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Ausstellung: Form folgt Paragraph

© Karoline Mayer
Haftungsfrage schlägt Erfahrungswissen: „Achtung! Holz kann im Winter rutschig werden“, WU-Campus Wien.
© Karoline Mayer

Das Architekturzentrum Wien holt mit der Ausstellung „Form folgt Paragraph“ jene Regelwerke vor den Vorhang, die es selten auf die Bühne eines Architekturmuseums schaffen. – Mit Augenzwinkern.

Wenn Architekten Gebäude entwerfen und Stadtplaner urbanes Leben imaginieren, werden sie von einer zunehmenden Masse an Regelwerken begleitet. Gesetze, Verordnungen und Normen sind zu gewichtigen Mitgestaltern der gebauten Umwelt geworden.

Die Ausstellung „Form folgt Paragraph“ holt jene Regelwerke vor den Vorhang, die es selten auf die Bühne eines Architekturmuseums schaffen. Sie lenkt den Blick kritisch, aber humorvoll auf den rechtlichen Subtext von Architektur und Stadtentwicklung. Fallstudien, Begriffsklärungen, historische und internationale Vergleiche machen sichtbar, wie stark legistische und normierende Kompendien die gebaute Umwelt mitgestalten. Interviews mit Architekten, Projektentwicklern, Sachverständigen und Vertretern von Behörden beleuchten die aktuelle Situation in ihrer Komplexität und Widersprüchlichkeit und loten Interpretationsspielräume aus, die in zahlreichen Workarounds auch genutzt werden.

Der Umfang der Wiener Bauordnung beispielsweise hat seit ihrem Erlass 1829 stetig zugenommen. Weitere, mitunter rasant wachsende Regelwerke wie Normen sind dazugekommen. Die starke Regulierung im Bauwesen ist untrennbar verbunden mit einem Wandel der Gesellschaft, die den Schutz ihrer Bürger und die Fürsorgefunktion für die Schwächsten garantieren wollte. Heute hingegen wird vielerorts eine Entwicklung beklagt, in der Eigenverantwortung von Warnhinweisen abgelöst wird, wo Spielplätze für Helikoptereltern designt und Geländer allerorts höher, Türen schwerer werden. Und während sich weite Teile der Bauwirtschaft über die „Regelflut“ beklagen, unterstützt die Unübersichtlichkeit der Regulatorien andererseits ein neues Geschäftsmodell: das Nachtragsmanagement. Wie konnte es so weit kommen?
Mit dem Blick hinter die Kulissen des Baugeschehens will die Ausstellung eine breite gesellschaftliche Debatte anstoßen. Welche Regeln braucht eine Gesellschaft, weil sie das öffentliche Interesse wahren, das Zusammenleben erleichtern oder unser Leben schützen will? Welche sind überbordend oder erfüllen vor allem Partikularinteressen? Was sagt das Vorschriftswesen eines Landes über dessen Gesellschaftsbild aus? Was für eine Architektur entsteht bei „auf Nummer sicher“?

Kuratorinnen: Martina Frühwirth, Karoline Mayer, Katharina Ritter, Az W

Ausstellungsdauer: 23.11.2017–4.4.2018
Ort: AzW, Ausstellungshalle 2

Informationen
azw.at

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