1. Preis: Marte.Marte Architekten

Wettbewerbe

Autobahnmeisterei Salzburg-Liefering

Dem Gestaltungsaspekt wird Rechnung getragen

DI Alois Schedl, Vorstandsdirektor ASFINAG, verantwortlich für Planung, Neubau und Erhaltung.

Der Bau von Verkehrswegen, besonders von hochrangigen Verbindungen wie z.B. Autobahnen, kann das Erscheinungsbild einer Landschaft stark beeinflussen. Die ASFINAG ist daher seit vielen Jahren bemüht, das Erscheinungsbild der Autobahnen in Bezug auf architektonische Qualität und Eingliederung in die Landschaft zu verbessern. Ein gestalteter Straßenraum erregt die Aufmerksamkeit der Autofahrer und reduziert gefährliche Monotonie. Im Streckenneubau wird dem Gestaltungsaspekt bereits seit längerem durch die Abwicklung von Architektur-Wettbewerben und durch die Umsetzung dieser Ergebnisse Rechnung getragen. Positive Kundenreaktionen bestätigen den eingeschlagenen Weg. Dabei sollen Gestaltungsaufgaben nicht auf den dominierenden Aspekt Lärmschutz reduziert werden, sondern das Erscheinungsbild des gesamten Netzes – von der Brücke bis zum Rastplatz – für Kunden und Anrainer attraktivieren.

 

Gestaltungsrichtlinie

Vor diesem Hintergrund wurde im Unternehmen eine „Gestaltungsrichtlinie“ erarbeitet. Der Fokus liegt dabei nicht auf der Festlegung von „Gestaltungsvorschriften“. Vielmehr soll durch organisatorische und strukturelle Vorgaben die architektonische Komponente bei der Planung baulicher Anlagen im ASFINAG-Netz stärker und früher einfließen. Vertiefend wurden zu den Themen Lärmschutz, Hochbau, Brücken und Tunnelportale eigene Leitkonzepte erstellt, die geeignete architektonische Qualitätsstandards, natürlich in Balance mit den wirtschaftlichen Zielsetzungen, schaffen und sicherstellen. Zusätzlich wirkt seit 2010 ein Gestaltungsbeirat aus Vertretern der ASFINAG und externen Experten der Fachbereiche Architektur, Raumordnung und Landschaftsarchitektur mit.

Die neuen Instrumentarien und Gremien zum Thema der architektonischen Gestaltung haben sich schon bei den ersten bald auch sichtbaren Bauprojekten bewährt.

 

Autobahnmeisterei Salzburg/Liefering

Die Planung einer Autobahnmeisterei am neuen Standort in Salzburg/Liefering wurde im Rahmen eines offenen Realisierungswettbewerbes ausgeschrieben. Insgesamt haben sich 61 Büros intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt. Eine achtköpfige Jury hat das Projekt von Marte.Marte Architekten ZT GmbH/Weiler mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Die Pläne des Siegers entsprechen sowohl dem architektonischen Anspruch als auch der Funktionalität einer Autobahnmeisterei. Die Basis des Projektes bilden vier Baukörper, die, über schmale Stege verbunden, eine geschlossene Hofsituation entstehen lassen. Durch gezielt gesetzte Unterbrechungen werden Sichtachsen zum Umfeld aufgebaut.

Gestaltung von Lärmschutzmaßnahmen

Einen weiteren Schwerpunkt der Gestaltungsinitiative bildet naturgemäß die Errichtung von Lärmschutzwänden. Durch das mit dem Gestaltungsbeirat erarbeitete Leitkonzept ist gewährleistet, dass eine optimale Einbettung von Lärmschutzmaßnahmen in die Landschaft erfolgt. Neben den fahrbahnseitigen Gestaltungskriterien wurden auch die Anrainersicht sowie verkehrssicherheitstechnische, bauliche und betriebliche Erfordernisse berücksichtigt.

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Projekt 27 / 1. Preis: Marte.Marte Architekten, 6833 Weiler

Der Entwurf besticht durch seine stringente Haltung, die proportional ausgewogene Verteilung der Volumina und kontextuelle Einbindung in das heterogene, durch Verkehrssituation, Kleinstrukturen und Naturraum geprägte Umfeld. Vier Baukörper, über schmale Stege verbunden, bilden eine Hofsituation, die durch gezielt gesetzte Perforationen Sichtachsen zum Umfeld aufbauen und somit spannende räumliche Sequenzen erwarten lassen. Diese Konfiguration bietet weiters enorme Flexibilität bezogen auf die funktionalen Anforderungen im Betrieb – ein robustes Gerüst und ein der Aufgabe entsprechend angemessenes Erscheinungsbild. Das Projekt erscheint der Jury wirtschaftlich umsetzbar und bietet das Potenzial einer sehr guten Lösung entsprechend der gestellten Aufgabe.

Empfehlungen der Jury:

• Optimierung der landschaftlichen Einbindung

• Außen liegende Funktionen sind in das Konzept zu integrieren

• Ausarbeitung und Optimierung der Lärmschutzmaßnahmen

• Einarbeitung der Leitplanung Asfinag für Hallen

• Büro-Überarbeitung – Vierer-Belegung der Büros

• Anpassung Funktionskonzept

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