperation mit dem Architekturbüro gaupenraub +/- gelingen: Das VinziDorf bietet alkoholkranken wohnungslosen Männern Unterkunft und niederschwellige Hilfe.

In Wien besteht ein breites Angebot an Einrichtungen für obdachlose und wohnungslose Menschen: Notschlafstellen, Übergangswohnhäuser, betreutes Wohnen und Housing First-Projekte. Trotzdem leben noch immer Personen auf der Straße, die Anspruch auf Unterstützung hätten. Schätzungen gehen von 40 bis 60 Menschen aus.

Einer der Hauptgründe dafür ist, dass diese aufgrund ihrer psychischen Verfassung Einrichtungen gar nicht aufsuchen oder dort nicht bleiben können, weil sie sich nicht an die Hausordnung halten (können). Die Vinzenzgemeinschaft Eggenberg –VinziWerke kümmert sich seit 26 Jahren um sie.

Das VinziDorf Wien ist eine Langzeiteinrichtung für männliche alkoholkranke Obdach- und Wohnungslose. Neben der Abedeckung der Grundbedürfnisse werden die Bewohner in finanziellen und sozialrechtlichen Belangen, in der persönlichen Lebensführung sowie dem (Wieder-)Aufbau eines sozialen Netzwerks unterstützt.

Raum für jene, die ihn woanders nicht finden
Das Alleinstellungsmerkmal des VinziDorf Wien ist es, dass es weder ein Alkohol- noch ein Rauchverbot gibt. Ein Entzug wird zwar unterstützt, ist aber keine Voraussetzung für eine Aufnahme. Die Betroffenen heißen Bewohner, nicht Klienten. Die Zielgruppe für das VinziDorf Wien sind männliche, teils schwer alkoholabhängige, obdach- bzw. wohnungslose Inländer, welche in keiner anderen Einrichtung aufgenommen werden können und deshalb in prekären Wohnverhältnissen oder auf der Straße leben müssen. Nicht aufgenommen werden können Frauen, ausländische Staatsbürger bzw. nicht-anspruchsberechtigte Personen aus dem Ausland, die in Wien keinen Anspruch auf Leistungen aus dem Sozial- und Gesundheitssystem haben, drogenabhängige Männer und schwer psychisch kranke Männer.

Der Aufenthalt im VinziDorf soll zu einer gewissen Normalisierung der Lebensumstände beitragen. Ob, in welcher Form und in welchem Zeitraum die Männer in selbstständiges Wohnen begleitet werden können, hängt vom individuellen Fall ab. Im Grazer VinziDorf leben viele Bewohner bis zu ihrem Lebensende.
Neben der Wohnmöglichkeit erhalten sie jeden Tag ein Frühstück und mindestens eine warme Mahlzeit. Die Versorgung mit Nahrungsmitteln kann großteils durch Sachspenden gewährleistet werden. Gekocht wird von und gemeinsam mit ehrenamtlichen Mitarbeitern. Bei Bedarf wird auch Kleidung an die Bewohner ausgegeben. Von den Bewohnern wird ein „Hausbeitrag“ in der Höhe von 15 % des verfügbaren Einkommens eingehoben

Der Wiener Standort
Der Standort des VinziDorf Wien befindet sich an der Hetzendorfer Straße 117, 1120 Wien. Ein Teil dieses Grundstücks wird mittels Überlassungsvertrag für das VinziDorf Wien zur Verfügung gestellt. Jeder der 24 Bewohner wird eine eigene Wohneinheit zur Verfügung haben. Dafür wird erstens ein bestehendes Gebäude adaptiert, in dem acht Wohneinheiten geschaffen werden. Zweitens werden 16 Wohnmodule am Grundstück neu errichtet. Jedem Bewohner wird ein ausgestattetes Zimmer mit Bett, Schrank, kleinem Tisch,
Waschbecken und Toilette zur Verfügung gestellt. Die einzelnen Pavillons, die jeweils in Zweiergruppen angeordnet sind, werden durch ein Dach miteinander sowie mit dem bestehenden Gebäude verbunden, in dem sich die Gemeinschaftsflächen befinden. Die größte Gemeinschaftsfläche stellt der Garten des Grundstücks dar, darüber hinaus gibt es im Bestandsgebäude einen Aufenthaltsraum für verschiedene Nutzungen. Er dient auch als Speisesaal. Es gibt einen eigenen Sanitärbereich mit Duschen, Waschbecken und Waschmaschinen. Außerdem gibt es einen Besprechungsraum für Gespräche zwischen Mitarbeitern und Bewohnern, Büro- und Lagerräume sowie einen Müllraum und einen Heizungs- und Haustechnikraum.
 
Die Anordnung der einzelnen Pavillons ähnelt einem Dorf und gibt dem Projekt auch seinen Namen.

Finanzierung und Zeitplan
Für den Bau des VinziDorfes werden rund 1,5 Mio. Euro benötigt, die aus Spenden lukriert werden sollen. Auch Spenden in Form von Baumaterial und Dienstleistungen werden dankbar entgegen genommen.
Durch die intensive Betreuung und die Hinführung zur Selbständigkeit auf mehreren Ebenen können langfristig Kosten im Gesundheits- und Sozialbereich eingespart werden. 

Die geplante Bauphase erstreckt sich von Sommer 2017 bis Frühling 2018, die Einrichtungseröffnung und Pilotphase soll von Oktober 2018 bis Dezember 2018 stattfinden. Spätestens bis zum Ende des Sommers 2019 soll eine Auslastung von 100% erreicht werden.

Informationen
www.vinzi.at


Sophie und ­Peter ­Thalbauer Architektur.

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